Nittaku Flyatt Spin – Test des Japan-Bestsellers

Der Nittaku Flyatt Spin ist ein weiterer, interessanter Belag Made in Japan. So taucht dieser weit oben in den japanischen Verkaufsrankings auf.

Nachdem ich mit großer Begeisterung bereits die Fastarc Beläge G-1, C-1, P-1 und S-1 testen durfte, bin ich wiederrum gespannt, was der Belag aus dem Hause Nittaku so alles drauf hat.

Technische Eigenschaften des Nittaku Flyatt Spin

Das Obergummi des Nittaku Flyatt Spin wirkt recht matt, aber dennoch griffig. Die Noppenstruktur ist mittellang und durchschnittlich eng stehend. Insgesamt wirkt das Obergummi mittelhart.

Der harte Schwamm (47,5°) besitzt zudem eine feine, gleichmäßige Porigkeit. Durch die Spannung im Obergummi wölbt sich der Belag leicht nach innen.

Mit Verpackung wog mein Testexemplar (schwarz 2,0mm) 99g. Im ungeschnittenen Zustand waren es 70g und geschnitten (Stiga Standard Maß) 45g.

Spieleigenschaften des Nittaku Flyatt Spin

Beim Einspielen kam das direkte, japanische Spielgefühl der Belaggeneration von 2015/2016 voll zur Geltung. Ein Vergleich zu anderen Japan-Belägen wie dem Joola Samba 27 oder dem TSP Regalis Blue ist daher nicht verkehrt.

Die Katapultentwicklung des Nittaku Flyatt Spin ist demnach sehr konstant und linear. Dadurch kann der Belag sehr gut gesteuert und die Schläge nachvollziehbar dosiert werden.

Topspin und Angriffspiel

Im Spinspiel besitzt der Flyatt Spin aber auch seine Eigenheiten. So kann mit dem Belag sehr einfach eröffnet werden. Die Ballflugkurve ist höher als mit den Pendants von Joola und TSP, wenngleich etwas weniger Tempo vorhanden ist.

Der Belag eignet sich gut für ein moderates Angriffsspiel mit gelegentlichen, direkten Endschlägen. Im Vordergrund steht aber die Präzision und nicht die letzte Durchschlagskraft.

Das Rotationsniveau ist gut, wenngleich dieses im Vergleich zu anderen harten High-End-Belägen durchschnittlich ausfällt.

Beim Gegentopspin entwickelt der Nittaku Flyatt Spin eine gute Dynamik. Die Ballankopplung ist gut und für die meisten tangentialen Schläge ausreichend.

Gegenangriffe in Tischnähe sind jedoch die große Stärke des Belags. Mit einer extremen Sicherheit und Präzision werden die eigenen Angriffsbemühungen sehr einfach spielbar. Punkte werden so über die Quote erzielt.

Leider besitzt der Belag weder eine extreme Durchschlagskraft, noch eine maximale Rotation. So könnte dem technisch versierten Angreifer der Flyatt Spin zu ungefährlich sein.

Blocks und Rückschlag

Der technische Anspruch des Belags hält sich in Grenzen. Das wird vor allem im passiven Spiel deutlich. Direkte Blockbälle am Tisch sind mit dem Flyatt Spin sehr gut spielbar.

Zwar nimmt die Oberfläche auch eine gute Portion Rotation an, aber durch das moderate Tempo und dem konstant einsetzenden Katapult können Blockbälle sehr leicht gespielt werden. Daher sind ebenso passive, späte Blocks und Notschläge problemlos einsetzbar.

Die zweite große Stärke würde ich im Rückschlagspiel ausmachen. Besonders über dem Tisch erweist sich der Belag als sehr kontrolliert und stabil. Kurze Schupfbälle lassen sich als besonders einfach spielen, da der Ball nie unkontrolliert weg springt.

Flips und sichere Eröffnungsschläge können ebenso sicher gespielt werden. Die Gefährlichkeit und Giftigkeit hält sich aber in Grenzen.

Aufschlag, Schuss und Ballonabwehr

Im Aufschlagspiel erweist sich der Nittaku Flyatt Spin als ein solider Tischtennisbelag, der mit gutem Spin und sehr hoher Präzision ausgestattet ist.

Im Schussspiel ist der Belag grundsolide und mit einem guten Tempo versehen. Auch hier überwiegt das präzise Spielverhalten gegenüber der Durchschlagskraft. Aus der Ballonabwehr heraus kann variabel agiert werden.

Fazit zum Nittaku Flyatt Spin

Mit dem Flyatt Spin spricht Nittaku Tischtennisspieler an, die sich zwar einen harten Belag wünschen, aber dennoch mehr Kontrolle und Präzision in ihr Spiel bringen wollen.

Besonders in Tischnähe weist der Flyatt Spin große Stärken auf. So kann sowohl passiv, als auch aktiv sehr einfach und mit einer hohen Quote agiert werden.

Damit richtet sich der Belag an Spieler, die eher über ein geringeres Spielniveau verfügen und auch nicht übermäßig viel trainieren können. Durch die Einfachheit, Direktheit und Präzision werden eigene Schwächen gut ausgeglichen.

Dagegen sollten technisch versierte Spieler nach anspruchsvolleren Belägen ausschau halten, da der Nittaku Flyatt Spin nicht zu den schnellsten und gefährlichsten Belägen auf dem Markt zählt. Dafür hat Nittaku ja die Fastarc Belagserie im Angebot 😉

Nittaku Flyatt Spin

42,90€
Nittaku Flyatt Spin
8.7

Spieleigenschaften

9/10

Qualität/Haltbarkeit

9/10

Preis-Leistungsverhältnis

9/10

Pros

  • Präzision im Angriffspiel
  • Aktive Blocks
  • Kurz-Kurz
  • Ohne großen Trainigsaufwand kontrollierbar

Cons

  • Durchschlagskraft
  • Maximaler Spin
  • Kein High-End-Belag

9 Gedanken zu “Nittaku Flyatt Spin – Test des Japan-Bestsellers

  1. Hi Marcel,

    wo hast Du den Preis her, bei Nittaku Deutschland kostet er 34,95 und der Factive z.B. 34,90€

    Sonst guter Test wie immer 🙂

    Hoffe die Klassiker Wochen gehen bald weiter 😉

    Gruß

    Svennie

    • Hallo Sven,

      habe den Preis von meinem Shop-Partner entnommen. Werde mal nachfragen, was der Grund für die Diskrepanz ist. Vielleicht einfach ein schlechter Einkaufspreis…

      Die Klassiker Wochen gehen bald weiter. Besser gesagt sind diese die ganze Zeit über voll am Laufen gewesen. Es war/ist doch eine Mammutaufgabe, die ich mir da gestellt habe 😀

      Gruß,

      Marcel

      • Hi Marcel,

        danke für die Antwort. Das kann natürlich sein, die Menge macht den Preis…
        Klar das kann ich mir gut vorstellen, bei der riesigen Menge an Klassikern kommt schon was zusammen… Außerdem soll ja auch die Qualität Deines Tests wie immer stimmen, daher lass Dir die Zeit die Du brauchst!

        Weiter so

  2. Moin Marcel,
    wieder ein sehr informativer Testbeitrag von Dir – Danke dafür 🙂
    Ist Dein Testbelag für „den freien Markt“ verfügbar? Ich habe Interesse…!
    Grüße Dieter

  3. Hi Marcel,
    testest Du den Nittaku Factive auch noch?

    Kannst Du den Flyatt Spin mit den „alten“ Flyatt (soft/hard) vergleichen???

    Danke vorab 🙂

    • Hi Sven,

      den Factive teste ich noch, aber kann noch nicht sagen wann.

      Um einen Vergleich zu machen, muss ich die alten Flyatts noch testen. Habe ich noch gar keine Erfahrungen gemacht. Habe ich jedenfalls notiert 😉

      Gruß,

      Marcel

  4. Hallo Marcel,
    danke für den gelungenen Test.
    Kannst du für mich bitte den Flyatt Spin mit dem Bty Rozena vergleichen.
    Vor allem der Ballabsprung und die Härte wären für mich interessant.

    Vielen Dank schon mal im Vorraus.

    Mfg,
    Michael

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: