Tibhar Speedy Spin

Tibhar Speedy Spin – Klassiker mit maximalem Tempo und Dynamik

Der Tibhar Speedy Spin stellt neben den bekannten Klassikern Yasaka Mark V, Butterfly Sriver oder Donic Coppa eine weitere Variante für das klassische Angriffspiel dar.

Ich selbst habe so einige Erfahrungen mit dem Tibhar Speedy Spin sammeln dürfen. Bei uns im Landkreis gibt es einen Spieler, der seit Jahren auf diesen Belag schwört. Schon zu Frischklebezeiten war dieser beidseitig und ungeklebt auf seinem Schläger zu finden.

Und dennoch konnte er viel Druck und Rotation mit dem Klassiker aus dem Hause Tibhar erzeugen. Durch seinen extrem guten Armzug und seiner Physis (auch ein langjähriger Tennisspieler) schlagen seine schnellen Topspinschläge auf deiner Plattenseite wie am Fließband ein.

Ich habe mich immer gefragt, wie das mit einem ungeklebten Klassiker möglich ist.

Nachdem ich nun den Tibhar Speedy Spin ausführlich testen konnte, ist mir so einiges klarer geworden. Natürlich gibt der Belag nicht die Möglichkeiten eines Tibhar Evolution MX-P oder Tibhar Aurus Prime her. Aber dennoch hat mich der Speedy Spin beeindruckt.

Im übrigen gab es eigentlich eine weichere Variante mit dem Tibhar Speedy Spin FX Premium. Leider war diese im Rahmen meiner Klassikertests nicht verfügbar und wohl endgültig ausverkauft bei Tibhar. Eigentlich schade.

Technische Eigenschaften des Tibhar Speedy Spin

Die Gesamtkomposition des Belags ist sehr interessant. Das Obergummi wirkt relativ matt und nicht so griffig, wie beispielsweise beim Mark V. Außerdem ist das Obergummi relativ weich ausgelegt.

Kombiniert ist die weiche Belagoberfläche mit einem harten Schwamm, welcher dem des Mark V sehr ähnelt. Dieses Konzept ist ja bei modernen FKE Belägen häufiger anzutreffen. Unter anderem bei Belägen wie dem Butterfly Tenergy 64, Xiom Vega Asia oder Nittaku Fastarc P-1.

Das gibt den ersten Aufschluss über die zu erwarteten Spieleigenschaften.

Das Gewicht meines Testexemplars (rot 2,1mm) war mit Verpackung 91g. Der ungeschnittene Belag kam dabei auf 64g, während dieser geschnitten auf mein Butterfly Holz 44g auf die Waage brachte.

Getestet wurde der Belag auf einem Primorac, dem Xiom Vega Pro Holz und dem Tibhar Illusion Killer.

Spieleigenschaften des Tibhar Speedy Spin

Beim Einkontern wird schnell klar, dass der Belag kein langsamer vertreter unter den Klassikern ist. Das weiche Obergummi ist bei direkten Konterschlägen kaum spürbar, sondern es herrscht ein sehr hartes, ganz leicht katapultiges, Spielgefühl vor.

Topspin, Technik und Dynamik

Die ersten Topspins gaben mir allerdings Rätsel auf. Die weichen, nach oben gezogenen Spinbälle hatten sehr wenig Tempo und Rotation. Das Obergummi greift den Ball zwar gut und nimmt diesen mit, aber das Rotationsniveau ist vergleichsweise gering, wenn ich mit meiner normale Technik spiele.

In der zweiten Trainingseinheit habe ich deshalb etwas umstellen müssen. Nach langem nachdenken entschloss ich mich, meinem Topspin untypisch, bei weichen Schlägen extrem viel Handgelenk einzusetzen. Und das klappete hervorragend.

Bedingt durch das weiche Obergummi kann der Ball sehr gut umwickelt werden. Je nachdem wie viel Druck dann auf den Ball durch den Schwamm kommt, kann das Tempo dabei gut dosiert werden.

Bei schnellen Angriffsschlägen und harten Eröffnungsspins explodiert der Tibhar Speedy Spin förmlich. Es kann eine, für Klassiker untypisch hohe, Geschwindigkeit und Dynamik erzeugt werden. Die Ballflugkurve ist im allgemeinen sehr flach. Dennoch besitzen speziell die schnellen Spinbälle sehr viel Rotation.

Halbdistanz, Ballflugkurve und Beinarbeit

Nicht nur am Tisch wirkt sich das positiv aus. Auch aus der Halbdistanz kann, vor allem in Verbindung mit schnellen Hölzern (in meinem Fall Vega Pro und Illusion Killer), ein guter Druck und Power erzeugt werden. Natürlich muss auch mit dem Speedy Spin etwas mehr eigener Armzug und Körpereinsatz vorhanden sein, um diese Power zu aktivieren. Die Unterschiede zu den modernen FKE Belägen sind hierbei vergleichsweise gering.

Der Nachteil mit dem Speedy Spin ist die flache Ballflugkurve, wenn die Stellung zum Ball schlechter ist und zugleich keine Zeit bleibt, um den Ball mit dem Handgelenk zu umwickeln. Solche Schläge sind dann sehr harmlos und fehleranfällig.

Daher ist es immer wichtig, gut auf den Beinen zu sein, die Stellung zum Ball optimal zu halten und mit dem Handgelenk bei weichen Schlägen zu arbeiten.

Block und Rückschlag

Im passiven Spiel, besonders beim Blocken, funktioniert der Speedy Spin optimal. Die flache Ballflugkurve, die geringe Spinanfälligkeit des Obergummis und der harte Schwamm sind die ideale Kombination im Blockspiel. Bei weichen, gefühlvollen Blockbällen scheint das Obergummi die Bälle abzufedern, ehe der Schwamm den Ball gut nach vorne katapultiert.

Im aktiven Block kann sehr viel Tempo und Druck auf den Ball gebracht werden, wodurch die Gegner wenig Zeit haben, ihre Angriffsschläge anzubringen.

Das Rückschlagspiel funktioniert der Belag ebenso gut. Kurzes Legen und das Platzierungsspiel gelingen mühelos. Die Aufschlagannahme ist durch die geringe Schnittanfälligkeit sehr einfach.

Harte Flips über dem Tisch sind eine weitere Stärke des Tibhar Speedy Spin. Mehr Kurve würde ich mir allerdings bei meinen Bananenflips wünschen. Die Schnittentwicklung ist dabei zwar ok, aber nicht die beste.

Aufschlag, Schuss und Ballonabwehr

In den Aufschlag kann eine gute Rotation gelegt werden. Das Obergummi ist allerdings nicht so spinfreudig wie beim Yasaka Mark V, Butterfly Sriver oder Donic Coppa. Die Platzierung ist gut. Positiv ist auch, dass Unterschnittaufschläge extrem flach gehalten werden können. Besonders die modernen „Plastikballbuffer“ hatten ihre Schwierigkeiten gegen mich, als ich den Speedy Spin drauf hatte. Das muss einfach festgehalten werden 😉

Im Schussspiel ist der Tibhar Speedy Spin zu Hause. Es kann sehr viel Tempo erzeugt werden. Die Präzision ist ebenfalls gut. Aus der Ballonabwehr wirkt der Belag etwas gefühlvoller, als es beispielsweise der Mark V ist. Im Gegensatz zu den meisten anderen Klassikern kann auch aus der Tischferne heraus Druck aufgebaut werden, um sich aus der Umklammerung zu befreien.

Fazit zum Tibhar Speedy Spin

Der Belag hat mich zu anfang wirklich vor einige Rätsel gestellt. Das liegt daran, dass dieser nur unter gewissen Bedingungen sein Potential entfalten kann. Was der Speedy Spin aber dann zu liefern im Stande ist, hat mich beeindruckt.

Bei harten Endschlägen und schnellen Topspins aller Art ist der Belag am besten zu gebrauchen. Auch aus der Halbdistanz kann eben sehr viel Druck aufgebaut werden. Wer dazu noch eine flache Ballflugkurve braucht, wird den Belag lieben.

Bei weichen Schlägen erfordert der Speedy Spin jedoch auch die Fähigkeit, den Ball mit dem Handgelenk zu umwickeln, da ansonsten zu viele Fehler und harmlose Bälle die Folge sind. Das und eine gute Beinarbeit, sowie optimale Stellung zum Ball sind die Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches Spielen mit dem Belag.

Daher empfehle ich den Belag für physisch starke, tempoorientierte Angreifer, die aus allen Lagen Tempo machen wollen, aber mehr Rückmeldung und ein direkteres Spielgefühl brauchen, als es die modernen Beläge bieten können.

Tibhar Speedy Spin

35,90€
Tibhar Speedy Spin
93.6666666667

Spieleigenschaften

9/10

    Qualität/Haltbarkeit

    10/10

      Preis-Leistungsverhältnis

      9/10

        Pros

        • Schnelle Topspins
        • Auch Power in Halbdistanz
        • Schnelle, flache Blocks
        • Wenig Spinanfällig
        • Allgemeine Power und Dynamik

        Cons

        • Weiche Spinbälle schwierig
        • Physis und Stellung zu Ball erforderlich
        • Anspruchsvoll
        • Notschläge

        4 Gedanken zu “Tibhar Speedy Spin – Klassiker mit maximalem Tempo und Dynamik

        1. Super, deine Klassikertests! Vor allem, weil es trotz der modernen Spin-, Tempo- und Katapultmonster immer noch viele Klassikerfans gibt. Weitere Testvorschläge (-wünsche): Donic Vario, Stiga Mendo und Tibhar Rapid.

          • Vielen Dank, Ulrich 😉

            Genau. Und zumindest hat jeder mal mit den Klassikern angefangen.

            Rapid und Vario habe ich getestet / sind im Test. Beim Mendo habe ich nur die Softvariante, den Mendo Energy da und werde für den großen Klassikertest auch nur diesen testen. Vielleicht schiebe ich den Mendo danach noch irgendwie ein.

            Gruß,

            Marcel

        2. Hallo Marcel,

          wieder mal ein super Test von Dir:-)!

          Mich würde nun aber vor allem die andere Variante, der Tiphar Vari Spin interessieren. Testest Du diesen auch noch als Klassiker? Könntest Du ansonsten kurz etwas zum Vari Spin vor allem im Vergleich zum Donic Coppa als Rückhandbelag sagen?

          Vielen Dank!
          Volker

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