Butterfly Bryce Highspeed

Nun konnte ich die Tests des Butterfly Bryce Highspeed abschließen. Der Bryce Highspeed ist seit dem 21. Dezember in Deutschland erhältlich. Zuvor wurde der Belag durch eine große Ankündigung seitens Butterfly auf der Homepage beworben und eine neue Technologie namens Micro Layer vorgestellt. Die Erwartungen waren natürlich groß und einen Testbericht konnte ich mir daher nicht ersparen 😉

Technische Eigenschaften des Butterfly Bryce Highspeed

Bryce Highspeed Gewicht
Bryce Highspeed Gewicht

Mein Exemplar (schwarz 2,1) wog mit Verpackung 87g und ohne Verpackung nur 61g, obwohl der Belag sehr groß geliefert wird. Geschnitten bringt der Bryce Highspeed nur 40g!!! auf die Waage, wodurch das Gesamtgewicht des Schlägers pro Seite um 10g gesenkt werden könnte. Zum ersten Mal machte ich mir Gedanken um ein schweres, kopflastiges Holz 😀

Die Noppenstruktur unter dem dünnen Obergummi ist weder besonders lang noch besonders breit. Würde sagen durchschnittlich. Der Schwamm besitzt keine Poren und bewegt sich im medium/medium-hart Bereich. Das Obergummi ist nicht so griffig wie das eines Tenergy, aber auf normalen ESN-Niveau.

Spieleigenschaften des Butterfly Bryce Highspeed

Mit viel Vorfreude ging ich an die Platte. Der erste Eindruck war, dass der Bryce Highspeed sehr schnell ist, was nicht sonderlich überrascht. Die Gesamthärte liegt im medium-Bereich. Konterbälle konnten mit sehr hohem Tempo gespielt werden, ohne einen großen Aufwand zu betreiben. Sowohl der Katapult des Belages als auch das Endtempo sind enorm ausgeprägt. Der Belag verleitet den Ball immer abzutöten. Leider landeten auch viele Bälle jenseits der Platte. Die Umgewöhnung auf den Bryce Highspeed (von einem Tenergy 05) ist wegen des unterschiedlichen Handlings, aufgrund des Gewichts, als auch wegen des hohen Tempos relativ schwierig. Nach zwei Trainingseinheiten legte sich das. Einen Vergleich zu anderen Belägen kann ich nicht geben, da für mich die Spieleigenschaften des Butterfly Bryce Highspeed einzigartig sind.

Die Flugkurve ist der größte Unterschied zu anderen Belägen. Der Ball fliegt relativ flach aus dem Schläger heraus. Allerdings ist die Flugphase sehr lang. Am Ende senkt sich der Ball dann extrem und tückisch nach unten ab. Für das Topspinspiel musste ich daher meine Technik enorm umstellen. Am besten funktionierte am Ende der Tests der knallharte, nach vorne gezogene Topspin, sowohl am Tisch als auch aus der Halbdistanz. Ein langsames Topspinspiel auf Spin liegt dem Belag nicht. Durch die Umstellung konnte ich auch mit dem Bryce Highspeed sehr viel Spin erzeugen. Ich würde den Belag direkt hinter dem Tenergy 64 einordnen, was den Spin betrifft.

Ein Paradeschlag ist der schnelle Gegentopspin. Durch das hohe Tempo und den Flugeigenschaften konnte ich immer eine gefährliche Antwort auf die gegnerischen Topspins liefern. Der Ball senkt sich sehr spät, wodurch die Gegner überrascht sind und wenig Zeit haben, sich auf die Flugkurve einzustellen, was die Fehlerquote sehr erhöht. Allgemein ist die Länge im Schlag bei optimal getroffenen Bällen die große Stärke des Butterfly Bryce Highspeed, aber bei schlechtem Balltreffpunkt der Knackpunkt für Fehler, da dann viele Bälle über die Platte fliegen.

Der Aufschlag war durch das leichte Gewicht anfangs ein Schwachpunkt, da die Koordination, besonders bei komplizierten Aufschlagbewegungen, ganz anders ist. Nach einiger Übung legte sich das. Aufschläge können mit guter Rotation gespielt werden. Kurze Aufschläge gestalten sich dennoch als schwierig.

Der Rückschlag ist nur aktiv gesehen einfach mit dem Bryce Highspeed spielbar. Zwar nimmt der Belag nicht so viel Spin an wie ein Tenergy, dennoch ist das Kurzlegen und das platzierte Schupfen nicht die Stärke des Butterfly Bryce Highspeed. Der Flipschuss ging mit sehr viel Tempo. Auch hier senkt sich der Ball gerne im letzten Moment auf die Platte.

Auf der Butterfly Homepage habe ich gelesen, dass der Belag für ein modernes Rückhandspiel empfehlenswert ist. Dies kann ich bestätigen, mit der Betonung auf „sehr modern“. Denn der Belag ist nicht auf ein sicheres Allroundspiel ausgelegt. Spieler, die grundsätzlich mit ihrer Rückhand die Ballwechsel aggressiv eröffnen, aktiv Blocken und auch viele direkte Punkte mit schnellen Rückhandtopspins machen, werden den Butterfly Bryce Highspeed sehr mögen. Alle anderen nicht!

Das Blockspiel ging aktiv sehr gut. Passiv war es auch akzeptabel, wobei die Platzierung durch das hohe Tempo schwieriger war. Der Belag nimmt viel Spin an, aber auch hier weniger als ein Tenergy. Das Schussspiel auf Ballonabwehr war wirklich toll. Ohne viel Aufwand, mit einem schnellen und leichten Schläger, konnten meine Gegner von der Platte geschossen werden. Das hat wirklich Spaß gemacht 🙂

Fazit zu Bryce Highspeed

Mit dem Bryce Highspeed hat Butterfly einen sehr schnellen, leichten und einzigartigen Belag auf den Markt gebracht. Es ist der schnellste und spinnigste Belag unter den Belägen, die keinen Schwamm mit großen Poren besitzen. Das neuartige Mirco Layer Obergummi zündet schon auf einem normalen Schwamm. Ich möchte mir gerade nicht ausmalen, was solch ein Obergummi auf einem Spring Sponge Schwamm für Möglichkeiten eröffnet. Auch macht der Belag sehr viel Laune, ist anders als die bisherigen Beläge und will auch anders sein. Leider ist der Bryce Highspeed nur für die wenigsten Spieler geeignet, um das volle Potential abrufen zu können. Der Belag ist sehr schwer zu kontrollieren und spricht zudem noch nur einen gewissen Spielertyp an. Butterfly hat mit dem Bryce Highspeed keinen Belag heraus gebracht, mit dem der große Erfolg des Tenergy erreicht werden kann, aber die Tür zu besseren Belägen in der Zukunft geöffnet. So gesehen ist Butterfly wiederum Vorreiter und bleibt es auch.

Butterfly Bryce Highspeed

49,90€
Butterfly Bryce Highspeed
8.6

Spieleigenschaften

9/10

Qualität/Haltbarkeit

9/10

Preis-Leistungsverhältnis

8/10

Pros

  • Powertopspins
  • Aggressives Angriffsspiel
  • Enormes Tempo

Cons

  • Kontrolle
  • Nicht Spinmaximiert
  • Passives Spiel

2 Gedanken zu “Butterfly Bryce Highspeed

    • Hallo Justin,

      kaum vergleichbar. Die Ballflugkurve ist extrem flach und nach vorne gerichtet. Viel flacher als mit Omega V Pro oder andro Hexer.
      Auch das Rotationsniveau ist geringer. Der Bryce Highspeed überzeugt eigentlich nur durch sein enormes Tempo.

      Gruß,

      Marcel

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