Der Tibhar Speedy Spin stellt neben den bekannten Klassikern Yasaka Mark V, Butterfly Sriver oder Donic Coppa eine weitere Variante für das klassische Angriffspiel dar.

Und dennoch konnte er viel Druck und Rotation mit dem Klassiker aus dem Hause Tibhar erzeugen. Durch seinen extrem guten Armzug und seiner Physis (auch ein langjähriger Tennisspieler) schlagen seine schnellen Topspinschläge auf deiner Plattenseite wie am Fließband ein.
Ich habe mich immer gefragt, wie das mit einem ungeklebten Klassiker möglich ist.
Nachdem ich nun den Tibhar Speedy Spin ausführlich testen konnte, ist mir so einiges klarer geworden. Natürlich gibt der Belag nicht die Möglichkeiten eines Tibhar Evolution MX-P oder Tibhar Aurus Prime her. Aber dennoch hat mich der Speedy Spin beeindruckt.
Im übrigen gab es eigentlich eine weichere Variante mit dem Tibhar Speedy Spin FX Premium. Leider war diese im Rahmen meiner Klassikertests nicht verfügbar und wohl endgültig ausverkauft bei Tibhar. Eigentlich schade.
Technische Eigenschaften des Tibhar Speedy Spin
Die Gesamtkomposition des Belags ist sehr interessant. Das Obergummi wirkt relativ matt und nicht so griffig, wie beispielsweise beim Mark V. Außerdem ist das Obergummi relativ weich ausgelegt.

Das gibt den ersten Aufschluss über die zu erwarteten Spieleigenschaften.
Das Gewicht meines Testexemplars (rot 2,1mm) war mit Verpackung 91g. Der ungeschnittene Belag kam dabei auf 64g, während dieser geschnitten auf mein Butterfly Holz 44g auf die Waage brachte.
Getestet wurde der Belag auf einem Primorac, dem Xiom Vega Pro Holz und dem Tibhar Illusion Killer.
Spieleigenschaften des Tibhar Speedy Spin
Beim Einkontern wird schnell klar, dass der Belag kein langsamer vertreter unter den Klassikern ist. Das weiche Obergummi ist bei direkten Konterschlägen kaum spürbar, sondern es herrscht ein sehr hartes, ganz leicht katapultiges, Spielgefühl vor.
Topspin, Technik und Dynamik
Die ersten Topspins gaben mir allerdings Rätsel auf. Die weichen, nach oben gezogenen Spinbälle hatten sehr wenig Tempo und Rotation. Das Obergummi greift den Ball zwar gut und nimmt diesen mit, aber das Rotationsniveau ist vergleichsweise gering, wenn ich mit meiner normale Technik spiele.

Bedingt durch das weiche Obergummi kann der Ball sehr gut umwickelt werden. Je nachdem wie viel Druck dann auf den Ball durch den Schwamm kommt, kann das Tempo dabei gut dosiert werden.
Bei schnellen Angriffsschlägen und harten Eröffnungsspins explodiert der Tibhar Speedy Spin förmlich. Es kann eine, für Klassiker untypisch hohe, Geschwindigkeit und Dynamik erzeugt werden. Die Ballflugkurve ist im allgemeinen sehr flach. Dennoch besitzen speziell die schnellen Spinbälle sehr viel Rotation.
Halbdistanz, Ballflugkurve und Beinarbeit

Der Nachteil mit dem Speedy Spin ist die flache Ballflugkurve, wenn die Stellung zum Ball schlechter ist und zugleich keine Zeit bleibt, um den Ball mit dem Handgelenk zu umwickeln. Solche Schläge sind dann sehr harmlos und fehleranfällig.
Daher ist es immer wichtig, gut auf den Beinen zu sein, die Stellung zum Ball optimal zu halten und mit dem Handgelenk bei weichen Schlägen zu arbeiten.
Block und Rückschlag
Im passiven Spiel, besonders beim Blocken, funktioniert der Speedy Spin optimal. Die flache Ballflugkurve, die geringe Spinanfälligkeit des Obergummis und der harte Schwamm sind die ideale Kombination im Blockspiel. Bei 
Im aktiven Block kann sehr viel Tempo und Druck auf den Ball gebracht werden, wodurch die Gegner wenig Zeit haben, ihre Angriffsschläge anzubringen.
Das Rückschlagspiel funktioniert der Belag ebenso gut. Kurzes Legen und das Platzierungsspiel gelingen mühelos. Die Aufschlagannahme ist durch die geringe Schnittanfälligkeit sehr einfach.
Harte Flips über dem Tisch sind eine weitere Stärke des Tibhar Speedy Spin. Mehr Kurve würde ich mir allerdings bei meinen Bananenflips wünschen. Die Schnittentwicklung ist dabei zwar ok, aber nicht die beste.
Aufschlag, Schuss und Ballonabwehr

Im Schussspiel ist der Tibhar Speedy Spin zu Hause. Es kann sehr viel Tempo erzeugt werden. Die Präzision ist ebenfalls gut. Aus der Ballonabwehr wirkt der Belag etwas gefühlvoller, als es beispielsweise der Mark V ist. Im Gegensatz zu den meisten anderen Klassikern kann auch aus der Tischferne heraus Druck aufgebaut werden, um sich aus der Umklammerung zu befreien.
Fazit zum Tibhar Speedy Spin
Der Belag hat mich zu anfang wirklich vor einige Rätsel gestellt. Das liegt daran, dass dieser nur unter gewissen Bedingungen sein Potential entfalten kann. Was der Speedy Spin aber dann zu liefern im Stande ist, hat mich beeindruckt.

Bei weichen Schlägen erfordert der Speedy Spin jedoch auch die Fähigkeit, den Ball mit dem Handgelenk zu umwickeln, da ansonsten zu viele Fehler und harmlose Bälle die Folge sind. Das und eine gute Beinarbeit, sowie optimale Stellung zum Ball sind die Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches Spielen mit dem Belag.
Daher empfehle ich den Belag für physisch starke, tempoorientierte Angreifer, die aus allen Lagen Tempo machen wollen, aber mehr Rückmeldung und ein direkteres Spielgefühl brauchen, als es die modernen Beläge bieten können.
Tibhar Speedy Spin
Pros
- Schnelle Topspins
- Auch Power in Halbdistanz
- Schnelle, flache Blocks
- Wenig Spinanfällig
- Allgemeine Power und Dynamik
Cons
- Weiche Spinbälle schwierig
- Physis und Stellung zu Ball erforderlich
- Anspruchsvoll
- Notschläge










