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Yasaka Mark V – Test des Offensivklassikers

Mit dem Test des Yasaka Mark V möchte ich meine Klassikerwochen endgültig ins Rollen bringen. Die Wahl des Mark V ist dabei nicht zufällig.

Denn es ist anzunehmen, dass der Yasaka Mark V einer der weltweit bekanntesten Tischtennisbeläge ist, wenn nicht der Bekannteste. Dies wird unter anderem in den japanischen Verkaufscharts Monat für Monat deutlich.

Doch woher kommt der Erfolg des beliebten Klassikerbelags?

Nach dem Verbot der reinen Schwammgummis 1959 setzten sich zwei Beläge unter den europäischen und japanischen Tischtennisspielern durch. Der Butterfly Sriver und Yasaka Mark V. Diese waren das Konkurrenzprodukt zu den kurzen Noppen, die vor allem von den chinesischen Penholder Spielern eingesetzt wurden.

Eng verbunden stehen die Erfolge des japanischen Noppen-Innen-Belags aus dem Hause Yasaka mit der Tischtennislegende Stellan Bengtsson, der mit dem Yasaka Mark V mehrere Europameister- und Weltmeistertitel feiern durfte. Sein größter Erfolg war der Einzelweltmeistertitel 1971 in Nagoya, Japan.

Doch nicht nur er konnte für große Titel sorgen. 1993 gewann Jean Phillipe Gatien ebenfalls die Tischtennis Weltmeisterschaft gegen die Tischtennislegende Jean Michel Saive. Sein damaliger Belag war ebenso der Yasaka Mark V.

So wie die beiden Ausnahmekönner setzten sehr viele Tischtennisspieler zu Frischklebezeiten auf den Belag aus dem Hause Yasaka. Neben dem Butterfly Sriver war der Belag der meistgespielte Japanbelag.

Der Klassiker Mark V in Zeiten der modernen FKE-Beläge

In den letzten Jahren hat sich viel in der Belagentwicklung, bedingt durch Änderungen im Regelwerk, getan. Das Frischkleben wurde 2008 verboten, wodurch viele Tischtennisspieler umdenken mussten.

Leider wird wohl kein zukünftiger Weltmeister mehr einen Yasaka Mark V spielen. Denn die modernen Tensorbeläge sind einfach den klassischen Tischtennisbelägen enteilt.

Jedoch kann ich mir vorstellen, dass viele Tischtennistalente zu Beginn ihrer Tischtenniskarriere auf Klassiker, wie den Mark V, Donic Coppa oder Butterfly Sriver L, setzen werden.

Zwar spielen FKE Beläge in Sachen Dynamik, Tempo und Rotation mittlerweile in einer anderen Liga, was ohne das Frischkleben nicht aufzuholen ist, jedoch hat ein klassischer Tischtennisbelag mehr Kontrolle und eine deutlich längere Haltbarkeit.

Außerdem setzen viele Allrounder, aber auch Angreifer, auf die Klassiker. Es ist nicht anzunehmen, dass der Yasaka Mark V oder andere Japanklassiker jemals komplett aus dem Tischtennissport verschwinden werden.

Ich denke sogar, dass wieder mehr Spieler auf die Klassiker setzen sollten. Ich schreibe gerade an einem Artikel mit dem Titel „Warum die meisten Tischtennisspieler zu schnelles Material spielen“. Ohne zu viel vorweg zu nehmen, Klassiker würden einer großen Zahl von TT-Spielern wieder mehr Kontrolle und Sicherheit bieten. Und auch mehr Punkte pro Spiel. Aber dazu mehr, wenn der Beitrag fertig geschrieben ist.

An dieser Stelle möchte ich euch mit dem Test des Yasaka Mark V alleine überzeugen. Oder dazu, lieber auf einen anderen Belag zu setzen. Denn dafür schreibe ich hier 😉

Technische Eigenschaften des Yasaka Mark V

Ich denke über das grundlegende Belagkonzept eines Klassikers brauche ich nicht viel schreiben. Nahezu alle Klassikerbeläge werden in Japan hergestellt.

Zudem sind die Schwämme ohne Poren ausgestattet. Das Gewicht von Klassikern ist um einiges leichter gegenüber den modernen Tischtennisbelägen.

Beim Yasaka Mark V möchte ich noch das sehr griffige und robuste Obergummi hervorheben, welches sich auch von den meisten anderen klassischen Tischtennisbelägen unterscheidet.

Die Haltbarkeit ist wirklich außergewöhnlich. Ähnlich wie bei meinem alten Sriver FX habe ich auch bei Mitspielern schon sehr alte Mark V´s auf den Schlägern gesehen, die allesamt noch gut spielbar waren. Die Qualität ist kaum mit den Tensorbelägen vergleichbar, deren eingebaute Spannung alleine schon die Haltbarkeit enorm reduziert.

Mein Exemplar des Yasaka Mark V (rot 2,0mm) wog mit Verpackung 87g. Ungeschnitten waren es dann 65g. Auf die Waage brachte der geschnittene Testbelag 43g.

Getestet habe ich den Mark V auf einem alten Japan Primo, dem Stiga Allround Classic Carbon und dem Xiom Holz Vega Pro. Gleichzeitig auf den Schlägern hatte ich stets den Butterfly Sriver L als Vergleichsbelag.

Spieleigenschaften des Yasaka Mark V

Vom ersten Schlag an war das sehr direkte, unkatapultige Spielgefühl die größte Umstellung gegenüber meinen aktuellen Belägen (Beidseitig Genius 2,0mm). Ansonsten hatte ich keine Probleme, außer dass die ersten Konterbälle allesamt im Netz hängen blieben.

Das lag an der deutlich flacheren Ballflugkurve im Vergleich zu den Tensorbelägen. Nachdem ich mich aber auf die Eigenschaften eingestellt habe, stellte es kein Problem mehr dar.

Besonders die Kontrolle ist mit einem Klassiker wie dem Mark V spürbar besser. So machte ich nach der Umstellung allgemein viel weniger leichte Fehler.

Topspinspiel und Power

Im Topspinspiel nimmt der Belag den Ball gut mit. Dies trifft für Zelluloidbälle und Plastikbälle gleichermaßen zu. Das griffige Obergummi des Yasaka Mark V erlaubt eine sehr präzise Ballmitnahme, vom ersten Anziehen bis hin zu den schnellen Endschlägen.

Die Ballflugkurve des Mark V ist dabei relativ flach, auch etwas flacher als die des Butterfly Sriver L. Der Belag besitzt aber sehr viel Power, wenn Armzug und Körpereinsatz ins Spiel kommen, wodurch ein sehr offensives und schnelles Angriffsspiel aufgezogen werden kann.

Hervorheben möchte ich auch, dass der Belag eine sehr exakte Energieübertragung hat, die auch alle anderen Klassiker in den Schatten stellt. Bei Tensorbelägen kommt hin und wieder eine gewisse Streuung durch das Einsetzen des Katapulteffekts vor. Hingegen kommt beim Mark V nur das heraus, was vorher auch eingesetzt wurde.

Halbdistanz und Gegentopspin

Im Halbdistanzspiel kann ebenfalls sehr viel Power auf den Ball gebracht werden. Wie auch am Tisch kann ein guter Spin erzeugt werden, welcher durch die flache Ballflugkurve sehr schwierig einzuschätzen ist.

Auch wenn der Yasaka Mark V für einen Klassiker viel Power in der Halbdistanz und bei Gegentopspins liefert, so muss auch gesagt werden, dass sehr viel Körpereinsatz notwendig ist. Ich kann mich noch an die erste Teststunde erinnern, als ich vom Klassikerschläger wieder zu meinem Schläger gegriffen habe. Wie leicht alle Schläge plötzlich gingen, nachdem ich mich zuvor mit den Klassikern in der Schlagübung verausgabt habe.

Abgesehen davon konnte ich mein Spiel genauso mit dem Mark V durchziehen. Für mich als Spinspieler war es überraschend zu sehen, dass ich mein Spiel, vor allem mit dem Mark V, genauso wie mit Tensoren umsetzen konnte.

Blockspiel, Aufschlag und Rückschlag

Im Blockspiel am Tisch wirkt der Belag darüber hinaus sehr kontrolliert und fehlerverzeihend. Zudem können auch aktive Pressblocks gut gespielt werden. Während andere Klassiker nur im passiven Blockspiel glänzen konnten, kann mit dem Mark V gut Druck auf die Gegner aufgebaut werden. Die flache Flugkurve macht es zudem sehr unangenehm für die Gegenspieler.

Im Aufschlagspiel konnte ich eine gute Rotation erzeugen. Im Vergleich zu den modernen Tensoren fehlt aber etwas Spin. Dafür konnte ich sehr kurze, flache und präzise Aufschläge, verbunden mit einer hohen Quote, spielen.

Im Rückschlagspiel wirkt der Belag sehr direkt, aber auch kontrolliert. Dadurch kann sehr hart in die Bälle gegangen werden, ohne gleich einen Returnfehler befürchten zu müssen. Unter allen Klassikern würde ich den Yasaka Mark V am spinanfälligsten bezeichnen. Wobei auch ein falscher Schlägerwinkel nicht immer zu Fehlern führt.

Besonders das kurze Legen ging hervorragend. Soll auch offensiv retourniert werden, kann sowohl ein guter Bananenflip, als auch der klassische, harte Flip angesetzt werden. Das Tempo und die Rotation sind dabei gut, aber nicht überragend.

Schuss, Ballonabwehr und Schnittabwehr

Im Schussspiel lässt die Direktheit des Belags eine gute Platzierung zu. Das Tempo liegt am Limit dessen, was ein Klassiker ohne verbotene Substanzen leisten kann. In der Ballonabwehr fehlt mir persönlich der Katapult und die Leichtigkeit eines FKE-Belags. Positiv möchte ich aber noch die Schnittabwehr erwähnen. Die flachen Unterschnittbälle gelingen sehr giftig und mit guter Quote.

Fazit zum Yasaka Mark V

Ohne die modernen FKE Beläge wäre der Yasaka Mark V meine erste Wahl auf der Rückhandseite. Das extrem griffige Obergummi und das direkte Spielgefühl kommen meinen schnellen, nach vorne gezogenen Rückhandtopspins sehr gelegen. Auf der Vorhandseite ziehe ich variabler und manchmal weicher an, wodurch der Sriver L besser funktionierte. Aber dazu mehr im Test des Butterfly Sriver L, worin ich auch einen näheren Vergleich der beiden TOP-Klassiker bereitstellen werde.

Allgemein entwickelt der Mark V sehr viel Power und ist am Limit dessen, was ein Klassiker hergeben kann. Daher können Allrounder, die in Tischnähe auch oft die Bälle schnell Blocken und als Endschlag sehr harte Topspins oder Schüsse wählen, mit dem Yasaka Mark V nichts falsch machen.

Insgesamt hat mir der Test mit dem japanischen Bestseller-Belag gut gefallen. Es ist nur irgendwie schade, dass ich persönlich zu Frischklebezeiten nie auf den Mark V gestoßen bin. Damals spielte ich eher weichere Beläge, unter anderem den Butterfly Sriver FX, Butterfly Bryce FX oder Stiga Carbo Sound.

Auch hätte ich keine Angst um den Tischtennissport, wenn es die modernen Beläge um Tenergy, Bluefire oder Fastarc nicht geben würde, denn mit den Klassikern wie den Yasaka Mark V kann das gleiche Tischtennis gespielt werden.

Mit dem Plastikball funktionieren die Klassiker übrigens erstaunlich gut. Ich konnte keine Unterschiede hinsichtlich der Spielweise feststellen. Daher müssen Spieler mit Klassikerbelägen nicht unbedingt umsteigen. Das etwas geringere Tempo kann auch gut mit einem dickeren Schwamm aufgeholt werden.

Wer dennoch seinen medium-harten Klassiker upgraden möchte, dem empfehle ich ganz besonders den Xiom Vega Intro. Das ist der, aus meiner Sicht, beste Leichtspieltensorbelag und das perfekte Bindeglied zwischen den härteren Klassikern und modernen Tensorbelägen.

Der Beginn der Einzeltests ist damit gemacht. Es werden nun nach und nach alle Testberichte veröffentlicht. Gegen Ende hin wird auch der große Klassiker Vergleichstests folgen. Es folgen spannende Wochen… ähm, ich meinte Klassikerwochen 😉

Yasaka Mark V
86.7 / 100 TT-SPIN
34.90€Preis
Medium-HardHärte
KlassischTechnologie
ALL+/OFF-Eignung
Pros

✓ Harte Endschläge

✓ Griffiges, robustes Obergummi

✓ Direktes und präzises Spielgefühl

✓ Blockspiel

✓ Kurze Aufschläge und Rückschläge
Cons

✗ Vergleichsweise Spinanfällig
Zusammenfassung
Extrem griffiger, klassischer Powerspinbelag, der sowohl im Topspinspiel, als auch bei harten Endschlägen punkten kann.
Spieleigenschaften78
Qualität/Haltbarkeit97
Preis-Leistungsverhältnis85

23 Gedanken zu “Yasaka Mark V – Test des Offensivklassikers

  1. Hallo Marcel,
    toller Bericht über den guten alten Mark V. Mir geht es genauso wie Dir, der Mark V wäre auch für mich die 1.Wahl für die RH gäbe es nicht die neueren FKE Beläge. Ein absolutes Blockmonster und sehr kontrolliert. Vor allem auch ziemlich spinnig.
    Das waren noch Zeiten damals: Stiga offensiv (classic) Holz mit 2x Mark V war so ziemlich das schnellste was man spielen konnte. 🙂

    • Hi Sascha,
      danke dir 😉
      Denke das geht vielen so, dass der Mark V erste Wahl wäre. Und selbst ohne Frischkleben gut spielbar…
      Durch die Klassikertests hat sich für mich jedenfalls die Welt mal zurück gedreht 😉

      Gruß,

      Marcel

  2. Hallo Marcel,

    deine hier geschilderten Erfahrungen kann ich durchweg bestätigen. Vor allem das Thema Haltbarkeit.
    Den Mark V hatte ich bis zu meinem Wiedereinstieg im letzten Jahr auf dem dir bereits bekannten Holz von 1980, welches Du hier veröffentlicht hast (also 36 Jahre) und habe damit auch die ersten Wochen noch gut spielen können. Der Wechsel auf einen neuen Mark V war nur notwendig, da beide Beläge noch schwarz waren.

    Mein bereits angekündigter Ausflug in die Tensorwelt mit dem XIOM Vega Euro auf dem 80’er Holz war zwar eine ungewohnte und außergewöhnliche Erfahrung, aber momentan für mein Spiel zu fehleranfällig (zu viel Körpereinsatz in Verbindung mit Katapult :-).
    Also erst einmal weiterhin Mark V und nur gelegentlich Tensor zum Spass.

    Vielen Dank für Deine Testerfahrungen und viele Grüße
    Michael

    • …übrigens ist mir bei deinem Test aufgefallen, dass Du zwar erwähnt hast, den Belag auf drei Hölzern getestet zu haben. Im Ergebnis bist Du aber nicht auf evtl. Unterschiede eingegangen.

      Viele Grüße
      Michael

      • Hallo Michael,

        danke erst einmal für deine Erfahrungen mit dem Mark V. Ich wollte auch schon die Haltbarkeit auf 10 setzen 😉 Allerdings spielt sich auch dieser irgendwann und bei einem bestimmten Trainingspensum ab.

        Das hast du richtig erkannt. Der Grund ist einfach der, dass die harten Klassiker sowohl mit weichen Vollhölzern, als auch mit den beiden unterschiedlich ausgerichteten Carbonhölzern, sehr gut funktionieren.
        Das ist mit den ganz weichen Klassikern wie z.B. dem Joola Samba anders. Da wirkt die Kombination mit einem Vollholz zwar extrem kontrolliert und gefühlvoll, aber eben auch extrem harmlos. Mehr dazu aber in den weiteren Berichten.
        Hatte mir noch gedacht, einen Satz dazu zu schreiben, aber in meinen Notizen andere auffälligere Eigenschaften vermerkt 😉

        Viele Grüße,

        Marcel

        • Hallo Marcel,

          wenngleich Du nicht auf die unterschiedlichen Spieleigenschaften des Yasaka mit den drei Hölzern eingegangen bist, würde mich trotz allem interessieren, auf welchem Holz Deine oben stehendes Testergebnis hauptsächlich basiert.

          Hintergrund meiner Frage:
          Bisher habe ich meinen Mark V auf dem Yasaka Ma Lin Extra Offensiv gespielt und hatte damit eine gefühlte unglaubliche Kontrolle.
          Da mit dieser Kombi aber gerade mein Sohn spielt, habe ich die Belagkombination nochmal auf einem Tibhar Samsonov Pure Wood installieren lassen und heute das erste Mal im Training eingesetzt.
          Ergebnis war ein am Anfang sehr unkontrolliertes Spielgefühl, sodass ich den Eindruck hatte, der Ball verlässt zwar den Schläger, aber nicht in der von mir gewünschten Richtung. Vom deutlich höheren Körpereinsatz ganz zu schweigen.
          Nach einer gewissen Einspielzeit lief es dann einiger massen, aber beeindruckt bin ich leider noch nicht.

          Ich bin also auch mal sehr gespannt, welche Erfahrung Du in deinem Holztest mit dem Pure Wood machst.

          Viele Grüße
          Michael

          • Hallo Michael,

            ich denke dein Testeindruck liegt daran, dass dir das Pure Wood zu weich/ elastisch ist. Normalerweise sollte das Pure Wood sehr kontrolliert sein, aber wenn du einfach einen direkteren, knackigeren Balltreffpunkt brauchst, um die Bälle steuern zu können, ist es einfach nicht dein Holz.

            Ich versuche bei meinen Tests die Eigenschaften der Testhölzer komplett auszublenden. Ich kenne diese gut und komme mit allen auf ihre Weise klar. In der Regel bestätigt sich mein Testeindruck nur, wenn ich die Beläge umklebe.

            Ich nehme immer zuerst mein Ersatzholz des Primo oder das Stiga Allround Classic Carbon, mein vorheriges Spielholz. Danach nehme ich noch schnellere Hölzer wie z.B. das Vega Pro, um eine Gegenprobe zu haben.

            Letztendlich sind auch alle meine Testeindrücke subjektiv, aber ich bemühe ich mich, die wichtigsten Eigenschaften zu erkennen.

            Gruß,

            Marcel

  3. Hallo Marcel,

    vorerst vielen Dank für Deine hervorragende Arbeit und tolle Leistung! Deine Seite ist für mich (als Neueinsteiger nach ca. 26 jähriger Pause) die erste Quelle, was die Informationen über v.a. Beläge angeht. Nach dem ausgiebigen Ausprobieren von Tibhar-Belägen (Aurus und Evolution Serien) war ich mit v.a. schlechter Kontrollierbarkeit und fehlender Linearität von Schnelltensoren enttäuscht. Deine Beobachtungen kann ich bestätigen: in meiner Verein spielen viele mit Schlägern, die ihre technische Fähigkeiten m.E. übersteigen und die Entwicklung eher bremsen als fördern. Für mich habe ich endlich für NEO Hurricane III auf VH entschieden und überlege gerade, was ich für Rückseite (sowohl für sichere Blockspiel als auch für kontrollierbare, schnelle Topspins) übernehmen soll.
    Meine Wahl ist zurzeit Vega Xiom Intro – dank Deiner Rezension – und Mark V. Die Evolutions FX-S und EL-S kommen leider nicht in Frage, weil sie für mich sowohl auf Viscaria als auch auf Primo viel zu ungenau in Passivspiel sind. Hast Du Mark V HPS getestet? Was würdest Du für v.a. Primo empfehlen?

    Hast Du vor, irgendwann auch DHS Hurricane Serie zu testen? M.E. überlegt NEO III die meist verbreiteten Tensoren, was Geschwindigkeit, Linearität, Spin und v.a. Kontrollierbarkeit eigener Schläge angeht. Ich vermute, dass mit China-Belägen könnten auch Anfänger (auf dem flexiblem Holz) zurecht kommen, was für Tensor-(Junk?) nicht der Fall ist.

    Viele Grüße
    Daniel

    • Hallo Daniel,

      ich schreibe auch momentan an einem Artikel zu dem Thema. Viele Spieler möchten halt die paar Megaschläge pro Spiel auspacken und nehmen die etlichen leichten Fehler in Kauf.

      Es ist schon länger her, dass ich den Mark V HPS gespielt habe. Ist durchaus einfacher zu kontrollieren als die modernen Tensoren, aber nicht wirklich empfehlenswert, wenn das Preis-Leistungsverhältnis betrachtet wird (UVP bei 48,90€).

      Den Vega Intro kann ich durchwegs nur empfehlen und trifft genau deine Anforderungen. Ebenso die Klassiker wie der Mark V. Bei diesen Belägen würde ich an deiner Stelle auch bleiben.

      Mit den Chinabelägen ist das so eine Sache. Diese sind trotzdem sehr speziell und nicht für jeden geeignet. Anscheinend magst du eher härtere Beläge, weche ich für das weiche Primo auch empfehlen würde. Aber ich stimme dir zu, dass vor allem die Linearität in den Schlägen besser ist. Es kommt das heraus, was rein gegeben wurde.

      Testen werde ich irgendwann alle Beläge 😉 Es ist nur die Frage, in welcher Reihenfolge. Ich nehme jeden Vorschlag auf und arbeite die Liste runter 🙂

      Als Junk würde ich die Tensoren dennoch nicht bezeichnen. Die Dynamik, Rotation und der Katapult einiger Beläge sind schon beeindruckend. Aber jeder Spieler ist individuell und sollte das spielen, was diesem auch liegt. Wenngleich ich fast allen Spielern einen langsameren Schläger verpassen würde 😉

      Gruß,

      Marcel

  4. Hallo Marcel,

    vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Mit Deiner Hilfe habe ich mich zuerst für Xiom Vega Intro entschieden.

    Für Begriff „Junk“ würde ich mich gerne bei Anhängern von Tensoren entschuldigen: ich wollte nur damit ausdrucken, dass Hype über Katapult, Geschwindigkeit und Spin ohne ausgereifter Technik zu Fehlern führt und eigene technische Entwicklung als Spieler bremst. Diese traurige Tendenz im Tischtennis der letzten Jahre ist für mich deutlich: mit langsameren harten Belägen könnten viele Spieler wesentlich präziser spielen.
    Gruß,

    Daniel

    • Hallo Daniel,

      passt schon nimmt dir keiner Übel 😉

      Grundsätzlich hast du recht. Die Gegenargumentation ist eben, dass deutlich weniger eigener Körpereinsatz und Armzug vorhanden sein müssen, um das gleiche herauszuholen. Bequemlichkeit eben. Dass dadurch aber die eigene Entwicklung gebremst wird und halbe Pseudoschläge auch reichen, um den Ball über das Netz zu spielen, kenne ich bereits aus Frischklebezeiten. Wobei da nicht die Masse geklebt hat. Die meisten wollen auch nur einfach ihren Stiefel runter spielen und dabei so wenig Aufwand wie möglich betreiben.

      Hoffentlich ändert sich die Meinung einiger, wenn diese meine Tests zu den Leichtspieltensoren und Klassikern lesen 😀

      Viele Grüße,

      Marcel

  5. Hallo tt89player,

    danke für den ausführlichen Bericht, den ich – wie die anderen Berichte über die Klassiker – sehr gerne gelesen habe. So gerade eben noch den über den Speedy Spin von Tibhar, den du als schnellsten Klassiker bezeichnest. Da fiel mir dann gleich der auch nicht ganz langsame Mark V ein…und seinen schnelleren Bruder: Mark V M².

    Ich fänd es spitze, wenn du Letztgenannten irgendwann vielleicht auch mal so ausführlich testen könntest…denn der M² wird als so schnell angepriesen, daß er womöglich für viele Fans der klassischen Beläge eine Alternative zur neuen Belag-Generation sein könnte. Dazu würde mich deine Meinung interessieren…und auch ganz generell, wie sich der jung gebliebene Rentner denn so spielt.

    Auf jeden Fall wünsche ich noch viel Spaß am Testen und weiterhin viel kreative Schreibkraft!

    Mit freundlichen Grüßen

    Matze

      • hallo Marcel…ich bin Alex…hättest du mir vielleicht einen guten tipp für einen rüchkandbelag?
        spiele Vorhand Topspin variabel(habe 2beläge für die Vorhand tenergy 05 fx 1,9mm und mal den fastarc g1 2,0mm dazubestellt.laut deiner berichte ziemlich ähnlich.und für die Vorhand gesetzt.
        holz ein andro ligna off…
        aktuell auf der Rückhand den gewo Hype xt40 in 1,9mm……nun mein Problem.
        ziehe eher selten Rückhand top…sondern eher flacher unterschnittschnupf…geht auch ganz gut.
        kommen aber hohe,langsame rotationsreiche tops auf die Rückhand,kann ich diese weder vernünftig aktiv und schon gar nicht passiv blocken…bälle zieht es über die platte nach oben…viel weiter kann ich auch kaum zumachen……vielleicht aurus select in 1,7mm oder yasake mark V…
        kannst dur mir da einen tipp geben?
        grüssle alex

        • Hallo Alex,

          der Fastarc G-1 ist dem Tenergy 05 ähnlich, aber deutlich härter als der FX. Das nur Vorweg.

          Für deine Rückhand würde ich dir den Hexer Duro empfehlen. Da du offensichtlich Probleme beim Blocken hast, wäre der Belag ideal. Gibt dir jede Menge Kontrolle und Stabilität. Zudem hat der Duro genügend Angriffspotential und spielt sich enorm ausgeglichen. 1,7mm sollten anfangs ausreichen.

          Beim Blockspiel kommt es nicht nur auf den Schlägerwinkel, sondern auch auf deine Körperspannung und Körperhaltung, Balltreffpunkt und Ballgefühl an. Lass deine Schlagbewegung mal von einem Trainer genauer anschauen.

          Viele Grüße,
          Marcel

          • vielen dank Marcel,für deine hilfreichen tipps:)
            hatte jetzt ne zeit lang den Hype xt40 in 1,9mm schwarz auf rh…ziemlich schnittanfällig.
            stimmt schon,da kommen mehrere Faktoren hinzu.
            langsame bogenlampentopspins mit viel Rotation…rein passiver block mit nur hinhalten is wohl nich?
            schiesst du solche bälle bzw,leichter konterschuss mit Treffpunkt in der aufsteigenden Phase?oder 2 schritte zurück,austrudeln lassen und gegentop(sehr geschlossen)
            versuch einfach mal den hexer duro:-)…aurus select zu anspruchsvoll?
            block auf der Rückhand überwiegend passiv…ohne große Bewegung,kombiniert mit scharfem flachem unterschnitt stupf…die tops ziehts mir immer noch oben,weit hinter die platte:-(
            also mal g1 fastarc in 2,0mm auf vh (bin auch abhängig vom guten Aufschlagspiel mit guter Rotation))und hexer duro in 1,7mm auf rh…später dann mal auf 1,9 für mehr druck?
            tolle seite…schau ich immer gern wieder rein bei dir
            hatte auch mal den Hype el 40,und im bezug auf die langsamen rotationsreichen Topspins ne Katastrophe,ob im schuss oder gegentop…geht alles drüber…
            empfiehlst du mir statt soft plus schwamm eher medium plus oder nen harten belag…zudem weniger eigenkatapult??…könnte das auch helfen??

          • Kommt darauf an. Aber vor allem hohe Bogenlampen sollten einfach abgeschossen werden…
            Mit dem Aurus Select hättest du auch wieder einen anspruchsvolleren Belag. Der Duro ist deutlich einfacher zu spielen.
            1,9mm bietet natürlich mehr Druck. Aber bekomm jetzt erstmal Sicherheit mit 1,7mm ins Spiel.
            Ich empfehle dir vor allem einen kontrollierteren Belag für die Rückhand. Ob das jetzt ein Medium-Soft Belag wie der Duro oder ein Medium-harter Belag mit reduziertem Katapult wie der Vega Intro ist, spielt keine Rolle. Und ja, vielleicht magst du einfach nicht den starken Katapult der weichen Beläge. In dem Fall kommen die Leichtspieltensoren wie eben Vega Intro in Frage.

            Gruß,
            Marcel

  6. vielen dank erst mal…hab deinen bericht zum aurus select gelesen…hörte sich absolut nach tollem rh belag an…
    hab damit erst 2 bis 3 mal gespielt in 1,7mm.der ist auf jeden fall recht flott,und ja,hast recht,für den anfang zu anspruchsvoll.
    hol mir den hexer duro in der Winterpause.(vega intro behalt ich dann auch noch im auge)
    also das andro ligna off möchte ich behalten.
    hab auf vh den tenergy 05fx und einen fastarc g1 in super thick im wechsel(wie von dir getestet.)
    für Aufschlagspiel schon super…aber zum blocken eher nicht?
    die Kombi scheint einfach zu anspruchsvoll zu sein!?
    auf vh auch auf 1,7mm runtergehen?
    tt Shops wie s-m werben ja stark für die rasanter reihe…
    hast vielleicht noch zwei Empfehlungen für die vh in Kombi mit dem holz?
    auf vh mag ich eher die gekrümmte flugkurve…für variables ts spiel..
    schönen gruß alex

    also rh hexer duro und später evtl übergang vega intro

    • Du musst die Aussagen in meinen Tests immer in Relation sehen. Der Aurus Select ist ein guter Rückhandbelag, aber eher für Spieler, die das auch technisch ausnutzen können.
      Genauso der Fastarc G-1. Aktive, harte Blockbälle funktionieren gut. Aber wenn einer Probleme hat mit dem Blockspiel, gibt es deutlich kontrollierteres Material.
      Und ich würde eher einen langsameren Belag wählen und dafür auf 1,9 bzw 2,0mm gehen auf der Vorhandseite.
      Dass S+M die Rasanter bewirbt ist klar. andro ist deren Eigenmarke…

      Dann probier doch mal den Vega Japan oder Fastarc C-1 aus. Beide im Medium-Bereich und mit einer etwas höheren Ballgflugkurve ausgestattet.

      Gruß,
      Marcel

      • vielen dank erstmal für deine ganzen tipps…
        da hast schon recht,zumal das ligna off schon ein recht flottes holz ist.
        den fastarc g1 ist auf der vh gesetzt,hab den momentan in superthick.vielleicht 1 bis 2 jahre trainieren,und zunächst mal in 1,8mm?
        aktuell vh fastarc 2,0-2,1mm und rh 1,7mm aurus select.
        und du hast auch recht mit dem aurus select unabhängig von der schwammstärke scheint der noch zu anspruchsvoll..
        mit dem 1,8mm fastarc bekommt man hoffentlich auch noch genügend Rotation im as und Topspin hin…
        fehlt also nur noch was vernünftiges für die rh…
        maximal 1,7mm da mir der schläger auch sonst zu schwer wird:(
        möchte tischnah spielen,variables topspinspiel auf vh…
        giftige flache schupfbälle überwiegend auf der Rückhand…wird ich über die Rückhand angegriffen,bleibt meist auch nur die zeit für passiv Haltung…mach da sehr wenig aus dem Handgelenk raus…
        hexer duro in 1,7mm?
        ist halt etwas widersprüchlich: will ich mit viel unterschnitt schupfen,bin ich auch gleichzeitig für diese weichen eröffnungs Topspins des gegeners auf der rh schnittanfällig…
        eine längere ballkontaktzeit mit dem belag scheint auch kontraproduktiv…brauch da was das die gegnerische Rotation etwas neutralisiert…
        kurze noppe in 1,5mm?
        oder von der beschriebene yasaka mark V…
        will dich jetzt nicht weiter mit fragen löchern…
        2 bis 3 Empfehlungen für die rh in 1,7mm wären super,bezogen auf meine jetzige Spielweise…
        später wenn die Technik ausgereifter ist,kann ich den aurus select wieder draufmachen:-))
        schönen gruß alex

  7. Hallo Marcel,
    ein sehr schöner Bericht zum Mark V !
    Kannst Du kurz sagen, wie sich der Belag von 2,0 mm zu max. verändert?
    Mehr Speed? Mehr Spin? Weniger Kontrolle? Was sticht hervor?
    Sollte man als spinorientierter Angriffsspieler auf der VH besser 2,0 mm spielen oder max?

    Vielen Dank!
    Markus

    • Hallo Markus,

      der größte Unterschied liegt im Ballgefühl. Mit 2,0mm hast du einen viel direkteren Balltreffpunkt. Das Holz kommt mehr zur Geltung. Und klar. Mit Max. kann mehr Tempo und Rotation herausgeholt werden, wobei das aber von deiner Schlaghärte und Armzug abhängig ist. Die meisten Tischtennisspieler haben wohl mit 1,9-2,1mm die Optimum, welches genutzt werden kann.

      Gruß,
      Marcel

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