Butterfly Sriver FX – Spinniger Softklassiker mit viel Ballgefühl

Nachdem ich den Butterfly Sriver FX auf meinen Testschläger geklebt hatte, wurden die Klassikerwochen spätestens zur Herzensangelegenheit.

Denn als Jugendlicher machte ich erst so richtig Fortschritte, als ich begann, diesen Belagklassiker zu spielen. Dieser war auch der Übergangsbelag vom normalen Spielen zum Frischkleben.

Noch heute bin ich vom Butterfly Sriver FX überzeugt. Die Gründe liegen auch ohne erneutes Testen auf der Hand. Zum einen bietet ein Softklassiker jede Menge Kontrolle. Was das besondere an diesem Belag ist, dass die Spielmöglichkeiten, besonders im Spinspiel, dennoch sehr gut sind.

Zum anderen ist die Haltbarkeit und Langlebigkeit der Spieleigenschaften gegeben. Ich habe immer noch einen Ersatzschläger für Jugendspieler in der Tasche, welcher mit einem Grubba Holz und Sriver FX Belägen von 2004 ausgestattet ist.

Jetzt konnte ich einen Vergleich machen zwischen einem neuem Sriver FX und den alten Belägen. In Sachen Tempo, Dynamik und Rotation sind kaum Unterschiede feststellbar.

Ich kann also aus erster Hand sagen, dass der Belag sehr empfehlenswert ist. Besonders für Jugendspieler in der Technikfindung bietet der Belag eigentlich alles.

EIGENTLICH ist nun auch alles gesagt. Aber ich möchte euch ebenso die Feinheiten dieses Belagklassikers darlegen. Wenn ich an einigen Stellen zu positiv über den Butterfly Sriver FX schreibe, dann nehmt es mir nicht übel. Ich versuche natürlich, wie gewohnt, objektiv zu bleiben 😉

Technische Eigenschaften des Butterfly Sriver FX

Das Obergummi des Butterfly Sriver wurde mit einem weicheren Softschwamm kombiniert. Dadurch wirkt das, auf das Spinspiel ausgelegte, Obergummi im Zusammenspiel mit der Schwammunterlage etwas flexibler.

Die gewohnte Griffigkeit und Qualtität sind weiterhin vorhanden.

Erfreulich ist das Gewicht des Softklassikers. Mit Verpackung bringt es der Belag (schwarz 2,1mm) auf 85g. Ungeschnitten wiegt dieser 59g. Und geschnitten auf Butterfly-Standard-Maß sind es lediglich 39g!

Spieleigenschaften des Butterfly Sriver FX

Sowohl Schwamm, als auch das Obergummi, sind weicher ausgelegt, als es beim Vergleichsbelag Yasaka Mark V GPS der Fall ist. Die Folge ist ein deutlich flexibleres Spielgefühl.

Der Sriver FX wirkt im Konterspiel sehr fehlerverzeihend. Im Vergleich zum Joola Samba aber nicht sonderlich katapultig.

Topspin und Halbdistanz

Im kontrollierten Spinspiel ist der Sriver FX zu Hause. Weiche, gefühlvolle Topspineröffnungen lassen sich mit dem Belag sehr konstant und rotationsfreudig spielen. Die Spinentwicklung ist dabei sehr einfach.

Schnelle Topspin- und Schlagspinschläge liegen dem Belag nur in Verbindung mit harten Carbonhölzern, auf denen der Butterfly Sriver FX ein großes Leistungspotential besitzt. Ähnlich wie der Yasaka Mark V GPS bietet der Belag mehr Angriffsmöglichkeiten an, als es die Schwammhärte vermuten lässt, wenngleich der FX noch weicher und langsamer ist.

Auf langsamen Vollhölzern lassen sich vor allem sichere Schläge spielen. Im Zusammenspiel wirkt der Belag extrem kontrolliert und fehlerverzeihend. Die Durchschlagskraft ist dann aber sehr gering.

Aus der Halbdistanz hilft das Obergummi, den Ball in einem mittelflachen Bogen herauszuspielen, was das Trefferfenster vergrößert. In Gegentopspinduellen, besonders gegen moderne FKE Beläge, kann aber nur das Tempo einigermaßen mitgenommen werden. Eine eigene Tempoverschärfung ist kaum möglich, selbst bei viel Körpereinsatz.

Kontrolle, Block und Rückschlag

Der große Vorteil gegenüber dem Mark V GPS liegt darin, dass der Ball tiefer in den Belag einsinkt, was mehr Kontrolle und Ballgefühl bedeutet. Im Blockspiel wirkt sich das sehr positiv aus. Obwohl das Obergummi viel Rotation annimmt, kann der passive Block zu den Stärken des Belags gezählt werden.

Im aktiven Blockspiel scheint der Butterfly Sriver FX nur mit harten Hölzern zu harmonieren.

Das Rückschlagspiel, die Eröffnung am und über dem Tisch gelingen sehr einfach und stets kontrolliert. Es kann jederzeit ein sicherer Flip oder kurze Ablage gespielt werden. Das griffige Obergummi und der weiche Schwamm harmonieren einfach bei geringer Schlaghärte optimal.

Lediglich das harte, direkte Anflippen war sehr indirekt und unkontrolliert.

Aufschlag, Schuss und Ballonabwehr

Im Aufschlagspiel kann der Ball gut geführt werden. Die Spinentwicklung ist gut, wenngleich etwas Direktheit für die komplizierten Aufschlagvarianten gefehlt hat. Es ist dafür sehr einfach, einen kurzen, soliden Aufschlag zu spielen.

Im Schussspiel hat der Butterfly Sriver FX, ähnlich wie ich übrigens, seine Schwäche. Kaum Durchschlagskraft ist vorhanden. Aus der Ballonabwehr kann sehr gefühlvoll und präzise agiert werden. Gegenangriffe sind nur in Form von Topspins möglich, welche lediglich so richtig harmlos und langsam spielbar sind.

Fazit zum Butterfly Sriver FX

Der Sriver FX ordnet sich im Spektrum der Belagklassiker im reinen Softbereich ein. Dennoch sind mehr Rotation und Tempo vorhanden, als es beispielsweise der Donic Coppa Tenero oder Joola Samba bieten können.

Wenn ich diesen Belag an jemanden empfehlen würde, dann hauptsächlich für Anfänger und Jugendliche, die noch in der Technikfindung sind. Zudem hat sich der Sriver FX als Rückhandbelag bewährt, da sehr kontrolliert angegriffen werden kann.

Der Belag ist zudem der spinnigste, reine Softklassiker. Leider ist durch das Frischklebeverbot die Power und Durchschlagskraft sehr gering.

Im Vergleich zum Yasaka Mark V GPS ist der Belag eine ganze Stufe weicher und langsamer einzuordnen. Waren der Sriver und Mark V noch nahe beieinander, so klafft zwischen den Softversionen eine größere Lücke.

Beide Softversionen sind aber, jeweils auf ihren Härtebereich bezogen, die spinnigsten und topspinstärksten Vertreter.

Butterfly Sriver FX

Butterfly Sriver FX
9.3

Spieleigenschaften

9/10

Qualität/Haltbarkeit

10/10

Preis-Leistungsverhältnis

9/10

Pros

  • Weiche Eröffnung
  • Passiver Block
  • Kontrolle und Ballgefühl
  • Einfache Spinerzeugung
  • Ideal zur Technikschulung

Cons

  • Durchschlagskraft
  • Halbdistanz
  • Zu weich für Endschläge

4 Gedanken zu “Butterfly Sriver FX – Spinniger Softklassiker mit viel Ballgefühl

  1. Spieleigenschaften

    9.40

    Qualität/Haltbarkeit

    8.90

    Preis-Leistungsverhältnis

    8.60

    Habe fast 20 Jahre Sriver FX gespielt, natürlich dick frisch geklebt auf einem ALL+ Grubba.

    Nach Jahren erfolgloser Tests habe ich bis heute noch keine Alternative finden können, die diesem Belag nah kommt. Hast Du eine Empfehlung, welcher Belag einem moderat geklebtem Sriver FX von „damals“ nah kommt?

    FX-P war meine größte Hoffung, aber das ist alles nur flummihaft.

    Beste Grüße

    Dennis

    • Hallo Dennis,

      als ehemaliger Sriver FX Spieler zu Firschklebezeiten weiß ich um dein Problem.

      Die Sache ist, dass die weichen Tensoren nicht die Durchschlagskraft besitzen, welche die frischgeklebten Softbeläge hatten.

      Daher rate ich dir zur Umstellung auf einen Medium-Belag. Mit dem Verlust des Sounds musst du einfach leben…

      Ein guter Versuch wäre der Xiom Vega Japan beispielsweise.

      Gruß,
      Marcel

  2. Hallo Marcel!

    Inwiefern sind denn Sriver und Sriver FX vergleichbar von der Schwammhärte? Angegeben sind sie ja mit 36 und 32 Shore, also rund 46 und 42 Grad. Überlege nämlich nach der Runde auf Klassiker umzusteigen.

    Kurze Informationen zu meiner Person: 19, spiele seit 8 Jahren Tischtennis und hatte noch nie einen Klassiker auf der Kelle. Anfangs auf Anraten des ersten Trainers ein Innerforce T5000 und wildeste Butterfly Belagkreationen, von 64FX bis Bryce Speed Fx.

    Dann mit 1200 Punkten circa der Wechsel zu einem größeren Verein (erste Mannschaft nun Bayernliga statt 2. Kreisliga), mit entsprechendem Trainer bin ich in den letzten 2,5 Jahren auf nun um die 1600 gekommen, Tendenz stark steigend (2. Bezirksliga Mitte zur Zeit 4:4). Bin, da ich anfangs durch den Trainer (ca. 1900, moldawische alte Schule) so trainiert wurde, extremer Vorhandspieler. Heißt, ich kann aktiv mit der Rückhand keinen Punkt machen. Blocken und Schupfen ist kein Thema, nen langen Ball mit Unterschnitt kann ich schon auch eröffnen wenns sein muss, jedoch aber nicht so, dass ich sage ich kann sicher eröffnen auf Unterschnitt, bin ja froh wenn der Ball überhaupt kommt. Vorhand natürlich das Gegenteil, sehr gute Technik, naja, eigentlich nichts was mir schwer fällt oder ich nicht könnte, gemessen an meinen Punkten.

    Materialtechnisch habe ich die letzten 2,5 Jahre nahezu alles gespielt, von All+ Carbon bis Off+ Carbon. Beläge auch komplett fast alles durch die Bank, außer so butterweiche Sachen, das hab ich nach ein paar Schlägen sofort zurück gegeben. Die Sache bei mir ist, dass ein paar Spieler aus der ersten Mannschaft und im Freundeskreis Verträge haben und mir so ihr Spielmaterial kostenlos zur Verfügung stellen. Ergo habe ich mir so gesehen keinen „eigenen“ Schläger gekauft, sondern immer wieder (schon weit bevor die Beläge verschlissen waren) einen neuen Schläger bekommen.

    Ums jetzt mal auf den Punkt zu bringen: Zur Zeit spiele ich meine Punktspiele mit einem Xiom Ignito (vergleichbar mit einem Butterfly Primorac Carbon, hab ich mir sagen lassen) und mit beidseitig Xiom Omega IV Euro in max. Was ich halt überhaupt nicht mag ist ein vibrierendes Holz sowieso sehr weiche Beläge, weil dann der Ball mit der Vorhand auf das Holz durchschlägt. Will mir jetzt endlich mal wieder einen eigenen Schläger kaufen und damit auch eine Runde durch spielen. Wenn ich mal so überlege habe ich jetzt diese Saison mit alleine 4 verschiedenen Hölzern gespielt. Dazu noch unzählige verschiedene Beläge, also mindestens 8/9 Kombinationen.

    O-Ton der Geschichte, mir ist mein Material prinzipiell erstmal wurst (spiele auch so gut wie immer 2x den selben Belag und in der selben Schwammstärke) und ich gewinne meine Spiele nicht über das Material sondern über meine (so gut wie immer) sehr saubere Vorhand. Und die kommt nach 15min einspielen mit so gut wie jedem Schläger, wenn er nicht vibriert und der Belag nicht zu weich ist, so, dass ich damit jeden B-Klasse-Spieler schlagen kann.

    Geplant ist irgendein steifes Carbon-Holz, wie zB ein Boll ALC, oder vielleicht behalte ich auch das Ignito, oder irgendein anderer Vorschlag Deinerseits 🙂 Belagtechnisch überlege ich wie gesagt Sriver FX zu spielen. Habe eine Zeit lang Andro Hexer auf dem Ignito gespielt, da war eben das Problem Off+ Holz UND relativ harte Beläge ist zu viel des Guten, kam halt fast keine Flugkurve an. Aber prinzipiell war eben das nicht so katapultige Gefühl der Hexer auch nicht unbedingt schlechter. Hab die Hexer dann auf ein Stiga OCC geklebt, da haben sich die Beläge sehr gut gespielt, jedoch vibrierte mir das Holz zu stark. Wie anfangs schon erwähnt, ich habe mit Tischtennis spielen angefangen weit nach dem Verbot des Frischklebens, jedoch reizt mich Dein Test und allgemein die Beschreibung des Srivers schon sehr.

    Ich danke Dir schonmal für Deine Meinung/Hilfe!

    Beste Grüße
    Christoph

    • Hallo Christoph,

      der Sriver liegt im Medium-Hard Bereich. Ergo 46-47,5° Schwammhärte. Der Sriver FX im Soft+ bis Medium-Soft Bereich. Also 40-42°. Genaue Umrechnung gibt es von den Japanischen Größen leider nicht bzw. diese unterscheiden sich in den genannten Bereichen.

      Denke nicht, dass du mit den Klassikern glücklich sein wirst. Dein bisher gespieltes Material ist deutlich schneller und dynamischer. Mit einem Klassiker hast du kaum noch Katapult und musst viel mehr selbst arbeiten.

      Das wichtigste ist, dass du dich beim Holz festlegen kannst. Denn daran hängt dein Spielgefühl ab. Welche Beläge darauf verklebt sind, ist ersteinmal zweitrangig.
      Bei der Vorhandseite würde ich dir zu einem Medium Belag raten. Beispielsweise dem Omega V Euro oder Tibhar Evolution EL-S. Damit hast du genügend Angriffskraft für dein Offensivspiel, hast aber auch nicht einen so extrem harten Belag.
      Bei der Rückhand rate ich dir zu einem sicheren Belag, der passiv eine gute Kontrolle bietet und trotzdem einen sicheren Topspin zulässt. Der andro Hexer Duro würde sich anbieten. Genauso kannst du auch den Omega IV Euro weiter spielen.
      Als Holz kannst du mal ein Carbonholz probieren, dass die Faserverstärkung auf dem Kernfurnier hat und nicht direkt unter dem Deckfurnier. Das Xiom Feel ZXII beispielsweise würde sich da anbieten. Dadurch hast du weiterhin die Power und keine Vibrationen. Aber zugleich etwas mehr Ballgefühl und Kontrolle. Weitere deratige Hölzer gibt es ja sehr viele. Man denke an die Innerforce Reihe von Butterfly oder dergleichen.

      Hoffe das hilft dir etwas. Wichtig ist, dass du Konstanz beim Material, hauptsächlich durch das Holz, hinein bekommst. Dann wirst du mehr Sicherheit in den Schlägen erhalten.

      Gruß,
      Marcel

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