Joola Samba 27 Testbericht

Joola Samba 27 und 19 ObergummiWenn ich mich in den Foren so umschaue, dann werden die neuen Samba Beläge von Joola mit Spannung erwartet. Zudem kommt immer wieder die Frage auf, ob die japanischen Hersteller mittlerweile die Vormachtsstellung vom deutschen Belaghersteller ESN ankratzen können. Beim Test des Joola Samba 27 will ich mich auf zwei Kernfragen konzentrieren: Kann ein Belag Made in Japan mit einem Belag Made in Germany mithalten? Dazu stelle ich auch die Unterschiede vor im Bezug auf den Joola Samba 27. Und lohnt es sich, einen Joola Samba 27 oder 19 zu kaufen? Ich denke, nachdem ich auch die neuen Stiga Mantra Beläge getestet habe, werde ich mal einen Beitrag schreiben „Der Tischtennisbelag: Made in Japan vs. Made in Germany“.

Technische Eigenschaften des Joola Samba 27

Joola Samba 27 und 19 Schwamm
Joola Samba 27 und 19 Schwamm

Was mir zunächst auffällt, ist die farbliche Komponente. Auf den ersten Blick sieht der Joola Samba 27 wie ein Tenergy Belag aus. Die Schwammfarbe ist nahezu identisch. Auch sind die Poren nicht so groß wie bei den aller neuesten ESN Belägen. Die Noppenstrukur ist sehr kurz ausgelegt und zudem nahe beieinander stehend. Daher würde ich vermuten, dass der Belag wenig Katapult besitzt. Der Schwamm ist medium-hart bis hart (47° oder 48°). Das Obergummi macht einen sehr griffigen, auf einer Vorstufe zum klebrigen, Eindruck. Mein Exemplar ist schwarz 2,0mm. Das Gewicht mit Verpackung beträgt 87g und ohne 68g.

Spieleigenschaften des Joola Samba 27

Beim Einkontern merke ich, wie sehr sich der Joola Samba 27 sich dann doch von einem typischen ESN Tensor Belag unterscheidet. Zu aller erst ist das Anschlaggefühl „trockener“. Der Katapult wirkt anders, wodurch mir das gewohnte Feeling zunächst fehlte. Die Flugkurve des Joola Samba 27 ist sehr flach und der Belag wirkt enorm direkt im Spiel. Dadurch lassen sich vor allem harte, schnelle Topspinschläge spielen, die eine gute bis sehr gute Durchschlagskraft besitzen. Das Spin-Niveau liegt im unteren Bereich der FKE-Beläge, wobei sich harte Schläge mit ordentlichem Spin spielen lassen.

Aus der Halbdistanz merke ich den fehlenden Katapult des Belags. Der Samba 27 zündet am besten in Tischnähe. Zwar ist das Obergummi zunächst sehr griffig, dennoch lassen sich spinreiche Gegentopspins eher schlecht spielen. Gehe ich einen Schritt nach vorne und ziehe direkt durch, dann kann ich die Gegner wiederum stark unter Druck setzen. Die Fehlerquote ist dabei beachtlich gering.

Sanft getroffene Aufschläge lassen sich sehr spinreich spielen. Die Platzierung geht sehr einfach von der Hand, da kein kein störender Katapult die Präzision beeinflusst. Bei der maximalen Rotation müssen auch hierbei Abstriche gemacht werden.

Die Rückschläge sind ebenso sehr einfach und kontrolliert spielbar. Zwar ist der Joola Samba 27 ein medium-harter Angriffsbelag, dennoch ist die Kontrolle sehr hoch und die Spinanfälligkeit extrem niedrig, was eher untypisch für Beläge in diesem Segment ist.

Das Blockspiel zeichnet ein ähnliches Bild. Die Kontrolle über passive Blocks ist ziemlich genial. Leider muss ich als Angriffspieler aber auch Abstriche machen, vor allem bei harten, schnellen Blocks und Spinblocks, denen es an Tempo oder die Rotation fehlt. Bedingt durch die flache Flugkurve können die Gegner mit wenig Tempo ihre zweiten und dritten Topspins spielen, wodurch sich wieder mehr Möglichkeiten darbieten, selbst die Initiative zu ergreifen.

Im Schussspiel zeigt sich der Joola Samba 27 sehr sicher und dennoch druckvoll. Leider kann auch in der Ballonabwehr nicht die Performance anderer Beläge erreicht werden. Für ein effektives Halbdistanzspiel fehlt dem Belag einfach der Katapult und die letzte Dynamik.

Fazit zum Joola Samba 27

Vor einiger Zeit wurde ich mal nach einem Angriffsbelag gefragt, der relativ hart sowie schnell ist und dennoch eher für unterklassige Spieler geeignet ist. Hier ist der Belag!

Wenn ich von der Prämisse eines Hochleistungsbelags ausgehe, dann würde der Joola Samba etwas enttäuschen. Suche ich aber einen kontrollierbaren Angriffsbelag für das tischnahe Spiel, der vor allem harte, schnelle Topspins zulässt, dann ist der Joola Samba 27 ein großartiger Belag.

Je weiter man sich vom Tisch entfernt, so fehlt wiederrum die letzte Dynamik oder der Katapult im Spiel. Ich denke dahingehend sind wir von ESN Belägen verwöhnt, deren Katapult alles von alleine macht. Dass dabei die Kontrolle leidet, merke ich durch den Test eines Japan-Belags wie den Joola Samba 27.

Soweit die neuen Sambas als Referenz taugen, so möchte ich sagen, dass ein Vergleich von ESN Belägen mit japanischen FKE Belägen schwierig ist, da die konzeptionelle Ausrichtung eine andere ist. Qualitativ kann ich keine Unterschiede feststellen. Sprechen die meisten ESN Beläge eher höherklassige Topspinangreifer an, so stellen zumindest die Joola Sambas eine kontrollierbare Alternative für ein direktes Angriffspiel dar.

Joola Samba 27

36,89€
8.4

Spieleigenschaften

8.5/10

Qualität/Haltbarkeit

8.5/10

Preis-Leistungsverhältnis

8.3/10

Pros

  • Tischnahes Spiel
  • Harte Topspins
  • Kontrolle im Blockspiel
  • Spielbar mit wenig Trainingsaufwand

Cons

  • Fehlende Dynamik aus der Halbdistanz
  • kein Spinmonster
  • kein High-End-Belag
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