Joola Rhyzer 43 – So heißt die dreizehnte Belagneuheit mit dem bekannten dünnem Obergummi, was in der maximalen Schwammversion den Einsatz eines dickeren Schwammgummis erlaubt.
Die Ausrichtung der härteren Version, des Joola Rhyzer 48, habe ich bereits in dem dortigen Testbericht herausgestellt. Prinzipiell weisen die verschiedenen Beläge dieser Generation entweder kurze oder lange Noppen unter dem Obergummi auf.
Joola hat sich zunächst einheitlich für längere Noppenhälse entschieden, wodurch ein insgesamt weicheres Spielgefühl vorliegt, als die Schwammhärte eigentlich aussagt. Das verstärkt das verschobene Verhältnis von Schwamm und Obergummi noch mehr in Richtung Katapult und Dynamik.
Dagegen wird die Belagneuheit 2018, der Joola Rhyzer Pro 50, mit kürzeren Noppen und einem sehr harten Schwamm ausgestattet sein. Daher konzentriert sich der dritte Rhyzer-Belag wohl mehr auf höherklassige Spieler, die mit so einer Gesamthärte umgehen können. Aber dazu mehr, wenn ich die Belagneuheit selbst testen konnte.
Interessant wird im Test des Rhyzer 43 ein kleiner Vergleich zu den anderen weicheren Belägen dieser Generation sein. Zu nennen sind hierbei der andro Rasanter R42, andro Rasanter V42 und Donic Bluestorm Z3.
Technische Eigenschaften des Joola Rhyzer 43
Beim Betrachten des Belags sticht natürlich der pinkfarbene, grobporige Schwamm heraus. Nachdem die Tischtennismarken noch bis vor wenigen Jahren recht konservative Schwammfarben verwendet haben, setzt sich der Trend zu immer extremeren, schrillen Farbgebungen fort.

Daneben ist die Flexibilität eines grobporigen, modernen Tensorschwammes bekannt.
Das Auswiegen des Joola Rhyzer 43 (schwarz, 2,0mm) weißt ein recht durchschnittliches Resultat auf. Mit Verpackung kommen 89g auf die Waage. Der ungeschnittene Belag hat ein Gewicht von 65g. Geschnitten auf mein Stiga Holz verbleiben 43g.
Spieleigenschaften des Joola Rhyzer 43
Das Einspielen zeichnet sich vom ersten Moment an durch ein sehr weiches, katapultstarkes Spielgefühl aus. Die große Lebendigkeit des Joola Rhyzer 43 macht es sehr einfach, den Ball über das Netz zu spielen.
Topspin und Auswirkungen des Belagkonzepts

Trotz der Auswahl der 2,0mm Schwammversion kommt beim Rhyzer 43 das typisch schwammlastige Anchlaggefühl durch. Ich hatte in der jüngeren Vergangenheit des öfteren Anfragen zu beantworten, ob das Konzept nur in Verbindung mit dem extradicken Schwamm funktioniert.
Dem kann ich eindeutig widersprechen. Alle Beläge mit dünnem Obergummi wirken schwammlastiger, weicher und katapultiger, als vergleichbare Beläge mit dem herkömmlichen Schwamm-Obergummi-Verhältnis.
Ballflugkurve, Endschlag und Belagvergleich
Bei starker Armbeschleunigung und hartem Treffpunkt wirkt der Joola Rhyzer 43 eher wie ein typischer Softbelag. Die flache Ballflugkurve sorgt im Spinspiel für eine gewisse Gefährlichkeit, da die ankommende Rotation leicht unterschätzt wird.

Das größte Problem mit dem Rhyzer 43 ist im Endschlag zu finden. So sehr der Belag es einfach macht, den Ball mit Kontrolle und Gefühl über das Netz zu spielen, so sehr fällt es schwer, den Ballwechsel zu beenden. Es wird schmerzlich Durchschlagskraft und Power vermisst.
Halbdistanz und Blockspiel
Die Auswirkungen sind ebenfalls im Halbdistanzspiel spürbar. Aus der Distanz wurde ich sehr schnell noch weiter weg von der Platte gedrängt. Die sicheren, aber harmlosen Gegentopspins können von technisch starken Spielern mühelos von der Platte geschossen werden.

Dieser Eindruck setzt sich beim Betrachten des Blockspiels fort. Passive Blocks sind die absolute Stärke des Belags. Flach, wenig schnittanfällig und kontrolliert kann jeglicher Topspin geblockt werden. Der stark einsetzende Katapult kompensiert einen zu späten oder falsch gesetzen Balltreffpunkt in fast allen Situationen.
Im aktiven Blockspiel kommt es auf die Dosierung des Drucks an. Plötzliches, hartes in den Ball gehen funktioniert kaum, da die späte Reaktion des weichen Belags den Schlag sehr ungenau macht. Dagegen macht ein wohldosierter, aktiver Druck beim Blocken den Joola Rhyzer 43 zu einer absoluten Waffe.
Aufschlag und Rückschlag
Bei eigenen Aufschlägen kann ein guter Spin erzeugt werden. Allgemein liegt das Spinniveau des Belags im mittleren Bereich des Belagsspektrums, was aber typisch für weiche Beläge ist. Ansonsten macht der weiche, tiefe Treffpunkt das Aufschlagen sehr einfach, wenngleich mit persönlich etwas Giftigkeit fehlt.

Die Grenzen der Fehlertoleranz sind allerdings im aktiven Rückschlagspiel spürbar. Flips wirken recht ungefährlich. Zu lang geratene Aufschläge können nur langsam eröffnet werden, was direkte Punktegewinne schwierig macht. Ab einer gewissen Schlaghärte ist der Belag zu soft und indirekt.
Schuss und Ballonabwehr
Im Schusspiel hatte ich demnach auch meine Probleme. Beim Versuch, einen direkten Punktgewinn zu erzielen, bin ich doch recht gescheitert. Dagegen macht die Ballonabwehr wiederrum sehr viel Spaß. Die abgewehrten Bälle in Form von Bogenlampen sind sehr einfach spielbar. Bei Gegenangriffen wirkt der Belag hingegen harmlos.
Fazit zum Joola Rhyzer 43
Ich bin doch ziemlich überrascht gewesen, wie viel Spaß mir der Test mit dem Rhyzer 43 gemacht hat. Dabei war der Belag ähnlich überzeugend wie der Bluestorm Z3. Lediglich etwas weicher und katapultiger im Vergleich, zusammen mit den erwähnten Abstrichen in Sachen Rotation.

Das Zielpublikum des Belags sind alle Spieler, die sich einen fehlerverzeihenden Belag suchen. Das macht im besonderen auf der Rückhandseite Sinn, wenn eine Schwäche in der Aufschlagannahme vorliegt. Auch das Blocken ist eine absolute Stärke.
Ob jetzt der typsische Spinspieler, der gerne Softbeläge spielt, mit dem Joola Rhyzer 43 den richtigen Belag findet, weiß ich allerdings nicht. Es gibt einfach zu viele Softbeläge auf dem Markt, die bei Topspinschlägen besser aussehen, wenngleich der Rhyzer 43 auch seinen Scharm hat.
✓ Fehlerverzeihend in der Aufschlagannahme
✓ Blockspiel
✓ Katapultstark
✓ Kontrolliert
✗ Endschläge
✗ Halbdistanzspiel
✗ Mangelndes Leistungspotential bei hoher Schlaghärte











