Donic Bluefire JP02 vs. Gewo nanoFlex FT45

Vorab kann bereits gesagt werden, dass beide Beläge im Vergleich sich sehr unterschiedlich spielen. Es ist immer wieder interessant, wie vorherige Erwartungen komplett auf den Kopf gestellt werden können.

Erste Eindrücke:

Beide Beläge haben einen relativ großporigen Schwamm. Besonders beim Bluefire JP02 war dies verwunderlich, da die JP-Reihe bisher feinporigere Schwämme besitzt.

Beide Beläge besitzen ein relativ griffiges Obergummi, was bei neueren ESN-Belägen nichts verwunderliches ist. Das Obermaterial vom nanoFlex FT45 ist deutlich härter als das vom Bluefire JP02.

Beim ersten Aufkleben hielt der nanoFlex nicht. Dieser bekam zwar die gleiche Menge Latexkleber wie der Bluefire, welcher ohne Probleme hielt. Nach einer dicken zweiten Schicht konnte der nanoFlex dann doch aufgebracht werden. Entweder ist mir durch den creme-farbenen Schwamm nicht aufgefallen, dass zu wenig Kleber verteilt wurde oder der nanoFlex saugt viel Kleber auf. Kann leider nicht mehr nachvollziehen, was die Ursachen sind. Am Kleber selbst lag es jedenfalls nicht (Revolution No.3).

Spieleigenschaften:

Beim Kontern fiel sofort der direktere Anschlag des nanoFlex auf. Die Flugkurve des nanoFlex ist auch flacher. Katapult ist von beiden deutlich zu spüren, der Bluefire JP02 hat aber die Nase vorne. Vom Grundtempo geben sich die Beläge nichts.

Aufschläge waren besonders gut mit dem JP02 spielbar. Durch das relativ elastische Obermaterial konnte der Ball relativ gut geführt werden. Alles in allem folgt der JP02 darin den anderen Bluefire-Belägen, wobei die M-Reihe etwas giftiger vom Spin her ist. Der Gewo nanoFlex FT45 erinnert doch sehr an den Tibhar Evolution EL-P, wobei nicht ganz so viel Spin produziert werden kann.

Spätestens beim Topspinspiel wurden die unterschiedlichen Charaktereigenschaften der Beläge deutlich. Während die Topspinkurve des nanoFlex FT45 relativ flach für einen Tensor ist und bei harten, direkten Schlägen in Tischnähe punkten konnte, so ist der Bluefire eher aus der Halbdistanz zu Hause. Besonders beim Gegentopspin wurde dies deutlich. Hart getroffene Bälle in Tischnähe sprangen beim Bluefire JP02 vermehrt hinten raus. Macht man jedoch ein oder zwei Schritte Richtung Halbdistanz, dann kam eigentlich jeder Ball, egal ob hart oder weich getroffen, nach belieben. Der nanoFlex FT45 zeigte genau das Gegenteil. Gegentopspins, hart getroffen in Tischnähe und aus der Kurzdistanz, waren eine Augenweide. Wurde man jedoch weiter hinter gedrängt, dann stieg die Fehlerquote bzw. es wurde schwierig den richtigen Balltreffpunkt zu finden. Eine nicht optimale Stellung wird vom Gewo nanoFlex FT45 mehr bestraft als vom Donic Bluefire JP02.

Blocken ging mit beiden Belägen einfach und ohne Probleme. Der nanoFlex profitiert vom direkten Anschlag und es kann ohne Probleme auch Druck aus passiven Situation entwickelt werden. Der JP02 hat etwas mehr Katapult, wodurch sowohl passive als auch aktive Blocks gut spielbar sind. Auf ihre unterschiedliche Weise haben beide Beläge da große Vorteile.

Fazit:

Der Gewo nanoFlex FT45 erinnert doch sehr an den Tibhar Evolution EL-P. Der nanoFlex ist aber nicht ganz so schnell und spinnig.

Der Donic Bluefire JP02 reiht sich nahtlos in die Bluefire-Serie ein. Interessant ist aber der großporige Schwamm, welcher ansonsten nicht in der JP-Reihe vorkommt. Alles in allem bildet der Bluefire JP02 nicht nur die Mitte der JP-Reihe, sondern siedelt sich von den Spieleigenschaften zwischen der M-Reihe und der JP-Reihe an.
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