Gewo Super-Force CF

Über die letzten Wochen habe ich das Gewo Super-Force CF testen können. Es handelt sich dabei um ein typisches Carbonholz, welches aber im kontrollierteren Offensivbereich liegen soll. Es ist eines von drei Hölzern der Gewo Force Serie, welche noch das Gewo Force ARC und das Gewo X-Force VC umfasst. Letzteres teste ich momentan noch. In den nächsten Wochen kommt auch dazu noch ein Testbericht.

Technische Eigenschaften des Gewo Super-Force CF

Das Super-Force kommt mit einem typischen, ja fast schon klassischen, Aufbau eines Carbonholzes daher. Als Kernfurnier kommt Kiri zum Einsatz. Beim Außenfurnier wird Koto verwendet. Direkt darunter liegt noch eine Carbonschicht. Zwischen Kernfurnier und Carbonschicht gibt es zudem eine Akazien Sperrschicht. Demnach handelt es sich schematisch gesehen um einen 5+2 Aufbau.

Die Verarbeitung des Holzes ist einwandfrei. Es gibt da keine Außfaserungen oder ähnliches. Die Linse sitzt ebenfalls perfekt ein.

Der konkave Griff liegt gut in der Hand und fällt weder zu dünn, noch zu dick aus. Das Gewicht meines Testholzes beträgt 87g.

Spieleigenschaften des Gewo Super-Force CF

Das Super-Force CF lässt sich vom ersten Schlag an gut spielen. Das Grundtempo des Holzes liegt im oberen Geschwindigkeitsbereich, aber eher mit der Tendenz in Richtung OFF-. Das Holz wirkt zudem relativ steif, was aufgrund der, unter dem Deckfurnier liegenden, Carbonschicht nicht verwundert. Dennoch vermittelt es mehr Gefühl und einen wohlwollenderen Touch als härtere und schnellere Pendants.

Topspin, Tempo und Halbdistanzspiel

gewo-super-force-cfSo ist trotz der Geschwindigkeit eine gute Unterstützung für das Topspinspiel gegeben. Die Ballflugkurve ist flach bis mittelhoch. Für den offensiv denkenden Spieler ist das Gewo Super-Force CF deshalb auch interessant, da es neben den guten Temporeserven auch ein gewisses Maß an Ballkontrolle vermittelt. Dadurch kann neben den schnellen Endschlägen auch viel Wert auch Platzierung gelegt werden.

Der Preis der Variabilität liegt allerdings im Verlust von Power und Geschwindigkeit. Dies ist mir im besonderen im Vergleich zum Gewo X-Force VC, aber auch zu anderen Offensivhölzern, wie dem Xiom Vega Pro oder dem Butterfly Timo Boll ALC, aufgefallen. So fallen Endschläge eben harmloser aus.

Aus der Halbdistanz kann mit dem Super-Force CF gut gespielt werden. In den Topspinralleys liefert es eine annehmbare Geschwindigkeit und Stabilität. Darin ist es Vollhölzern im Vorteil, welche in manchen Spielsituation einfach mehr nachgeben und indirekter wirken.

Aufschlag, Rückschlag, Block und Schuss

Das Aufschlagspiel gelingt mit dem Gewo Super Force CF ohne Probleme. Durch das dünne Schlägerblatt (ca. 5,5-5,6mm) ist das Handling sehr einfach. Bei der Spinunterstützung liegt es im Mittelfeld, direkt zwischen Vollhölzern und den schnelleren Carbonhölzern.

gewo-super-force-cf-furniereDas Rückschlagspiel gefällt mir sehr gut. Das Holz liefert genügend Beschleunigung und Power für harte Flips. Dennoch kann auch weich, mit exakter Platzierung, agiert werden. Im Kurz-Kurz liegt eine der Stärken des Holz, da es weder unkontrolliert schnell, noch übermäßig Spinanfällig wirkt.

Für das Blockspiel kann man das Gewo Super-Force CF ebenfalls gut gebrauchen. Sowohl aktive, wie passive, Blockbälle gehen gut von der Hand. Durch die Stabiltät des Holzes ist ein konstanter Ballabsprung gewährleistet, was vor allem bei intuitiven, passiven Reaktionsbällen von großem Vorteil ist.

Im Schussspiel besitzt das Holz genügend Power, um die Gegner von der Platte zu drängen. In Kombination mit der durchwegs vernünftigen Kontrolle können so sichere, harte und platzierte Schüsse gespielt werden. In der Ballonabwehr ist das Holz auch grundsolide, da es relativ sicher wirkt und eine gute Länge, sowie überlegte Gegenangriffe, gespielt werden können.

Fazit zum Gewo Super-Force CF

Außer vom Namen her (Force Super XYZ… :-P) hat mir das Holz generell sehr gut gefallen. Es spricht dabei vor allem diejenigen Spieler an, die gerne einmal ein Carbonholz ausprobieren möchten, aber eben nicht gleich die volle Dröhnung an Härte, Power und Geschwindigkeit haben wollen.

Für sehr offensive Spieler hingegen, die bereits Carbonhölzer gewöhnt sind, wird das Gewo Super-Force CF wohl etwas zu langsam sein, da einfach der Preis für seine variablen Angriffseigenschaften die Durchschlagskraft ist.

Mit 99,90€ UVP liegt es noch im moderaten Preissegment für ein Carbonholz. Deshalb und wegen der guten Verarbeitung, sowie den genannten Spieleigenschaften, kann auch das Preis-Leistungsverhältnis als gut angesehen werden.

Gewo Super-Force CF

Gewo Super-Force CF
8.7

Tempo

9/10

Kontrolle

8/10

Spinunterstützung

9/10

Qualität/Verarbeitung

10/10

Preis-Leistungsverhältnis

9/10

Pros

  • Variabilität im Offensivspiel
  • Konstanter Ballabsprung
  • Kurz-Kurz
  • Perfektes Carbon Einstiegsholz

Cons

  • Fehlende Power gegenüber vergleichbaren Hölzern

4 Gedanken zu “Gewo Super-Force CF

  1. Hallo Marcel,
    Vielen Dank für deine Topberichte!
    Ich bin seit längerem auf der Suche nach einer Alternative meines aktuellen Holzes (Andro Super Cell Core All +)
    Kurze Frage zu diesem Holz, du schreibst, dass es relativ steif ist. Wie ist allerdings das „Anschlaggefühl“ bzw. allgemein die „Härte“?
    Bin nämlich auf der Suche nach einem harten und steifen Holz, welches jedoch nicht zu schnell ist und genug Kontrolle insbesondere für mein Tischnahes Blockspiel bietet.
    Mein aktuelles Holz ist prinzipiell genau was ich brauche, nur eventuell etwas zu „tot“ in manchen Situation (insbesondere der Topspin seit der Umstellung auf den Plastikball).
    Als Beläge habe ich ebenfalls harte Beläge (Vega Pro, aber den kennst du ja selbst gut genug )

    Hast Du mir eventuell einen Tipp für ein passendes Holz?
    Vielen Dank & Gruss
    Wolfgang

    • Hallo Wolfgang,

      von der Härte her ist es nicht allzu hart im Anschlag. Aber dennoch recht steif durch das Carbon. Zudem schon eine Ecke schneller als das Cell Core All+.
      Ein guter Versuch wäre das Temper Tech All+. Dieses ist grundsätzlich sehr steif ausgelegt, aber durch das Hinoki lebendiger und nicht derart „tot“ wie das Cell Core. Leider ist es aber allgemein ein anderes Spielgefühl mit dem Plastikball, dass kein Holz vollständig kompensieren kann.

      Gruß,
      Marcel

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: