Tibhar Vari Spin – Vielseitiger Alleskönner unter den Belagklassikern

Der Tibhar Vari Spin ist seit Jahren einer der beliebtesten Allround-Klassikerbeläge auf dem Markt. Beschrieben wird dieser als Alleskönner und vielseitiger Belag, der jede Menge Kontrolle ins Spiel bringt.

Nachdem ich den Tibhar Speedy Spin testen konnte und momentan auch den Tibhar Rapid, sowie Rapid Soft im Test habe, stellt der Vari Spin wohl eine gute Mittellösung zwischen den harten und weichen Klassikern dar.

Ich habe viele praktische Erfahrungen mit diesem Belag bereits machen können. Oder besser gesagt bei meinen Jugendlichen beobachten können. Daher waren mir die folgenden Testeindrücke nicht neu.

Technische Eigenschaften des Tibhar Vari Spin

Zunächst einmal möchte ich aber meine objektiven Eindrücke vom Belag zusammenfassen.

Das Obergummi des Tibhar Vari Spin ist extrem griffig, auf der Vorstufe zu klebrig. Weiterhin ist dieses sehr straff und kompakt.

Dagegen ist der Schwamm im Medium-Soft Bereich einzuordnen. Beim Drucktest wirkt der Belag aber härter als vermutet.

Das Gewicht kann sich auch sehen lassen. Mit Verpackung bringt mein Testexemplar (rot 2,0mm) 84g auf die Waage. Ausgepackt macht das 57g. Geschnitten auf mein Stiga Allround Classic Carbon waren es lediglich 37g! Damit gehört der Belag zu den leichtesten Tischtennisbelägen auf dem Markt.

Spieleigenschaften des Tibhar Vari Spin

Das Einkontern geht mit dem Vari Spin sehr einfach und kontrolliert. Das Grundtempo ist sehr niedrig. Zudem besitzt der Belag nahezu keinen Katapult.

Es ist fast so, als würde das Obergummi den ankommenden Ball abbremsen und die kinetische Energie absorbieren, wohingegen eigene Schlagbewegungen den Ball auch beschleunigen können.

Topspin

Die Eröffnungsspins gelingen einwandfrei und sehr einfach. Der Tibhar Vari Spin unterstützt hierbei sehr lange, langsame und nach oben gezogene Bewegungen. Ein schneller Armzug ist demnach nicht erforderlich.

Dennoch kann, trotz des geringen Grundtempos, durch eigenem Armzug und Körpereinsatz auch sehr hart nach vorne gespielt werden. Zwar erreicht der Belag nur ein mitteleres Tempo, ist aber aufgrund der guten Rotation dennoch gefährlich.

Die Eröffnung auf Unterschnitt gehört zur Paradedisziplin des Belags. Ich kenne keinen Klassiker, der eine so gute Kontrolle und Rotation auch noch mit einem annehmbaren Tempo vereint.

Die Abwehrklassiker um Butterfly Tackiness C, Tackiness D oder Sauer & Tröger Secret Flow Chop weisen dabei kaum Geschwindigkeit auf, wohingegen Kontrolle und Rotation natürlich gegeben sind.

Halbdistanz und Aufschlagannahme

In der Halbdistanz muss sehr viel gegen den Ball gearbeitet werden. Gegentopspins gelingen trotzdem überraschend gut. Auch hierbei ist ein annehmbarer Gegenspin mit einer längeren Schlagbewegung spielbar.

Dennoch empfehle ich ein tischnahes, spinreiches und variables Spiel, da es die vollen Stärken des Belags zur Geltung bringt.

Die Aufschlagannahme ist eine der Stärken des Tibhar Vari Spin. Der gegnerische Spin wird gut absorbiert, obwohl der Belag relativ viel Schnitt annimmt.

Besonders die Unterschnittbälle sind gefährlich und exakt spielbar. An diese Giftigkeit kommen sonst nur die Kontrollklassiker oder extrem griffige Chinabeläge heran.

Aber auch der Flip über dem Tisch kann mit einem guten Spin gespielt werden. Dabei gelingt ein guter Mix aus den weichen Bananenflips und den harten, direkten Flipbällen.

Aufschlag und Block

Der Aufschlag wirkt ebenfalls sehr spinnig und gefährlich. Meine anspruchsvollen Aufschlagtechniken sind mit dem Vari Spin gut spielbar. Zudem ist es möglich, den Aufschlag besonders flach und kurz zu halten.

Im Blockspiel muss etwas aktiver in den Ball gegangen werden. Rein passive Blockbälle werden zwar gut durch den Belag absorbiert, aber die Schläge sind dabei einfach etwas zu hoch und harmlos.

Bei aktiven Pressblocks scheint der Belag optimal zu funktionieren. Die Kontrolle ist bei allen Blockbällen überragend.

Schuss, Abwehr, Ballonabwehr

Im Schussspiel fehlt dem Belag etwas die Dynamik und Geschwindigkeit. Die Platzierungsmöglichkeiten und Spinschüsse sind wiederrum sehr gut umsetzbar.

In der Ballonabwehr überzeugte der Tibhar Vari Spin vor allem im Wechsel zwischen Ober- und Unterspin. Damit konnte ich meine Gegner fast zur Verzweiflung bringen, während meine Fehlerquote extrem gering war.

Die reine Ballonabwehr ist mit dem Belag zu ungefährlich, da schnell erkannt wird, dass die Länge im Schlag oftmals unzureichend ist. Gegenangriffe sind extrem harmlos, aber unter viel Körpereinsatz möglich.

Abwehrspieler werden auch Freude an diesem Belag haben. Ich konnte sehr viel Unterschnitt aus der langen Abwehr erzeugen und hatte stets die absolute Kontrolle über das Geschehen. Am Tisch sind Störangriffe durch die Variabilität des Belags absolut möglich.

Fazit zum Tibhar Vari Spin

Mit dem Tibhar Vari Spin ist ein Klassikerbelag auf dem Markt, der Kontrolle, Geschwindigkeit und Rotation in Einklang bringt. Normalerweise fehlt zumindest immer eine dieser Eigenschaften.

Damit kann der Tibhar Vari Spin als Alleskönner unter den Klassikerbelägen gesehen werden und erinnert stark an sein Tensorpendant, den andro Hexer Duro.

Ich empfehle diesen Belag für Spieler, die einen perfekten Mix aus Rotation und Kontrolle suchen, aber daneben auch noch eine gute Geschwindigkeit haben möchten. Denn darin ist der Vari Spin den Kontrollklassikern oder traditionellen Chinabelägen überlegen.

Zudem wird eine eher längere Topspinbewegung unterstützt, wobei auch harte, kurze Bewegungen möglich sind.

Ich habe den Belag immer Jugendlichen gegeben, die schon über die grundsätzliche Technik verfügten, aber einfach noch mehr Armzug und Stabilität entwickeln mussten.

Tibhar Vari Spin

29,90€
Tibhar Vari Spin
9.2

Spieleigenschaften

9/10

Qualität/Haltbarkeit

10/10

Preis-Leistungsverhältnis

9/10

Pros

  • Giftiger Unterschnitt
  • Eröffnungsspin
  • Vereint Rotation, Kontrolle und Tempo
  • Extrem sicher und kontrolliert

Cons

  • Kaum Katapult und Dynamik
  • Nimmt viel Schnitt an
  • Zu langsam im Schussspiel

8 Gedanken zu “Tibhar Vari Spin – Vielseitiger Alleskönner unter den Belagklassikern

  1. Hallo,

    überlege mir einen kontrollierten Klassiker auf die VH zu packen. Bisher habe ich den Ventus Spin in 1,8mm. Zur Wahl stehen für mich der Coppa Tenero, der Vari Spin und der Mark V Gps zur Wahl. Blocke viel und ziehe sehr spinnige Topspins. Welcher ist da geeignet? Dann in Max oder?

    Viele Grüße

    • Hallo Johannes,

      denke, dass der Coppa Tenero oder Mark V GPS dafür gut geeignet sind. Mit dem Vari Spin muss schon sehr viel defensiver agiert werden.

      Bedenke aber, dass die Klassiker natürlich weniger Spin machen als dein Ventus Spin.

      Ja 2,1mm oder Max. wäre schon gut, um den Verlust an Tempo und Dynamik etwas aufzufangen.

      Gruß,

      Marcel

  2. Hallo tt89player,

    ich möchte mich mal herzlich bedanken für diesen tollen Blog, der mir als Wiedereinsteiger (20 Jahre Pause!) vor allem durch die Rezensionen über das umfangreiche Werkzeug dieser Zunft sehr hilfreich ist. Dies betrifft im ganz Besonderen die Beschreibung der Unterschiede (und Gemeinsamkeiten) der klassischen und neuen Beläge. Vielen Dank dafür!

    In diesem Sinne fände ich noch einen Test des Donic Vario und seines weichen Bruders sehr hilfreich.

    • Hallo Matze,

      danke dir 🙂

      Der Vario ist der nächste Bericht, den ich veröffentlichen werde. Ist schon fast fertig geschrieben. Sollte bereits gestern erscheinen, was aber aufgrund von verschiedenen Umständen noch nicht geklappt hat. Wahrscheinlich heute Abend dann 😉

      Gruß,
      Marcel

    • Hi Sergey,

      it´s not easy to compare these three rubbers.

      Xiom Vega Intro is not a classic rubber. It has a moderate Tensor-Effect. Plays like a one layer speedglued medium rubber.

      Xiom Musa is a little faster and harder than Tibhar Vari Spin. But the topsheet of Vari Spin is grippier and produces more spin. Especially when choping the ball. With Vari Spin, you have the best control.

      Best regards,
      Marcel

  3. Thank you, Marcel

    I play with classic rubber on BH (LKT Pro XP 2.0), because tensors are very fast. On FH Vega pro , Japan. Blade pg7. And I want to try new classic rubber on BH.
    What do you think, how will be Mark V GPS or Tibhar Vari Spin comparing to Lkt pro xp (speed, spin, arc).

    Thank you, Sergey

    • Hi Sergey,

      I would recommend Tibhar Vari Spin as an upgrade to your LKT rubber. Vari Spin is a little harder, but also very grippy and not too fast, though faster than LKT Pro XP. The arc is a little higher, but all classic rubbers don´t have a really high arc. Both rubbers produce a good amount of spin when brushing the ball.

      Best regards,
      Marcel

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