Stiga Mantra M

Der Stiga Mantra M ist bereits die zweite Version der neuen Belagreihe, die ich testen durfte. Zuvor hat mich schon das Kraftpaket Stiga Mantra H überzeugen können.

Als Teil einer Belagserie erwarte ich ein ähnliches, direktes Spielgefühl zu seinem härteren Pendant. Was aber auch klar sein muss, ein Medium-Belag ist immer etwas langsamer. Mal schauen, ob mich das Konzept ebenfalls in diesem Härtebereich überzeugt.

Technische Eigenschaften zum Stiga Mantra M

Das verwendete Obergummi ist wohl bei allen Mantra Belägen identisch. Das matte Obergummi und die unscheinbare Griffigkeit des Belags werden deutlich. Ich musste aber schon oft feststellen, dass es lediglich darauf ankommt, dass die Ankopplung zum Ball optimal verläuft. Und das war beim Mantra H durchaus sehr gut.

Der japanische, feinporige Schwamm ist in der M-Version etwas elastischer. Dadurch wird der Ball tiefer in den Belag einsinken.

Die Verklebungstechnik habe ich ja schon angesprochen. Das Lösen des Obergummis vom Schwamm ist einfacher als bei so vielen anderen Belägen. Ich konnte aber keine Qualitätsmängel bei meinen Tests feststellen.

Mein Exemplar des Stiga Mantra M (schwarz 2,1mm) hatte ein Gewicht mit Verpackung von 99g. Im ungeschnittenen Zustand brachte der Belag 65g auf die Waage. Nach Abzug des Belagrestes bleiben noch 45g in geschnittener Form übrig (Stiga-Standard-Maß).

Spieleigenschaften des Stiga Mantra M

Das japanische Spielgefühl ist bei dieser Belagserie sehr ausgeprägt. Es unterscheidet sich hinsichtlich der Tensorbeläge hauptsächlich im Katapultverhalten, wie und wann dieser einsetzt. Dabei wirkt der Katapult der Mantras linearer und konstanter einsetzend. Das gefällt mir vor allem im geradlinigen Spiel beim Konter, Block und Schuss.

Topspinspiel und Halbdistanzspiel

Die Eröffnungstopspins auf schnittlose Bälle und auch auf Unterschnitt können mit einem hohen Tempo und viel Spin gestaltet werden. Der Stiga Mantra M wirkt dabei sehr variabel und nicht so stark eindimensional wie sein härteres Pendant.

Dadurch können auch weiche Topspins effektiv angebracht werden. Verloren geht natürlich etwas Power und Druck am Tisch. Insgesamt kann dennoch schnell und durchschlagskräftig agiert werden.

Mehr Variabilität tut auch für das Halbdistanzspiel gut. Der erhöhte Katapult und das weichere Spielgefühl geben mehr Unterstützung und verzeihen mehr Fehler. Dadurch ist die Quote beim Gegentopspin deutlich höher. Mit dem Stiga Mantra M wurde also eine Lösung entwickelt, die das Angriffsspiel aus allen Positionen unterstützt.

Der Nachteil einer solchen Variabilität kann anhand der Endgeschwindigkeit und in den Spinspitzen objektiv bemerkt werden. Doch die meisten Tischtennisspieler, besonders diejenigen mit einem niedrigeren Trainingspensum, profitieren von den reduzierten Maximalwerten.

Block und passives Spiel

Im Blockspiel und im passiven Spiel allgemein wird dies besonders deutlich. Ich finde das Wort intuitiv trifft es am besten. Während ich mit dem Mantra H mich stets gezwungen fühlte, schnell, hart und direkt zu agieren, kann mit dem Mantra M natürlicher gespielt werden.

Der passive Block ist das beste Beispiel dafür. Ich hatte den Eindruck, dass die Geschwindigkeit immer im kontrollierbaren Bereich liegt. Durch den vorhandenen, aber linearen Katapult kann sich gut auf die Topspins des Gegners eingestellt werden. Aber auch aktive Blocks und Spinblocks sind mit genügend Druck und Rotation spielbar.

Aufschlag, Rückschlag, Schuss

Im Aufschlagspiel müssen fast keine Abstriche gemacht werden, da hauptsächlich das Obergummi des Mantra M zur Wirkung kommt. Die Platzierung gelingt einfach und präzise.

Im Rückschlagspiel nimmt der Belag eher wenig Spin an. Dadurch ist die Fehlerquote gering. Es können alle Schlagtechniken, wie z.B. der Bananenflip, problemlos gespielt werden. Das Tempo ist mittel bis hoch. Einzig etwas mehr Power wäre bei aktiven Eröffnungen wünschenswert. Das ist aber jammern auf hohem Niveau.

Im Schussspiel bleibt die grundsätzliche Charakteristik des Mantra H auch beim Mantra M erhalten. Es kann gut Druck aufgebaut werden, mit etwas mehr Ballgefühl und Kontrolle versehen. Dies hilft auch in der Ballonabwehr weiter weg vom Tisch. Insgesamt kann hier sehr variabel agiert werden. Für Gegenangriffe ist genügend Power vorhanden.

Fazit zum Stiga Mantra M

Ich persönlich konnte mit dem Stiga Mantra M mehr anfangen, als mit dem Mantra H. Dies fängt bei Kleinigkeiten an, wie dem Ballgefühl, und hört bei deutlicheren Dingen, wie dem Spiel aus der Halbdistanz oder dem passiven Blockspiel, auf.

Daher muss ich das Fazit ziehen, dass der Mantra M der bessere von beiden Belägen ist, wenn alle Spieleigenschaften berücksichtigt werden.

Insgesamt ist der Eindruck gegenüber den Tensorbelägen positiv, wurde in Sachen Rotation endlich aufgeholt. Das Katapultgefühl ist gewöhnungsbedürftig, da sich die meisten Tischtennisspieler an die ESN Beläge gewöhnt haben. Wer aber lieber einen guten Japanbelag spielen möchte, der im Medium-Bereich liegt, der wird mit dem Mantra M glücklich.

Darüber hinaus ist der Belag für variable Topspinspieler zu empfehlen. Auch auf der Rückhandseite ist dieser, bedingt durch die guten Spieleigenschaften im passiven Bereich, eine Überlegung wert.

Stiga Mantra M

49,90
Stiga Mantra M
8.83333333333

Spieleigenschaften

9/10

    Qualität/Haltbarkeit

    9/10

      Preis-Leistungsverhältnis

      9/10

        Pros

        • Variabilität
        • Lineare Katapultwirkung
        • Passives Spiel
        • Fehlerverzeihend

        Cons

        • Letzte Durchschlagskraft

        4 Gedanken zu “Stiga Mantra M

        1. Hallo Marcel,
          wie würdest Du den Mantra M im Vergleich zum Rakza 7 sehen ? Wäre der evtl. eine etwas weichere Alternative ? Ich spiele eher in Tischnähe und nur wenn es sich nicht vermeiden läßt etwas weiter hinten.
          Da ich eigentlich gerne mit japanischen Belägen spiele, würde mich Deine Einschätzung interessieren. Als weitere Alternative hab ich noch den Regalis Red ins Auge gefasst (nach Deinem tollen Testbericht).
          Als Holz spiele ich das Waldner off, welches schon ein wenig schwingt. Ich überlege aufgrund meines geringer gewordenen Trainingspensums ( 1x Woche ) einen etwas weicheren und nicht ganz so katapultigen Belag zu spielen.

          • Hallo Sascha,

            wenn dir japanische Beläge zusagen und du nach einer weicheren Alternative suchst, dann spricht nichts gegen einen Test.
            Und da der Mantra M auch gut im tischnahen Spiel funktioniert, sollte das dir entgegen kommen.
            Den Regalis Red würde ich eher als Alternative zum Rakza Soft sehen. Eher Medium-Soft und mehr auf Kontrolle ausgelegt, als zb. der Mantra M.

            Viele Grüße,

            Marcel

        2. Hallo Marcel,
          Könntest Du den Mantra M mal mit dem Genesis S vergleichen.
          Der Schwamm soll ja bei beiden Belägen ca. 45 Grad betragen.
          Aber sieht mit dem OG aus? Das Mantra OG ist relativ weich, wie verhält es sich im Vergleich zum OG des Genesis S ? Wie unterscheiden sich die beiden Beläge gefühlt in der Gesamthärte? Welcher ist Deiner Meinung nach spinfreudiger? Gibt es Gemeinsamkeiten bei diesen beiden Stiga Belägen? Worin liegt der entscheidende Unterschied?
          Gruß
          Mathias

          • Hallo Mathias,

            die Gemeinsamkeit der beiden Beläge liegt darin, dass diese eine ähnliche Endgeschwindigkeit aufweisen.

            Das Obergummi der Genesis Beläge ist härter und die Oberfläche ist leicht klebrig. Spielerisch erzeugt der Genesis S dann eher eine flache Ballflugkurve und kaum Dynamik aus der Halbdistanz.

            Der Mantra M hingegen besitzt eine klare Katapultwirkung und ist im Angriffsspiel sehr variabel.

            Spinfreudig sind beide Beläge, nur kann mit dem Genesis S nicht so variabel agiert werden. Für den reinen Topspinspieler ist der Mantra M besser geeignet, wohingegen schnelle Topspins in tischnähe mit dem Genesis S besser zu spielen sind.

            Auch kommt es darauf an, ob du ein typisch japanisches Spielgefühl haben möchtest mit dem Mantra M, oder ob du gerne moderne China-Japan-Hybriden magst.

            Gruß,

            Marcel

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