Zhang Jike folgt Ma Long ins Olympische Tischtennisfinale der Herren

Der Olympiasieger von 2012 besiegt Vladimir Samsonov und folgt seinem Teamkollegen Ma Long ins rein chinesische Finale. Der deutliche 4:1 Sieg von Zhang Jike lässt auf ein spektakuläres Finale hoffen.

Grundsätzliche Spielsysteme

Die Matches von Vladimir Samsonov und Zhang Jike sind immer etwas ganz besonderes. Nicht zuletzt, da beide gerne ihre Gegner kommen lassen und zum einen diese ausspielen wollen, zum anderen gezielte Gegenangriffe starten möchten. Zhang Jike ist traditionell natürlich der aggressivere Spieler, aber Vladimir, wenn er will, kann ebenso seine Konkurrenz mächtig unter Druck setzen.

Zhang Jike startet sehr dominant

Zhang Jike lässt zu Beginn keine Frage zu, dass er nicht der Favorit in diesem Match ist und ergreift gleich mal die Initiative. Dies führt recht schnell zu einer 8:4 Führung. Doch der weißrussische Altmeister, mit all seiner Erfahrung, kommt nochmal heran.

Beim Stand von 9:9 jedoch macht Zhang Jike zwei einfache Punkte und holt den ersten Satz.

Samsonov im zweiten Satz von Anfang an dabei

Der zweite Satz ist nun deutlich ausgeglichener. Samsonov liegt am Anfang leicht vorne, doch mit ein paar einfachen Punkten gleicht Zhang Jike zum 5:5 aus.

Mit den platzierten Bällen des Weißrussen hat Zhang Jike nun etwas mehr Probleme. Das Spiel ist taktisch auf einem sehr hohen Niveau. Samsonov kann nun Phasenweise die schnellen Angriffsschläge des Chinesen verhindern.

Um den Satz zu sichern, nimmt Vladimir Samsonov beim Stand von 8:7 eine Auszeit. Ihm ist der Satzausgleich enorm wichtig, um nicht 2 Sätzen hinterher zu rennen.

Es folgen nun bessere Ballwechsel. Beide Spieler wollen den Satz unbedingt für sich entscheiden. Den ersten Satzball hat zwar Samsonov, doch Zhang kann sich mit einem guten Aufschlag und einer knallharten Vorhand noch aus der Affäre ziehen.

Auch ein Netzroller reicht dem Weißrussen nicht, um den Satz zu zu machen. Zhang Jike scheint in einer mental guten Verfassung zu sein. Mit einer schnellen Vorhandralley sichert sich der Bad Boy des Tischtennis seinen ersten Satzball und die 2:0 Führung.

Samsonov kann mithalten – mehr jedoch nicht

Es scheint, als ob Zhang Jike sich immer zu Beginn eines Satzes eine kleine mentale Auszeit gönnt. Etwas unkonzentrierter startet Zhang in den Satz und macht viele leichte Fehler.

Die Ausrufezeichen setzt Samsonov, aber nicht spielerisch, sondern mit einigen sehr genau gespielten Kantenbällen. Das bedeutet gegen Ende des Satzes die leichte 9:7 Führung und dann auch drei Satzbälle für den Weißrussen.

Allerdings lässt Zhang Jike mit 5 starken Ballwechseln die Hoffnungen von Samsonov, den Satzrückstand zu verkürzen, verstummen.

Es ist kein Tischtennisfeuerwerk, welches hier abgebrannt wird. Aber das muss der Weg von Samsonov sein, durch taktische Elemente das Spiel zu gewinnen, ist dieser im offenen Spiel einfach nicht so stark wie der Chinese.

Samsonov kämpft

So schnell Zhang Jike im vierten Durchgang mit 3:0 geführt hat, so schnell drehte Samsonov durch großen Kampf den Satz auf 5:3 für sich.

Immer, wenn aber der chinesische Superstar mit seinem harten Topspinspiel durch kommt, hat Vladimir Samsonov kaum eine Chance. Das Rezept des Weißrussen ist aber das Kurz-Kurz-Spiel, welches Zhang zu Fehlern zwingt.

Diese häufen sich zur 10:6 Führung und dem folgenden Satzgewinn.

Zhang Jike sucht die Entscheidung

Deutlich offensiver und mit knallharten Topspins versucht der Chinese nun keinen Zweifel mehr an seiner Finalteilnahme zu lassen. Die 6:1 Führung scheint doch jetzt zu reichen.

Wie wichtig der Satz dem Chinesen ist, zeigt die direkte Auszeit bei 6:2. Es folgt erstmal ein sensationeller Ballwechsel, mit dem besseren Ende für Samsonov.

Doch Zhang kann seine vier Punkte Führung halten und auf 8:4 erhöhen. Es gelingt Samsonov nun kaum noch eigene aktive Akzente zu setzen. Die Blockbälle des Weißrussen sind hingegen atemberaubend. Auch Fortuna zum 7:9 ist auf seiner Seite.

Doch am Ende reicht dies nicht. Zhang Jike erkämpft sich drei Matchbälle. Den dritten kann er auch nutzen. Als Minimalist gewinnt er alle Sätze knapp, aber natürlich verdient. Für Samsonov wartet im Spiel um Bronze der Japaner Jun Mizutani, während Zhang Jike auf seinen Landsmann Ma Long im Tischtennis-Finale von Rio trifft.

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