Wenn nach dem besten Klassikerbelag aus dem Hause Tibhar gesucht wird, muss der Tibhar Rapid genauer betrachtet werden.
Dieser streitet sich etwas mit dem Tibhar Speedy Spin um die TOP-Position. Daher ist es für mich notwendig, den Belag im Vergleich zu dessen Konkurrenz, auch in Bezug zu Belägen anderer Marken, richtig einordnen zu können.
Die bisherigen Tests um die Belagklassiker haben gezeigt, dass die Unterschiede nicht so groß sind. Dafür kristallisieren sich eindeutige Eigenarten auch bei den Klassikern heraus.
Im Fall des Speedy Spin war es die flache Ballflugkurve und die hohe Dynamik, welche der Belag im Angriffsspiel entwickelt. Was den Tibhar Rapid auszeichnet, wird hoffentlich mein Testbericht herausstellen können.
Technische Eigenschaften des Tibhar Rapid

Der Schwamm liegt eindeutig im Medium-Bereich. Daher ist der Belag von der Gesamthärte im Medium bis Medium-Hart Bereich einzuordnen.
Mein Testexemplar (rot 2,0mm) brachte mit Verpackung 91g auf die Waage. Im ungeschnittenen Zustand machte das demnach 62g. Geschnitten auf ein Stiga Allround Classic Carbon verblieben noch 41g.
Spieleigenschaften des Tibhar Rapid
Vom ersten Konterschlag an wird deutlich, dass der Tibhar Rapid ein offensiv ausgerichteter Klassikerbelag ist. Obwohl dieser nur mit einem Medium-Schwamm ausgestattet ist, liegt das Grundtempo im oberen Klassiker-Bereich.
Spinspiel und Rotation

Dagegen kann mit dem Rapid deutlich mehr Bogen erzeugt werden. Bei der Topspineröffnung auf Unterschnitt liegt die Stärke des Belags. Stabil und mit viel Spin versehen kommen die Topspins mit einer hohen Quote auf der anderen Plattenhälfte an.
Am besten lässt sich der Belag dabei mit dem Butterfly Sriver und dem Donic Coppa vergleichen und einordnen. Während der Sriver noch etwas härter ist und über etwas mehr Rotation und Kurve verfügt, schlägt der Rapid den Coppa in dieser Kategorie.
Der Coppa ist, wie auch der Vario, von der Gesamthärte noch etwas weicher und flexibler ist. Durch seinen Medium-Schwamm und dem mittelharten Obergummi scheint der Rapid optimal für das Spinspiel ausgelegt zu sein.
Halbdistanz und Gegentopspin
Aus der Halbdistanz kann recht ordentlich agiert werden. Leider fehlt aber die letzte Dynamik und Power, um auch aus der Distanz eine große Gefahr auszustrahlen.
Besonders gut gefällt mir aber die Spinmitnahme der gegnerischen Topspins. So kann in Gegentopspinduellen dennoch mitgehalten werden. Nur der Sriver und Yasaka Mark V haben mir speziell bei spinreichen Gegentopspins noch besser gefallen.
Aufschlag – Rückschlag

Sehr exakt kann, wie zu erwarten, der Ball im Platzierungspiel gesetzt werden. Zudem lässt sich der Klassiker beim Aufschlagen recht einfach spielen, was vor allem dann aufgefallen ist, als ich zwischen Tensoren und dem Testbelag hin und her gewechselt habe.
Im Rückschlagspiel gelingen das kurz Legen oder der Druckschupf ganz gut. Im allgemeinen wirkt der Tibhar Rapid recht kontrolliert. Allerdings nimmt das Obergummi auch eine gute Portion Spin an. Im Vergleich ist wohl der Donic Coppa etwas einfacher und flexibler zu spielen.
Block, Schuss und Ballonabwehr

Aktive Blockbälle können in einem flachen Winkel weggedrückt werden. Ganz so einfach und dominant wie mit dem Donic Coppa kann jedoch nicht agiert werden. Aktive Flips oder auch Bananenflips besitzen ein gutes, passables Niveau.
Im Schussspiel zeigt sich der Tibhar Rapid recht sicher und präzise. Die letzte Power und Durchschlagskraft fehlen logischerweise. Im Vergleich zum Tibhar Speedy Spin ist der Rapid, trotz seines Namens (laut Duden bedeutet „rapid“: (besonders von Entwicklungen, Veränderungen o. Ä.) überaus schnell [vor sich gehend]), deutlich langsamer einzuordnen.
In der Ballonabwehr können die Bälle gut umwickelt werden. Ich hatte stets ein gutes Ballgefühl. Gegenangriffe können nur auf Basis von Rotation gestartet werden.
Fazit zum Tibhar Rapid

Objektiv gesehen ordnet sich der Rapid von den Spieleigenschaften her zwischen Butterfly Sriver und Donic Coppa ein. Also nicht ganz so dominant und spingeladen wie der Sriver, aber doch schon aggressiver als der Coppa.
Der Belag spricht klassische Spinspieler an, die zwar einen Angriffsbelag suchen, welcher aber etwas zahmer sein darf und auch über etwas mehr Kontrolle verfügt. An die Power und Härte der Beläge Mark V, Sriver oder eben Speedy Spin kommt der Tibhar Rapid nicht ganz ran.
Dennoch würde ich den Rapid im Medium Bereich als Spinspieler dem Coppa, Vario oder Mark V GPS vorziehen.
✓ Topspineröffnung auf Unterschnitt
✓ Mix aus Offensive und Kontrolle
✓ Gute Spinentwicklung
✓ Günstig
✗ Härte im Endschlag
✗ Gefährlichkeit
✗ Guter, aber nicht maximaler Spin










