Butterfly Tenergy 80

Alle Beläge der Tenergy-Familie bedienen verschiedene Spieleigenschaften in Ihrer Extreme. Der Butterfly Tenergy 05 den Spin und die extrem gebogene Flugkurve, der Tenergy 64 das Tempo und der Tenergy 25 Spin und Power nahe am Tisch. Mit der Erscheinung des Butterfly Tenergy 80 wurde ein Kompromissbelag zwischen dem Tenergy 05 und Tenergy 64 versprochen. Also zum ersten Mal kein Extremum, sondern eine Lösung für Spieler, die bei den anderen Tenergy Belägen bei all den Stärken etwas vermisst haben.

Spieleigenschaften des Butterfly Tenergy 80

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nach den ersten Trainingsstunden doch sehr enttäuscht war vom Tenergy 80. Der Belag kann wirklich alles, aber überhaupt nicht so richtig. Die maximal mögliche Rotation ist, wie zu erwarten, weniger als mit einem 05er. Die Topspins, aber auch die Aufschläge und Unterschnittbälle, sind weniger gefährlich. Zudem fehlt dem Belag die nötige Power, um den Gegner von der Platte zu drängen, was mit einem Tenergy 64 kein Problem darstellt.

Doch was kann man mit einem Tenergy 80 anfangen? Zunächst hatte sich das Thema Butterfly Tenergy 80 für mich erledigt. Wozu wird ein Belag benötigt, der Rotation auf ESN-Niveau bietet, weniger Katapult und Power besitzt und dazu noch 56,90€ kostet?

Der Butterfly Tenergy 80 besitzt ein Extremum, dass nach wenigen Trainingsstunden nicht sonderlich auffällt. Die enorme Sicherheit bei allen Angriffsschlägen. Die Gefährlichkeit des Tenergy 05 in Bezug auf Spin und die des Tenergy 64 in Bezug auf Tempo besitzt der Tenergy 80 nicht. Doch sinkt die Fehlerquote bei Topspins und Powertopspins enorm. Der ankommende Spin spielt kaum eine Rolle bei aktiven Schlägen. Die Schnittempfindlichkeit ist sehr gering, was es auch im passiven Spiel möglich macht gefährliche Aufschläge sicher zu retournieren. Das Obergummi unterscheidet sich nicht nur in der Noppenstruktur von anderen Tenergy Modellen, sondern auch in der Gummimischung, wodurch die, für einen Tenergy übliche, Schnittanfälligkeit kaum zur Geltung schlägt. Aufgefallen sind diese Spieleigenschaften nicht im Balleimertraining oder bei Trainingsspielen, sondern bei einem Turnier. Mein Tenergy 05 war runter, wodurch ich dem Tenergy 80 noch eine Chance gegeben habe. Es ist immer noch nicht mein Belag, da meine gefährlichen Topspins entschärft wurden. Dennoch haben die Spieleigenschaften des Butterfly Tenergy 80 mich doch sehr imponiert.

Häufig wird der Tenergy 80, durch diese Spieleigenschaften, auf der Rückhand gefunden. Dort wird oft passiver gespielt, aber durch den Butterfly Tenergy 80 können Angriffschläge, ob als Vorbereitung oder als Endschlag, in jeder Situation eingesetzt werden. Durch die geringe Schnittanfälligkeit eignet sich der Belag zudem gut für das Blockspiel und passive Returns beim Aufschlag.

Fazit

Der Butterfly Tenergy 80 ist sicherlich kein Belag, der einen vom ersten Moment an begeistert. Für typische Allrounder ist der Belag zu schnell, für Topspinspieler zu ungefährlich und für Powerspinspieler zu langsam. Im Training. Im Wettkampf, wo viele Schläge improvisiert und intuitiv geschehen ein Traum für jeden Angreifer. Und besonders für Spieler, die ihr Angriffsspiel extrem variieren. Die Quote ist dabei sehr hoch. Auch auf der Rückhand bietet der Belag sowohl gute Angriffsmöglichkeiten als auch bei passiven Schlägen mehr Sicherheit als andere Angriffsbeläge. Der Butterfly Tenergy 80 ist daher ein Belag, der positiv überrascht, allerdings erst nach einer gewissen Zeit.

 

Weitere Tenergy Beläge im Test:

Tenergy 05

Tenergy 64

Tenergy 05 FX vs. Tenergy 80 FX

 

Butterfly Tenergy 80

56,90€
8.5

Spieleigenschaften

9.0/10

Qualität/Haltbarkeit

9.1/10

Preis-Leistungsverhältnis

7.5/10

Pros

  • geringe Schnittanfälligkeit
  • alle Schlagarten möglich
  • geringe Fehlerquote

Cons

  • kein extremer Spin
  • kein extremes Tempo
  • Gefährlichkeit

13 Gedanken zu “Butterfly Tenergy 80

  1. Spieleigenschaften

    0.40

    Qualität/Haltbarkeit

    0.00

    Preis-Leistungsverhältnis

    0.00

    Hallo Marcel,
    interessanter Testbericht – wie immer von Dir 🙂
    Ich erwäge den T 80 in 2,1 auf die VH meines Primorac Off- und ihn in 1,9 auf die RH zu pappen. Erscheint Dir diese Kombi als für einen „kontrollierten Offensiver“ spielbar? VH setzte ich zum Eröffnungsschlag ein und versuche eher direkt den Punkt mit TS zu machen, RH eher Block, Schupf, Konter und bei hochstehenden Bällen einen Flip oder Schlagspin.
    Freue mich auf Deine Antwort.
    Grüße Dieter

    • Hallo Dieter,

      grundsätzlich sollte die Kombi gut zu kontrollieren sein für einen variablen Offensivspieler, vor allem durch das Holz. Dennoch gibt es leichter zu spielende Beläge, da auch die Tenergy 80 Beläge, wenn auch etwas entschärft, für das moderne Angriffsspiel ausgelegt sind.
      Wenn du dem Tenergy 80 eine Chance gibst, dann achte vor allem darauf, wie du in extremen Spielsituationen zurecht kommst.

      Gruß,

      Marcel

  2. Hallo Marcel,

    kannst du einen Belag nennen der vergleichbar mit dem T80 ist und vielleicht ein paar Euro weniger kostet ?

    Danke und Grüße
    Peter

    • Hallo Peter,

      es gibt nur wenige Beläge, die einen ähnlichen Grundgedanken verfolgen. Also einen 47,5° harten Schwamm verwenden, und dann eine Version heraus bringen, die ein weicheres Obergummi besitzt, aber nicht deswegen viel schneller ist, sondern mehr Kontrolle ins Spiel bringt.

      Interessant könnte der Xiom Omega V Pro sein. Etwas weicher als der Omega V Tour. Auch mehr Kontrolle und ausgeglichene Eigenschaften bei Angriffsschlägen.
      Mehr dann schon auf Dynamik aus und mit weichen Obergummi für den Plastikball „optimiert“ könnte auch der Fastarc P-1 eine Alternative sein. Würde diesen als Vergleichsbelag und Alternative zwischen T80 und 64 sehen, wenn man diesen irgendwie ins Schema rein bringen möchte.
      Ansonsten musst du halt nach Belägen ausschau halten, die sich durch einen weicheren Schwamm regulieren, aber dennoch viel Power, Spin und Durchschlagskraft besitzen. Aber das geht an deiner Frage vorbei 😉

      Gruß,

      Marcel

  3. Hallo Marcel,

    ich habe in anderen Foren gelesen, dass der Tenergy 80 dem Xiom Vega Japan sehr ähnlich sein soll. Kannst du dazu etwas sagen? Besitzt der Vega Japan womöglich ein größeres Spinpotential als der T80?

    Viele Grüße
    Lukas

    • Hallo Lukas,

      sehe ich eigentlich nicht so. Der Vega Japan ist schon etwas langsamer, katapultiger und weicher als der Tenergy 80. Bei der Rotation kann man sich Streiten. Der Vega Japan besitzt sehr viel Rotation, vor allem beim Eröffnungstopspin. Der Tenergy 80 dürfte aber bei den harten und schnellen Schlägen etwas mehr Potential besitzen.

      Gruß,

      Marcel

  4. Hallo Marcel,

    ich bin jetzt auf der Vorhand vom MXP auf den M1 umgestiegen. Der MXP ist ein toller Belag, allerdings gingen mir zu viele Topspins auf US ins Netz bzw. lies sich damit nicht gefühlvoll ziehen. Der M1 fühlt sich da schon deutlich angenehmer an. Erstens ist er um einiges weicher (obwohl er eigentlich die selbe Härte haben sollte) und zweitens hilft mir die höhere Flugkurve beim Ziehen auf US.

    Jetzt meine Frage, lässt sich der T80 mit dem M1 vergleichen bzw. haben sie Ähnlichkeiten? Würde sich ein Test daher lohnen?

    LG Christoph

    • Hallo Christoph,

      besser halte ich da den Tenergy 05 als Ersatz. Der T80 ist auch gut, aber nicht so giftig wie der M1 oder T05. Wenn ich dir etwas zum Testen empfehlen kann, dann den Fastarc G-1. Aber wenn du mit dem M1 gut zurecht kommst, weiß ich nicht, ob sich ein Test überhaupt lohnen wird.

      Gruß,
      Marcel

  5. Hy Marcel,

    vielen Dank für den Tipp. Ich hatte den Nittaku bis jetzt gar nicht auf der Rechnung, liest sich aber sehr interessant. Da ich neulich allerdings sehr billig an einen gebrauchten T80 eines Kollegen gekommen bin werde ich den wohl mal probieren, wenn er nichts für die VH ist dann vl für die RH. Kann mir aber gut vorstellen, dass ich den G1 nach dem T80 und einem getunten T05 probieren werde.

    Ich hätte allerdings noch eine andere Frage. Ich habe vor 5 Tagen meinen circa 3 Monate alten T05 mit 2 Schichten (24 h dazwischen) Falco Tempo Long Booster eingeschmiert, allerdings lässt der „Bauch“ noch immer auf sich warten. Man kann da höchstens von einem Bäuchlein sprechen 😉
    Was könnte ich falsch gemacht haben?

    LG und einen schönen Tag noch
    Christoph

    • Hallo Christoph,

      hast du die Klebeschicht entfernt? Mit alter Klebeschicht ist der Bauch nicht sonderlich gegeben.

      Auch ist der Falco nicht so extrem wie ein Dianchi Tuner beispielsweise.

      Wichtig ist nur, dass beim Obergummi die Noppen leicht durchschauen. Dann ist der Effekt beim Belag angekommen.
      Du kannst auch problemlos noch nachtunen. Wichtig ist nur, dass der Belag wieder flach liegen muss (bzw. fast flach), bevor dieser aufgeklebt wird. Ansonsten hast du Probleme mit der Klebehaftung.

      Gruß,
      Marcel

  6. Hy Marcel,

    Klebeschicht habe ich keine entfernt. Die war nicht wirklich zu entfernen. Da ich ihn das letzte Mal vor einem Jahr oben hatte, muss sich die Klebeschicht schon in den Belag „eingesaugt“ haben, wenn das überhaupt möglich ist. Jetzt glänzt der Schwamm schön und er ist minimal gewölbt. Die Noppen schauen noch nicht wirklich anders durch das Obergummi. Schätze ich sollte da einfach noch warten. Oder braucht es womöglich noch eine dritte Schicht?

    LG Christoph

    • Hi Christoph,

      würde sagen ja. Alte Klebeschichten lassen nicht so viel durch.

      Profitipp für das Tunen:

      Streich deinen Belag nochmals mit einer Schicht ein. Danach antrocknen lassen, bis der Tuner eingezogen ist (ca 20min). Anschließend nimmst du beispielsweise eine Belagfolie und drückst den Belag mit dem Schwamm voraus auf die Folie. Den Belag mit dem Obergummi nach oben legen, die Folie am Boden. Nun nimmst du eine verschließbare Zippertüte oder Frischhaltefolie und schließt den Belag Luftdicht ein. Dadurch können die Gase nicht entweichen und der Tuner wirkt auf den Belag komplett ein. Nach ca. 3 Tagen nimmst du den Belag wieder aus der Folie und lässt diesen auslüften, bis die Wölbung verschwunden ist.
      Dieses Verfahren spart Tuner und erhöht zugleich die Wirksamkeit 😉

      Gruß,
      Marcel

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