Donic Coppa – Der ausgeglichene Medium-Klassikerbelag

Der Donic Coppa ist das Konkurrenzprodukt zu den TOP-Klassikern anderer Tischtennismarken. Nach dem Butterfly Sriver und Yasaka Mark V ist der Belag aus dem Hause Donic wohl auch die Nummer 3 unter den beliebtesten Tischtennisbelägen, werden die letzten Jahrzehnte betrachtet.

Dabei besteht das Coppa-Franchise nicht nur aus dem einen Belag. Ähnlich wie die anderen Tischtennismarken nutzt Donic sein Zugpferd für weitere Tischtennisbeläge.

Innerhalb der Klassikerbeläge werden noch die weicheren Versionen Coppa Tagora und Coppa Tenero angeboten. Letzteren werde ich noch ausführlich testen und dazu einen Bericht im Rahmen der Klassikerwochen schreiben.

Darüber hinaus gab es einige Versuche, den bekannten Namen auch für einige Tensorbeläge zu übernehmen. Durchgesetzt haben sich die Coppa X Beläge, mit den Versionen X1 Gold, X1 Turbo Platin, X2 Platin Soft und X3 Silver.

Diese Vielfalt an Coppabelägen ruft förmlich nach einem internen Vergleichstest, den ich wohl in Zukunft auch realisieren werden.

Warum Donic Coppa im gleichen Atemzug mit Jan-Ove Waldner und Jörgen Persson genannt werden muss

Zwei der wohl größten Tischtennisspieler aller Zeiten sind die schwedischen Tischtennislegenden Jan-Ove Waldner und Jörgen Persson, die in den 80er und 90er Jahren, auch zusammen mit Mikael Appelgren, den Tischtennissport dominiert haben.

Donic schaffte es nach und nach alle schwedischen Topstars unter Vertrag zu nehmen. Der große Erfolg der Tischtennismarke Donic ist vor allem darauf zurückzuführen.

Als Gesichter und Zugpferde der Marke wurden auch unzählige Produkte entwickelt, die die Namen der schwedischen Ausnahmetalente tragen. Unter anderem sind zu nennen, das Persson Power Play, Waldner Senso Carbon oder Appelgren Allplay, sowie viele weitere Beläge, Hölzer oder Tischtennisschläger.

Das Marketing um die großen Tischtennisspieler ist bis heute sehr erfolgreich.

Als Ausrüster bietet Donic seinen Vertragsspieler stets seine TOP-Beläge an, um in Wettkämpfen erfolgreich zu spielen. Was heute Donic Bluefire oder Donic Bluestorm sind, war in den 90er Jahren Donic Coppa.

Im übrigen bleibt sich Donic treu, europäische Spitzenspieler oder ehemalige Profis für die Vermarktung ihrer Produkte einzusetzen. Dimitrij Ovtcharov ist der wohl bekannteste, aktive Vertreter. Mit Steffen „Speedy“ Fetzner hat Donic außerdem einen ehemaligen deutschen Topspieler, immerhin Doppelweltmeister 1989 an der Seite von „Mr. Tischtennis“ Jörg Rosskopf, für die Abteilung Marketing und Promotion eingestellt.

Technische Eigenschaften des Donic Coppa

Vom ersten Eindruck her wirkt der Coppa sehr hochwertig, wie ich es bei fast allen Klassiker Belägen festgestellt habe.

Das Obergummi bietet sehr viel Griffigkeit, was vergleichbar mit der des Mark V ist. Jedoch ist das Obergummi überraschend flexibel ausgelegt. Die Noppenstrukur ist etwas länger und dünner konzipiert.

Die Schwammhärte liegt im Medium-Bereich, wodurch der Belag insgesamt sehr flexibel wirkt, vor allem im Vergleich zu den harten Klassikern.

Das Gewicht des Testbelags (rot 2,1mm) lag mit Verpackung bei 81g. In ungeschnittener Form brachte das gute Stück 63g auf die Waage. Geschnitten auf mein Stiga Holz kommt der Belag auf 42g.

Getestet wurde der Coppa auf den Hölzern Stiga Allround Classic Carbon, Donic Dyjas Ultra Power und Xiom Vega Pro.

Spieleigenschaften des Donic Coppa

Vom ersten Einspielen an hatte ich eine gute Kontrolle mit dem Belag. Ich testete zuvor schon einige Klassikerbeläge, weshalb es keine Umstellungsprobleme gab.

Topspinspiel und Tensorvergleichsbelag

Die ersten Topspinschläge gelingen sehr einfach. Die Oberfläche greift den Ball gut und das flexible Anschlaggefühl bietet dabei eine gute Rückmeldung.

Auf Unterschnitt kann ein guter Spin erzeugt werden. Vergleiche ich die Ballflugkurve mit den anderen TOP-Klassikern, so wirkt diese mittelhoch und mittellang.

Besonders der weiche, langsame und mittelschnelle Topspin sind die Stärken des Donic Coppa. Durch das flexible Obergummi eignet sich der Belag perfekt für das Umwickeln des Balles mit viel Handgelenkeinsatz. Somit wohl der ideale Rückhandbelag für offensiv denkende Allrounder.

Eine besondere Stärke des Donic Coppa liegt in seinen ausgeglichenen Eigenschaften im offenen Spiel. Der Mix aus Tempo, Rotation und Kontrolle lassen wenig eigene Fehler zu und bieten stets genügend Druck für das Angriffsspiel.

Wenn ich eine parallele zu den Tensorbelägen ziehen möchte, so kommt mir der Donic Coppa ähnlich wie der Tibhar Evolution EL-S vor, der ebenfalls etwas weicher als seine Konkurrenzprodukte ausgelegt ist, aber dennoch die gleichen Möglichkeiten im Angriffsspiel bietet.

Halbdistanz und Gegenspins

In der Halbdistanz entwickelt der Coppa, ähnlich wie die anderen Klassiker, nur wenig Dynamik und Druck. Dafür kann recht einfach und fehlerverzeihend agiert werden und die Schläge sicher und sauber angebracht werden.

Beim Gegentopspin kann die gegnerische Geschwindigkeit gut mitgenommen werden, was auf das sehr griffige und rutschfeste Obergummi zurück zu führen ist.

Block, Aufschlag und Rückschlag

Im Blockspiel liegt wohl eine weitere Stärke des Belags. Bei passiven Blocks wirkt der Donic Coppa recht fehlerverzeihend und nicht extrem spinanfällig. Auch späte Blockbälle können gefühlvoll retourniert werden.

Bei aktiven Blocks funktioniert der Belag gut. Besonders in Kombination mit den schnellen Hölzern scheint der Belag den idealen Druckpunkt beim Rückhandblock zu besitzen, wodurch auf der einen Seite wenig Fehler produziert werden, auf der anderen Seite jeglicher Druck für gefährliche Blockbälle vorhanden ist.

Etwas weniger Rotation und Giftigkeit besitzt der Belag im Vergleich zum Yasaka Mark V oder Butterfly Sriver. Dies wird beim Aufschlag am deutlichsten. Da würde ich mir etwas mehr Direktheit und Giftigkeit wünschen.

Gefühlvolle Aufschläge und die Platzierungsmöglichkeiten sind jedoch auf einem hohen Niveau.

Im Rückschlagspiel zeigt der Coppa seine Stärken. Der Belag nimmt den Ball sehr gut mit, wenn nötig, bietet aber gleichzeitig eine hohe Fehlertoleranz. Das Kurz legen gelingt einwandfrei.

Die gefühlvolle Eröffnung und Bananenflips sind traumhaft einfach zu spielen. Die Gefährlichkeit ist allerdings gering. Aktive Flips und Schüsse über dem Tisch gelingen grundsolide.

Schuss und Ballonabwehr

Im Schussspiel wirkt der Belag relativ einfach und fehlerverzeihend. Den Druck der härteren Klassiker entwickelt der Coppa annähernd, aber nicht komplett.

In der Ballonabwehr hatte ich meinen Spaß mit dem Belag. Besonders mit dem schnellen Vega Pro Holz konnte ich die perfekte Länge mit den hohen Bällen spielen und hatte stets die absolute Kontrolle über das Geschehen. Gegenangriffe sind aber eher schwierig.

Fazit zum Donic Coppa

Wahrscheinlich ist der Donic Coppa der ausgeglichenste Angriffsklassikerbelag. Während der Yasaka Mark V für Powerspins, der Butterfly Sriver für das reine Spinspiel und der Tibhar Speedy Spin für die größtmögliche Dynamik stehen, zeichnet sich der Coppa durch seine Vielseitigkeit, auch im Zusammenhang mit der Kontrolle und dem Ballgefühl, aus.

Außerdem kommen die besten Schläge immer verbunden mit viel Handgelenkeinsatz zustande.

Durch diese Ausgeglichenheit scheint die parallele zum Evolution EL-S nicht verkehrt zu sein, da ebenfalls ein spinniger Medium-Belag mit guten Eigenschaften für das Nachspielen im offenen Spiel vorhanden ist. Natürlich im Bezug auf die Möglichkeiten eines Klassikerbelags.

Weiterhin ist der Coppa auch interessant, wenn ein weicherer Ersatz für die harten Klassiker gesucht wird. Besonders auf steifen, schnellen Hölzern kann ein Donic Coppa mehr Flexibilität und Dynamik bieten.

Die einzige Schwäche des Belags ist wohl, dass dieser von den absoluten Werten her keine große Stärke besitzt. Es gibt jeweils schnellere, spinnigere oder kontrolliertere Beläge. Aber alle Eigenschaften so gut vereint sind nur beim TOP-Klassiker aus dem Hause Donic vorhanden.

Ich sehe den Coppa übrigens eher auf der Rückhandseite, da dort generell weicher gespielt wird. Aber auch auch der Vorhandseite hat der Belag seine Stärken.

Vergleichsbelag war im übrigen stets der Tibhar Speedy Spin, der bei auf allen Testschlägern zusammen mit dem Coppa gespielt wurde.

Donic Coppa

34,90€
Donic Coppa
9.5

Spieleigenschaften

9/10

Qualität/Haltbarkeit

10/10

Preis-Leistungsverhältnis

9/10

Pros

  • Offenes Spiel
  • Ausgeglichen
  • Blockspiel
  • Gefühlvolle Topspins

Cons

  • Keine absoluten Stärken
  • Gefährlichkeit bei Endschlägen

10 Gedanken zu “Donic Coppa – Der ausgeglichene Medium-Klassikerbelag

  1. Hallo Marcel,

    Deine Testberichte sind wirklich top:-)!
    Du hast ja auch schon einen Test der Klassiker und der Leichtspieltensoren untereinander angekündigt.
    Ich weiß auch, dass Du viel und sehr zeitintensiv testest.

    Mich würde nun halt interessieren bzw. könntest du den Donic Coppa mit dem Nittaku Flatt Spin ( den du ja auch schon getestet hast ) als reinen kontrollierten Rückhandbelag für Schupf, Block, Konter, weiche Spins…aufgrund Deiner Tests miteinander vergleichen?
    Der Mark V ist ja um einiges härter. Tendiere daher auf einen der o.a. umzusteigen. GGf.auch auf den Xiom vega Intro.

    Danke und viele Grüße
    Volker

    • Hallo Volker,

      ein Vergleich ist schwierig. Auf der einen Seite hast den Flyatt Spin, einen sehr direkten, aber dennoch zu kontrollierbaren, modernen Japan FKE-Belag. Auf der anderen Seite einen Medium-Klassiker wie den Coppa. Hmm…
      Denke, dass wenn du vor allem aktive Blocks setzen möchtest und ein direktes Spielgefühl vorhanden sein soll, dann bist du mit dem Flyatt Spin besser aufgehoben. In Sachen Kontrolle ist der Coppa die bessere Lösung.

      Ich denke aber auch, da einen Mix aus Kontrolle und moderatem Angriffspiel suchst, dass dir der Vega Intro die besten Möglichkeiten bietet. Der Klassiker ist schon sehr langsam im Vergleich, während der Flyatt Spin eher für Härte und Präzision steht.

      Gruß,

      Marcel

  2. Hallo Marcel,

    Ein guter und interessanter Bericht, wie immer 🙂

    Wirst du zum Donic Vario auch noch einen Testbericht veröffentlichen? Als ich noch im klassischen Bereich unterwegs war, habe ich diesen Belag sehr gerne gespielt. Noch heute spielen diesen Belag einige Leute in meinem alten Verein und sind sehr zufrieden mit dem Vario & Vario Soft.

    Mich würde interessieren, inwiefern sich Vario und Coppa unterscheiden.

    Wirst du den Vario auch noch testen? 😀

  3. Hallo Marcel!
    Super Bericht. Hört sich fast wie die Beschreibung des Hexer Duro als Alles-Gut-Könner im Tensorbereich oder täuscht der Eindruck?
    Gruß und viel Spaß noch beim Testen.
    Marcus

    • Hallo Marcus,

      passt nicht ganz, da er Hexer Duro seine große Stärke mit seiner Kontrolle besitzt, während der Coppa immer noch eine Angriffsbelag ist, der aber etwas weicher und kontrollierter als seine Konkurrenzbeläge ist. Wie schon erwähnt, finde ich den EL-S als Tranfervergleichsbelag nicht schlecht.

      Ein Belag wie der Vari Spin könnte dann schon eher für einen Hexer Duro in der Hierarchie stehen 😉

      Gruß,

      Marcel

  4. Danke für den Bericht! Es macht sehr viel Spaß in deinen Berichten zu stöbern. Bei diesem finde ich besonders interessant, dass du den Evolution EL-S als moderne Tensorvariante des Coppa empfunden hast. Welcher moderne Tensorbelag wäre denn der entsprechende Pendant zum Sriver L (außer G3)?

    • Hallo Ulrich,

      so ein Vergleich ist natürlich schwierig zu machen. Es geht mehr darum, für was ein Belag steht, als dass dieser die absolut gleichen Eigenschaften hat.

      Durch seine Flugkurve und Topspineigenschaften steht der Sriver ganz klar für den Tenergy 05 😉

      Viel Spaß und Freude beim weiteren Lesen,

      Marcel

  5. Hallo Marcel,
    wieder einmal ein toller Bericht. Ich kann Dir voll zustimmen, der Coppa ist wirklich super-vielseitig und hat ein sehr gutes Ballgefühl. Vor allem können auch Schupfbälle mit viel Schnitt gespielt und auch kurz abgelegt werden. Es funktionieren auf der RH auch sehr gut die langsam angezogenen Topspins, da ist sehr viel Spin drin. Ich habe den Coppa Ewigkeiten gespielt, damals noch Banda Coppa ( der übrigens noch besser als der Donic war, ich weiss nicht was Donic da verändert hat) und überlege ernsthaft ihn wieder auf meine RH zu packen.
    Es ist schön, dass Du diese Klassiker alle testest, da kommen einige Erinnerungen hoch.
    Gruß
    Sascha

    • Hallo Sascha,

      ich danke dir 🙂

      Ja, ich werde auch ganz wehleidig, wenn ich die guten, alten Beläge durchteste. Werde wohl am Ende noch ein paar Frischkleben, einfach um der guten Zeiten willen 😀

      Gruß,

      Marcel

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