Als ich beim Erstellen der japanischen Verkaufscharts den Yasaka Original Extra in den TOP 10 entdeckte, musste ich ehrlich gesagt gestehen, dass ich von dem Belag noch nichts gehört hatte.
Auf meiner Suche in den deutschen Tischtennis Online Shops konnte ich den Belag weder in den großen Online Shops um Contra & Co., noch bei meinem langjährigen Shoppartner TT-SHOP.de* finden.

Selbst mit internationalem Versand (Großbritannien) machte das gerade mal 23€ aus.
Damit ist der Original Extra deutlich günstiger als die Premium-Klassiker um Yasaka Mark V und Yasaka Mark V GPS.
Konkurrenz wird der Belag aber wohl der langsamsten Version der Mark V Belagreihe, dem Mark V XS, machen, welchen ich erst nach den Klassikerwochen testen werde.
Technische Eigenschaften des Yasaka Original Extra

Der Schwamm ist sehr weich ausgelegt. In Verbindung mit dem Obergummi schätze ich, dass der Belag sehr langsam und mit viel Kontrolle ausgestattet sein wird.
Das Gewicht meines Testbelags (schwarz 2,1mm) betrug mit der Verpackung 85g. Ausgepackt und ungeschnitten waren es 63g. Geschnitten auf mein Stiga Holz zeigte die Waage 42g an. Damit ist der Belag, trotz dessen Softcharakters, genauso schwer wie die härteren Klassikerbeläge.
Spieleigenschaften des Yasaka Original Extra
Beim Einspielen mit dem Yasaka Original Extra fällt gleich auf, dass es sich um einen sehr kontrollierten, katapultarmen und sehr rotationsintensiven Tischtennisbelag handelt.
Durch das geringe Tempo, in Verbindung mit der geringen Katapultwirkung, fühle ich mich doch sehr an die weichen Chinabeläge erinnert. Dennoch hat der Belag klar den Charakter eines japanischen Klassikerbelags.
Topspin und Endschläge

Manchmal wird der Schnitt stark unterschätzt. Mit dem Kontakt auf der Platte beschleunigen die Bälle bei spinreichen Topspins, bedingt durch die Rotation des Balles, stark, was das Ganze gefährlich macht.
Bei schnellen Endschlägen stößt der Yasaka Original Extra doch an seine Grenzen. Ohne eine Kombination mit einem schnellen Offensivholz sind Endschläge nur in Verbindung mit Rotation, aber nicht allein durch die Durchschlagskraft, gefährlich.
Halbdistanz und Schnittabwehr
Aus der Halbdistanz zeigt der Belag zwei Gesichter. Gegen passiv gespielte Bälle des Gegners kann aus der Tischferne kaum Druck oder ein gefährliches Spiel aufgebaut werden.

Lediglich die Schnittabwehr kann aus der Distanz hervorragend gespielt werden. Die Unterschnittabwehr kann sehr flach und rotationsstark gehalten werden, ohne eine sonderlich große Fehlerquote hervor zu rufen.
Die besondere Stärke liegt also im sicheren Spinspiel, sowohl in der Abwehr, als auch im Angriff. Daher dürfte der Yasaka Original Extra vor allem für Allrounder interessant sein, die ihre Gegner mit verschiedenen Schnittvarianten aus der Defensive heraus oder im moderaten Topspinspiel gefährlich werden wollen.
Block und Aufschlag

Die gedrückten Blocks im aktiven Blockspiel sind sehr tückisch, erfordern allerdings auch für geübte Spieler das nötige Timing und viel Übung.
Das Aufschlagspiel geht einfach von der Hand. Ähnlich wie andere griffige Klassiker lässt sich auch mit dem Original Extra ein guter Schnitt erzeugen. Sehr einfach sind vor allem die kurzen Aufschläge spielbar.
Rückschlag, Schuss und Ballonabwehr

Returnierbar sind übrigens auch die schlecht getroffenen Rückschläge. Allerdings kommen diese etwas ungenau und hoch, wenn nicht auf den gegnerischen Schnitt aufgepasst wird. Ein guter, erfahrener Gegner mit gefährlichen Aufschlägen kann diese Spinanfälligkeit schnell ausnutzen.

Während der sichere Bananenflip eine weitere Option darstellt, um den Belag zum eigenen Vorteil zu nutzen, fallen schnelle und direkte Flips eher schwer.
Im Schussspiel fehlt dem Belag der Biss und die Schlaghärte. Dennoch kann grundsolide und sicher angegriffen werden. Aus der Ballonabwehr heraus kann eine schöne Portion Rotation hinzugefügt werden. Interessant und störend für meine Gegner war der Wechsel zwischen Ballonabwehr und Unterschnitt, da nur wenig Druck gegen so ein krummes, spinreiches Defensivspiel aufgebaut werden kann.
Fazit zum Yasaka Original Extra
Mit dem Yasaka Original Extra existiert ein sehr interessanter Belag auf dem Markt, welcher für den klassischen Allrounder eine interessante Option sein dürfte.

Durch das gemäßigte Tempo eignet sich der Original Extra auch für das Erlernen des Spinspiels im Anfängerbereich. Falsche Schlägerhaltung werden im gleichen Maße verziehen wie auch bestraft. Für das grundlegende Verständnis von Rotation bietet dieser mehr Vorteile als Nachteile.
Am ehesten würde ich den Belag als weichere Variante zum Tibhar Vari Spin ansehen. Mit weichen, katapultigen Belägen wie dem Joola Samba hat der Yasaka Original Extra hingegen wenig zu tun.
✓ Gefährlicher Unterschnitt
✓ Spinnige Topspins
✓ Sehr kontrolliert
✓ Günstig
✗ Schnittanfällig
✗ Kaum Durchschlagskraft
✗ Nicht in Deutschland erhältlich










