TSP Regalis Blue

Nach dem Test des TSP Regalis Red, welcher sehr positiv ausgefallen ist, habe ich mir natürlich auch den härter ausgelegten TSP Regalis Blue angeschaut. Laut der Beschreibung des Herstellers soll der Regalis Blue hauptsächlich für das tischnahe Spiel geeignet sein. Versprochen wird ein direktes Spielgefühl und ein sehr hohes Spinpotential, besonders bei hart getroffenen Angriffsschlägen. Darauf werde ich in meinem Testbericht besonders eingehen.

Technische Eigenschaften des TSP Regalis Blue

TSP Regalis Blue NoppenstrukturAuffällig war schon beim Drucktest, dass nicht nur der Schwamm des TSP Regalis Blue, sondern auch dessen Obergummi härter wirkt als bei der weicheren Version. Die Oberfläche selbst ist identisch und genauso griffig wie die des Regalis Red, wohingegen die Noppenstrukur kürzer und breiter ausgelegt ist. Auch beim Gewicht sind große Unterschiede feststellbar. Mit Verpackung wiegt mein Exemplar (sw 2,0mm) 96g, ungeschnitten 69g und geschnitten 48g. Also voll im Trend der schweren Angriffsbeläge.

Spieleigenschaften des TSP Regalis Blue

Gleich beim Einkontern konnte ich das direkte Spielgefühl bestätigen. Der Belag ist zudem sehr hart und besitzt wenig eigenen Katapult. Dadurch kann, bei einer guten Technik und frühem Balltreffpunkt, sehr exakt und präzise gespielt werden. Das ist wohl auch die große Stärke des TSP Regalis Blue.

TSP Regalis Blue ObergummiBei den ersten Topspins nahe am Tisch konnte ich sehr viel Tempo auf die Platte bringen. Die Ballflugkurve ist deutlich nach vorne gerichtet und kann als relativ flach bezeichnet werden. Eindrucksvoll ist für mich die Dynamik und Power, die bei einem frühen Balltreffpunkt entsteht. Andererseits hat der TSP Regalis Blue bei weicheren und später getroffenen Bällen schon Nachteile. Das Rotationsniveau ist gut, wenngleich nicht überragend. Im Vergleich zu anderen harten Power-Belägen kann der Regalis Blue nur im harten Angriffsspiel mithalten, während bei weicheren, variablen Schlägen der Belag nur wenig Kurve und Rotation erzeugt.

Die zweite große Stärke ist der direkte Gegentopspin oder Schlagspin nahe am Tisch. Besonders auf weiche Topspins kann sehr hart und sehr schnell geantwortet werden. Je weiter man sich jedoch vom Tisch entfernt, desto mehr muss selbst geackert werden. Zwar kann ich auch in der Halbdistanz gute und schnelle Topspins ziehen, jedoch ist das lange nicht so gefährlich wie in Tischnähe. Positiv ist bei allen Angriffsschlägen die sehr exakte Ballsteuerung. Das Obergummi greift den Ball gut und erleichtert die Platzierung der Schläge. Allgemein ist für mich der TSP Regalis Blue ein guter, direkter Angriffsbelag, der keinesfalls ein Anfängerbelag ist, jedoch auch kein komplett ausgereizter High-End-Belag.

Im Aufschlagspiel kann mit dem TSP Regalis Blue sehr viel Rotation erzeugt werden. Gepaart mit der präzisen Ballführung funktionieren meine Aufschläge erstaunlich gut.

Beim Rückschlag wird aber deutlich, dass der Belag auch viel Rotation annimmt. Dadurch sind aktive, direkte Eröffnungsspin und Flips sehr zu empfehlen. Zwar ist das Tempo im passiven Spiel moderat, dennoch sollten Schupfbälle früh genommen werden. Harte Unterschnittbälle an die Grundlinie gesetzt können mit dem Regalis Blue sehr gut gespielt werden.

Im passiven Blockspiel sollte das Schlägerblatt gut geschlossen werden. Die Bälle fliegen zwar bei einem ungenauen Balltreffpunkt nicht reihenweise hinten raus, wenngleich die Blockbälle zu hoch geraten, wodurch die Gegner zu viel Druck erzeugen können. Pressblocks dagegen sind durch das direkte, präzise Spielgefühl sehr zu empfehlen.

Im Schussspiel kann der Ball schön durchgeprügelt werden. Die Dynamik und Power des Belags sind gut und geben die Möglichkeit die Gegner unter Druck zu setzen. In der Ballonabwehr kann ich zudem sehr präzise retournieren, wenngleich etwas mehr eigener Katapult für das Ballgefühl von Vorteil wäre.

Fazit zum TSP Regalis Blue

Der TSP Regalis Blue ist meiner Meinung nach ein sehr direkter und präziser Angriffsbelag, der im tischnahen Angriffsspiel am besten funktioniert. Damit wurde auch meine Erwartung an den Belag bestätigt. Zwar ist dieser kein High-End-Belag, aber auf dessen Vorstufe anzusehen. Die Ballkontrolle ist für einen harten Angriffsbelag vergleichsweise hoch. Empfehlen würde ich den Regalis Blue für den tischnahen Angriffsspieler. Zudem setzt der Belag ein mittleres Spielniveau und niedriges bis mittleres Trainingspensum voraus.

TSP Regalis Blue

43,90€
TSP Regalis Blue
87

Spieleigenschaften

9/10

    Qualität/Haltbarkeit

    9/10

      Preis-Leistungsverhältnis

      9/10

        Pros

        • Präzision
        • Direkter Gegentopspin am Tisch
        • Aufschlagspiel
        • Pressblocks

        Cons

        • Halbdistanzspiel
        • Schnittanfällig
        • Anspruchsvoll, aber kein High-End-Belag

        7 Gedanken zu “TSP Regalis Blue

        1. Montag Abend erste TE mit dem TSP Regalis Red VH und Blue RH, Holz Adidas „Hypertouch“.
          Beim Einkontern gefielen mir der knackige Anschlag der Beläge, der geringe Katapulteffekt und das direkte Spielgefühl. Die Bälle waren dadurch gut platzierbar.
          Nach ca. 15 Minuten dann freies Spiel gegen einen Kameraden aus der BzL – und was soll ich sagen: Es klappte so gut wie nichts. Die Bälle gingen reihenweise in´s Netz oder hinter den Tisch, obwohl ich durch veränderte Schlägerstellung oder bessere Beinarbeit/Stellungsspiel alles mögliche versucht habe. Schupfbälle segelten einen halben Meter hoch und TS-TS-Spiel und Ballonabwehr (sonst durchaus meine Stärken) klappte überhaupt nicht. Entnervt das „Ensemble“ zur Seite gelegt und mit dem Barwell und den Evo´s weiter trainiert.
          Dienstag Abend die Kombi wieder mit an den Tisch – und siehe da: Ein ganz anderes Bild, wodurch bedingt auch immer. Aufschläge kamen beidseitig kurz mit viel Schnitt, Rückschläge (mit viel Spin des Gegners, habe meinen Kameraden (KL) extra darum gebeten) konnten geflipt oder geschupft werden, Block- und Konterbälle kamen überwiegend schnell und direkt zurück.
          Weiche TS-Eröffnung war mit ordentlich Spin gut zu spielen (auch mit kurzem Armzug), TS-Rallies haben unglaublich viel Spaß gemacht und wenn ein Schlagspin gut getroffen wurde, konnte ich viel Geschwindigkeit generieren. Ballonabwehr war sehr sicher zu spielen, allerdings fehlte manchmal die Dynamik bei Gegentops, das mag an meiner Technik liegen, klappt sonst aber besser (Barwell/Evo´s!).
          Am Montag dachte ich, was meint Marcel mit „fehlerverzeihend“? Ich habe eher mehr Fehler gemacht. Am Dienstag wußte ich, was gemeint war und habe ähnliche Feststellungen gemacht. Selbst sogen. Notschläge nach schlechtem Stellungsspiel oder fehlerhafter Armbewegung kamen irgendwie noch auf den Tisch, teilweise auch überraschend für den Gegner 🙂 Die Unterschiede zwischen den Belägen, die Marcel in seiner Rezi herausgearbeitet hat, habe ich nicht feststellen können. Da ist wahrscheinlich meiner nicht so fein ausgeprägten Sensorik geschuldet.
          Zum Abschluß des Dienstagtrainings habe ich ca. 30 Minuten gegen meinen Trainer (BzL) noch eine Reihe von TS über VH und RH gespielt, teilweise mit hohem (ich) bis sehr hohem (er) Tempo: Es hat einen Riesenspaß gemacht zu erleben, wie die Beläge das mitgemacht und unterstützt haben.
          Das einzige, was mit diesen Belägen selten geht, sind eigene Netzroller und Kantenbälle 😉 Beim Gegenüber natürlich schon…
          Fazit: Ich werde diese Beläge auf dem „Hypertouch“ immer mal wieder spielen, meine Wettkampfkombi bleibt allerdings s.o. :-)))

        2. Hallo Marcel,
          ich lese seit kurzem deine Testberichte und finde sie sehr hilfreich, um seine Favoriten zu finden. Ich habe nämlich oft das Problem das Gefühl zu haben nicht das passende Material zu spielen für mein Spiel.
          Kurz zu meinem Spiel: Ich bin was die offensive angeht voll auf die VH fixiert. Meine Vorhand ist ein wahrer Schuss, der oft noch an den Konter erinnert. Einen Topspin kriege ich nur zu 50% hin, da mir oft der 100% Armzug fehlt. Deshalb bevorzuge ich das tischnahe Angriffsspiel In der RH bin ich in meinem Offensiv Spiel sehr unsicher. Die saubere Bewegung kommt noch zu selten und deshalb halte ich mich auf der Seite oft zurück und schupfe nur. Aufschläge mache ich mit beiden Seiten.
          Was ich bisher gespielt habe: Vor ein paar Jahren habe ich das andro cs7-Pro Holz gespielt und bin damals von VH Tibhar Aurus auf Evoltion EL-P umgestiegen. Hat mir schon gut gefallen. In der Rückhand krebse ich oft mit Gewo Belägen herum, wir Flexxon und jetzt Proton Neo 325. AKTUELL spiele ich das Gewo Balsa Holz 575 mit VH Evolution EL-S und auf RH eben den Proton Neo 325. (Spannend war es für mich mal mit so einem leichten Holz zu spielen.) Ich habe auch noch ein Stiga Infinity VPS V Holz hier liegen.
          Du merkst ich spiele auf VH eher härtere Beläge und RH eher softe Beläge.
          Was ist deine Einschätzung zu meinen Berichten?
          (Als Ideen hatte ich bisher folgenden:
          VH Bleibe ich bei den Evolution Belägen oder probiere ich mal ein TSP Regalis aus? (Den Blue habe ich bereits ein wenig gespielt, hat mir gefallen.) Außerdem habe ich mal über den Yasaka Mark V HPS nachgedacht.
          RH Ich bin durch meine Unsicherheit eher in die Richtung von Belägen unterwegs, die mir genügend Kontrolle bieten. Ich hatte mal an den Xiom Omega IV Elite gedacht. Andernfalls hänge ich immer wieder bei Gewo Belägen rum, wie Hype EL etc.)
          Ich freue mich über deine Einschätzung und hoffe das war nicht zu viel auf einmal.

          • Hallo Michael,

            du brauchst auf der Rückhand einen Belag, der dir Kontrolle und Stabilität bietet.

            Wenn es ein Regalis sein soll und dir das Spielgefühl gefällt, dann würde ich dir den Regalis Red empfehlen. Einfach weicher und kontrollierter als der Blue.

            Aber ich denke das grundsätzliche Problem ist, dass dir wahrscheinlich weiche Beläge auf der Rückhand auch nicht liegen. Das würde ich jetzt in deine große Unsicherheit im Spiel und in deine Testerei rein interpretieren.

            Und dafür wurden die Beläge mit reduziertem FKE geschaffen. Besonders interessant sollten der Donic Blues T1, andro GTT 45 oder Xiom Vega Intro sein. Letzteren teste ich in ein paar Tagen. Zu den anderen beiden findest du die Testberichte hier im Blog.
            Der Vorteil für dich ist, dass die Beläge dir sehr viel Stabilität geben und weniger störenden Katapult besitzen, wodurch du deine RH Technik deutlich verbessern kannst. Außerdem sind ausreichend Rotations und Temporeserven vorhanden.
            Schau dir die Beläge an und such dir einen aus, mit dem du es dann probierst. Ich denke, dass es die beste Lösung ist 😉

            Beim Holz möchte ich dein Schussspiel mit der Vorhandseite nicht einschränken. Nur denke ich, falls du mehr auf Topspin gehen möchtest, dass ein Balsaholz wohl die schlechtere Option ist.

            Gruß,

            Marcel

            • Hallo Marcel,
              vielen dank für die schnelle Antwort!
              Ich hoffe ich kann den Regalis Red bald noch einmal testen und mich dann für ein entscheiden. Trotzdem ist mir auch bewusst, was ich mit dem EL-P und EL-S habe.
              Spannend das du sagst, dass mir weiche Beläge auf der Rückhand nicht liegen. Ich hatte immer das Gefühl das ich mit weicheren Belägen deutlich besseren Schupf spielen konnte.
              Würdest du dann sagen, RH Medium (Kontrolle) und VH Hard (tischnaher Angriff) oder habe ich es jetzt falsch interpretiert?
              Beim Holz mache ich mir dann noch einmal selbst Gedanken. 🙂
              Welche Schwammdicke würdest du jeweils VH/RH empfehlen?
              Grüße
              Michael

              • Hallo Michael,

                es gibt immer einen Grund, warum eine Schlagseite Probleme macht. In den seltensten Fällen ist man einfach auf einer Seite deutlich schlechter.
                Ich habe das oft gesehen und bei mir war es auch so, dass weiche Beläge einem zwar eine gute Kontrolle beim Schupf beispielsweise geben, aber bei Angriffsschlägen Probleme bereiten.
                Mein Spiel war früher auch ein reines Vorhandspiel. Irgendwann bin ich auf harte Beläge in der RH umgestiegen. Anfangs war die Umstellung schwierig, doch es hat sich gelohnt. Heute würde ich meinen Rückhandtopspin als mein Prunkstück im Spiel ansehen.

                Und ja, ich denke du solltest es mit einem Medium Belag versuchen, der nicht so starken Katapult besitzt. Schupfen geht gut mit diesen Belägen. Aber offensiv verhalten diese sich eben stabiler als weiche, katapultstarke Tensoren. Denk einfach mal darüber nach 😉

                VH 1,9/2,0 und RH 1,8

                Gruß,

                Marcel

                • Hallo Marcel,

                  danke für die fundierte Einschätzung.

                  2 kleinere Punkte habe ich noch: Zum Einen auf der VH Seite. Meinst du ich soll zu den weicheren Belägen wechseln oder eher max in den Bereich medium gehen?

                  Zum Holz: Du meintest ein Balsa Holz ist nicht zu 100% das richtige. Wie ich schon erwähnt hatte, habe ich noch ein Stiga Infinity VPS V in meinem Rücklagen. Alternativ vllt das Andro Temper Tech off- oder würdest du sagen, das Holz solle eher mind. 85 g haben?

                  Grüße
                  Michael

                • Hallo Michael,

                  ich würde nicht zu weichen Belägen auf der Vorhand wechseln und auch nicht unbedingt Maximal wählen. Denn Kontrolle ist auch bei Angriffsschlägen wichtig.

                  Dein gewünschtes Gewicht und somit Gesamtgewicht überlasse ich dir. EIn schweres Holz bringt halt mehr Durchschlagskraft. Ein leichteres mehr Ballgefühl und einfacheres Handling. Im Endeffekt musst das selbst herausfinden.

                  Gruß,

                  Marcel

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