Xiom Omega VII Euro – Spinelastischer, leichter Mediumbelag

Mit dem Xiom Omega VII Euro vervollständige ich zunächst die Tests um die neue Omega 7 Belagreihe. Denn zusammen mit dem Xiom Omega VII Pro erscheinen zunächst nur zwei Belagneuheiten im kommenden Frühjahr.

Es ist allerdings bereits abzusehen, dass noch weitere Belagversionen erscheinen werden. Das wären der Xiom Omega VII Asia und Xiom Omega VII Tour. Ich nehme an, dass diese Beläge ein Jahr später folgen werden.

Doch zunächst möchte ich mich mit der Gegenwart beschäftigen.

Meinen Dank spreche ich an dieser Stelle bei der Xiom Europe GmbH aus, welche diesen Test durch die Zusendung der Testbeläge möglich gemacht hat!

Xiom Omega Euro Beläge – Die Entwicklung

In unserem Verein spielen viele noch den Omega IV Euro. Dieser wird aufgrund seiner katapultigen und kontrollierbaren Eigenschaften meistens auf der Rückhandseite verwendet.

Allgemein ist die Omega IV Belagreihe recht katapultig und voll auf Performance getrimmt. Während die Xiom Vega Beläge doch eher mit Rotation, Haltbarkeit und einem fairen Preis überzeugen können, decken die Omega Beläge eher den Hang nach Speed, Katapult und Dynamik ab.

Die Entwicklung hin zu den Xiom Omega V Belägen kann ebenso exemplarisch bei den Euro Version festgestellt werden. Nicht nur der Schwamm wurde etwas härter ausgelegt (44° vs. 45°).

Mit dem Omega V Euro kann vielmehr auf ein strafferes und spinnigeres Obergummi zurück gegriffen werden. Das sorgt nicht nur für mehr Rotation, sondern auch für mehr Power.

Dadurch kann der Omega V Euro zu den schnellsten, durchschlagskräftigsten und leistungsfähigsten Tensorbelägen im Mediumbereich gezählt werden.

Mit einem guten Mix aus Power und Rotation sind alle Belagversion der Omega 5 Reihe ausgestattet.

Nun darf man gespannt sein, für welche Eigenschaften die Omega 7 Beläge stehen werden.

Technische Eigenschaften des Xiom Omega VII Euro

Ein besonderes Augenmerk habe ich schnell auf die Noppengeometrie des Omega VII Euro geworfen. Denn obwohl ich eigentlich einen 45° Mediumbelag vor mir liegen hatte, wirkt der Belag verhältnismäßig weich.

Die Noppenstruktur ist recht dünn ausgelegt, wodurch dieser Eindruck zustande kommt.

Der Schwamm ist deutlich feinporiger als der Schwamm des Omega VII Pro. Trotzdem scheint ebenfalls die Schwammkonstruktion, zumindest beim Drucktest, sehr elastisch zu sein.

Das Auswiegen des Xiom Omega VII Euro hat sehr viel Spaß gemacht. Mein Testexemplar (rot Max.) hatte ein Gewicht in der Verpackung von 104g. Ungeschnitten brachte der Belag 60g auf die Waage. Im geschnittenen Zustand waren es nur noch 41g!

Im Vergleich zu anderen Tensorbelägen im Medium-Segment bedeutet das eine Ersparnis von 4-5g.

Spieleigenschaften des Xiom Omega VII Euro

Vom ersten Einspielen an wirkt der Omega VII Euro sehr lebendig und schnell. Durch das katapultige, weiche Obergummi ist eine starke Ballrückmeldung bemerkbar, was sich auch an einem leichten Sound feststellen lässt.

Trotz dessen wirkt der Belag keinesfalls weich. Ich habe eher das Gefühl, dass der Schwamm voll zur Geltung kommt und gut mit dem Obermaterial harmoniert.

Topspineröffnung und Ballflugeigenschaften

Die ersten Topspins gelingen sehr gut. Für einen Mediumbelag entwickelt der Xiom Omega VII Euro sehr viel Dynamik und Rotation. Das Obergummi sorgt für einen guten Ballkontakt und einer hohen Energieübertragung.

Die Ballflugkurve ist recht lang, aber eher mittelhoch bis mittelflach.

Auf Unterschnitt wirkt der Belag sehr sicher. Das angenehme Ballgefühl sorgt für eine gute Kontrolle. In jeder Situation kommt ein starker FKE zur Geltung, was das Topspinspiel unterstützt.

Vergleiche zum Xiom Omega V Euro und Tibhar Evolution EL-S

Wie schon beim Xiom Omega V Euro kann sehr viel Druck aufgebaut werden. Der größte Unterschied der beiden Beläge liegt in der Spinelastizität, die beim Omega VII Euro nochmals verbessert wurde.

In der Folge wirkt der Belag sehr gefährlich und leistungsstark. Das erinnert doch sehr an den Tibhar Evolution EL-S, welcher bis jetzt wohl als Branchenprimus unter den Mediumbelägen anzusehen ist.

Im Vergleich der beiden Beläge zeigt sich der Xiom Omega VII Euro etwas katapultiger und weicher. In der Entwicklung der Spindynamik haben beide ihre Stärke.

Der EL-S ist im offenen Spiel etwas durchschlagskräftiger, entwickelt aber auch mehr Power und schiebt etwas nach. Darin ist der Omega VII Euro etwas einfacher zu spielen, wodurch ein kontrollierterer Gesamteindruck zustande kommt.

Halbdistanz und Grenzen der Leistungsfähigkeit

Aus der Halbdistanz entwickelt der Belag eine enorme Dynamik, was beim Gegentopspin voll zur Geltung kommt. Im offenen Schlagabtausch hat der Belag kaum ein Nachsehen mit den härteren Tensoren.

Auch bei einem sehr feinen Treffpunkt greift das Obergummi den Ball, egal ob aus Plastik oder Zelluloid, ohne Probleme.

Die Grenzen des Belags sind nur mit der eigenen Schlaghärte verknüpft. Ähnlich wie der Tibhar Evolution EL-S ist dies das einzige Kriterium, warum ein TOP-Spieler den Belag im Zweifelsfall nicht spielen kann.

Denn ab einem gewissen Armzug nützt auch die Geschwindigkeit und Dynamik nichts mehr, wenn nicht genügend Festigkeit und Härte vorhanden sind.

Warum ich das erwähne? Weil ich viele Spieler erlebt habe, die mit dem Test des Tibhar Evolution EL-S unzufrieden waren. Warum? Weil diese von härteren Belägen kommend zu viel erwartet hatten.

Auch ein Xiom Omega VII Euro ist kein Ersatz für einen härteren Belag. Vielmehr ist dieser aber wohl für Spieler interessant, die einen leistungsstarken, wenngleich etwas weicheren Belag, suchen. Das war aber auch schon beim Omega V Euro so, den ich vielen Spielern empfohlen habe, wenn genau dieses Kriterium erfüllt werden sollte.

Block

Im Blockspiel gefällt mit der Omega VII Euro sehr gut. Durch das etwas katapultigere Obergummi wirkt der Belag sehr kontrolliert. Im passiven Blockspiel kann so sicher agiert werden. Darüber hinaus springt der Ball dabei recht weit, was das Nachspielen für die Gegner schwieriger macht.

Aktive Blockbälle funktionieren genauso gut. Was mir nur fehlt, wäre ein etwas direkteres Anschlaggefühl. Ich drücke die Bälle gerne bei vollem Treffpunkt weg, was bei einem weicheren Obergummi den Schlag etwas verzögert.

Komischerweise waren Vorhandblocks für mich noch einfacher mit dem Omega VII Euro. Wobei ich halt immer mehr merke, dass mir auf der Rückhandseite mehr Direktheit liegt, während auf der Vorhand ein weicherer Treffpunkt in Ordnung ist.

Aufschlag und Rotationsniveau

Im Aufschlagspiel überzeugt mich der Xiom Omega VII Euro aus zwei Gründen. Zum einen ist der Belag bekanntlicheweise sehr leicht. Dadurch habe ich ein einfacheres Handling.

Zum anderen bin ich von der Gummimischung des Obergummis recht angetan. Selbst bei langsameren Bewegungen nimmt dieses die Bälle gut mit und überträgt eine gute Portion Spin. So kann ich meine Aufschläge gut dosieren und recht variabel gestalten.

Allgemein liegt das Spinniveau im oberen Bereich des Belagspektrums und nur minimal hinter dem des Tibhar Evolution EL-S.

Rückschlag

Im Rückschlagspiel hat der Belag seine Vor- und Nachteile. Zunächst, was ich persönlich nicht so mag, ist der Katapult zu nennen, welcher auch beim kurz Legen oder beim Flip etwas stärker zur Geltung kommt.

Im Kurz-Kurz wirkt der Omega VII Euro dadurch zwar recht einfach zu spielen, was die Fehlerquote angeht. Zufrieden bin ich aber nicht mit den oftmals höher geratenen Rückschlägen. Ich habe da lieber einen Belag, welcher mehr Rotation annimmt, aber dafür auch präziser zu spielen ist.

Beim Flip kann sehr gefährlich agiert werden. Besonders der gefühlvolle Bananenflip überträgt eine unangenehm starke Rotation.

Die direkten Flips waren dann etwas ungenau und zu katapultig. Da würde ich mir mehr direkten Zug auf den Ball wünschen. Sicher kamen dennoch fast alle Schläge an, aber eben zu ungefährlich. Jammern auf hohem Niveau, ich weiß 😉

Schuss und Ballonabwehr

Im Schussspiel entwickelt der Belag eine gute Dynamik und Power. Mit einem Offensivholz oder Carbonholz ist der Unterschied zu einem harten Belag kaum auszumachen.

In der Ballonabwehr hat mir der Xiom Omega VII Euro extrem gut gefallen. Schlaglänge, Ballrückmeldung und Gefährlichkeit können gekonnt vereint werden. Zudem sind auch Gegenangriffe möglich und effektiv.

Test mit dem Butterfly Jonyer Hinoki

An dieser Stelle möchte ich noch den Test auf dem alten Jonyer Hinoki erwähnen. Ich hatte immer Probleme mit dem Handling des leichten Holzes (ca.75g). Mit den üblichen schweren Tensoren wird das einfach zu kopflastig.

Zusammen mit dem Omega VII Pro und dem Omega VII Euro ist das Problem deutlich geringer. Dieser Test hat viel Spaß gemacht.

Einzig der Katapult war mit dieser Kombi gewöhnungsbedürftig. Im Topspinspiel und offenen Schlagabtausch habe ich selten so viel Dynamik und Power erlebt.

Fazit zum Xiom Omega VII Euro

Der Xiom Omega VII Euro stellt eine gute Weiterentwicklung zu den bisherigen Omega Euro Belägen dar. Dieses mal würde ich die enorme Spinelastizität und Spindynamik allgemein als große Stärke der neuen Omega-Generation ansehen.

Darüber hinaus macht die Belagneuheit von Xiom dem Tibhar Evolution EL-S Konkurrenz, was die Leistungsfähigkeit im Medium-Belagsegment angeht.

Für den Xiom Omega VII Euro spricht das geringe Gewicht, was dieser seinen Konkurrenzbelägen voraus hat. Daher ist der Omega VII Euro eine interessante Wahl gegenüber einem Tibhar Evolution EL-S, Xiom Omega V Euro, Xiom Vega Japan oder Nittaku Fastarc C-1.

Die große Stärke stellt das Spiel aus der Halbdistanz dar. Dort entwickelt der Belag viel Dynamik und Power.

Empfehlen würde ich den Xiom Omega VII Euro für Spieler, die sich zwar einen leistungsfähigen High-End Belag wünschen, aber etwas mehr Kontrolle und einen gefühlvolleren Anschlag nicht missen wollen.

Xiom Omega VII Euro
89.3 / 100 TT-SPIN
57,90€Preis
MediumHärte
TensorTechnologie
OFFEignung
Pros

✓ Dynamik aus Halbdistanz

✓ Spinelastizität

✓ Rotationsübertragung durch Obergummi

✓ Topspinspiel
Cons

✗ Katapult im passiven Spiel

✗ Fehlende Härte bei vollem Armzug

✗ Erst im Frühjahr 2018 erhältlich (ok, keine richtige Schwäche)
Zusammenfassung
Leichter, spinelastischer und moderner Mediumbelag, welcher einer der leistungsfähigsten Tischtennisbeläge in seinem Segment ist.
Spieleigenschaften93
Qualität/Haltbarkeit88
Preis-Leistungsverhältnis87

12 Gedanken zu “Xiom Omega VII Euro – Spinelastischer, leichter Mediumbelag

  1. Erster 😀
    Danke Marcel für den ausführlichen und interessanten Test!

    Will auch testen 😉

    Dann würde vermutlich ein Exemplar in 2,0mm unter 40g wiegen zugeschnitten, was echt heftig wäre und mit ermöglichen würde, in Kombination mit dem Qmega VII Pro in 2,0 locker 6-10g zu sparen und somit mein Holzgewicht entsprechend zu erhöhen!? Yeah!

    Gruß

    Sven

    • Hi Sven,

      das war auch erst mein Gedanke. Und sicherlich eine gute Möglichkeit, um höhere Gewichte bei Hölzern zu testen.
      Ich fand aber besonders den Test mit dem leichten Jonyer interessant. Normalerweise haben mir die Tensorbeläge auf dem Holz vom Handling her nicht allzu gefallen. Und seit dem Frischklebeverbot lag es nur noch als Testholz herum. Mit den Omega VII Belägen ist die Gewichtsverteilung deutlich ausgeglichener, wodurch auch dieses Holz wieder für mich interessant wird. Ergo können auch leichte Hölzer mit den neuen Omegas eine gute Lösung sein.

      Gruß,
      Marcel

  2. Salut Marcel,

    ich schon wieder, Du was viele bestimmt interessieren wird, ist mehr über DICH…
    Was machst Du so, hast Du sonst noch Hobbys, welchem Beruf gehst Du nach, wie bist Du zum Blog gekommen, welche Spielstärke (und Klasse) hast Du…

    Ich fände das sehr interessant etwas mehr Background vom „Autor“ zu erfahren 🙂

    • Hi Sven,

      das kommt alles. Spätestens mit der Veröffentlichung meines ersten Buches muss ich sowieso mehr von mir Preis geben 😉
      Eigentlich hätte ich nie gedacht, dass mein Blog über den unpersönlichen Kontakt hinaus geht. Mit der immer größer werdenden Leserschaft und wohl auch Fangemeinde nun notwendig, wie mir scheint 🙂

      Gruß,
      Marcel

  3. Hallo Marcel,

    nachdem ich Deinen Bericht über den XIOM Omega EURO 7 gelesen habe,
    scheint er zumindest vom „Aufbau“ den Tibhar Aurus Select sehr änhlich zu sein.
    (45 Grad Schwammhärte, weiches, elastisches, dünneres und sehr griffiges OG)
    Oder liege ich da falsch?
    Anders gefragt wo liegen hier „beim Spielen“die Unterschiede ? (z.B.: bei Tempo, Katapult, gefühlte Härte, bzw. Anschlaggefühl, Flugkurve, Effet, Kontrolle, Schnittempfindlichkeit, etc…)

    • Hallo Mathias,

      grundsätzlich ja, wobei der Xiom Omega VII Euro deutlich schneller und mehr Durchschlagskraft besitzt. Außerdem tue ich mich generell schwer, einen Belag mit dem Konzept aus dünnem Obergummi und dickerem Schwamm mit einem „normalen“ Belag zu vergleichen. Katapult und Anschlaggefühl sind ganz anders.
      Darüber hinaus spielt sich der Aurus Select wie ein 43-44° Belag, während beim OVIIEuro dieser beim Spielen gar nicht so extrem weich wirkt.

      Gruß,
      Marcel

  4. Hi Marcel, du hattest ‚max‘ geschrieben. Ist der Belag nicht von der neuesten ESN Generation mit dickeren ‚ultramax‘ Schwämmen?
    Klasse Bericht wieder mal.
    Wäre noch interessant näheres zur Haltbarkeit/Nutzungsdauer zu erfahren, aber dafür ist es mit Sicherheit noch etwas früh.
    Vielen Dank für deine Eindrücke.

    P.S. spiele ja auch ein ‚leichtes‘ Hinoki Holz, langsam weisst du warum… 🙂

    • Hi Suga,

      nein, ganz normales Verhältnis und wahrscheinlich 2,2mm bei Max.
      Langzeitnutzung kann man wohl erst im Herbst resümieren, wenn die ersten ihre Beläge für die neue Saison wieder wechseln.
      Hehe. Magst wohl auch nicht die Kopflastigkeit durch die schweren ESN Tensoren? 🙂

      Gruß,
      Marcel

  5. Hallo Marcel,

    erstmal danke für Deine Seite, macht echt Spaß darin zu stöbern – !
    …echt auch ein Tschungel mit den Belägen, aber auch gut,
    für sich da das beste herauszuholen…

    Könntest Du vielleicht noch mal ein paar Sätze zum Omega IV schreiben, wie der sich im bezug auf „V“ und „VII“ unterscheidet: Flick, Schuss, Kurzspiel, Powerallroundfähigkeit?

    Gruß, Jensen

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