Der Joola Rhyzer 48 ist ein weiterer Belag mit einem Ultradickem Schwamm und dünner gehaltenem Obergummi. Während es von den andro Rasanter Belägen sechs verschiedene Versionen gibt, von den Donic Bluestorms drei Belagversionen und bei Tibhar der Aurus Prime und Select angeboten werden, komplettiert der Rhyzer 43 die zwei Varianten aus dem Hause Joola.
Eigentlich genug Beläge, um eine treffende Auswahl zu treffen. Wird jedoch bedacht, wie viele Tischtennisbeläge mit einem üblichen Verhältnis zwischen Obergummi und Schwamm auf dem Markt erhältlich sind, wirkt die Anzahl 13 verschwindend gering.
Daher kann ich mir durchaus vorstellen, dass der Joola Rhyzer 48 mich überraschen könnte. Doch wie sich der moderne Tensorbelag in das Kabinett der Tischtennisbeläge einordnen wird, versuche ich in meinem Testbericht herauszustellen.
Technische Eigenschaften des Joola Rhyzer 48

Dass der Belag aber deutlich weicher wirkt, liegt an den recht dünnen Noppenhälsen und der flexibel gestalteten Gummimischung, sowie dem recht großporigen Schwamm. Damit sind Spieleigenschaften in die Richtung eines andro Rasanter V47 oder Donic Bluestorm Z2 zu erwarten, geht man lediglich vom ersten Eindruck aus.
Beim Gewicht konnte ich ähnliche Größenregionen zum Rest dieser Tensorgeneration feststellen. Mein Testexemplar (rot Max.) brachte mit Verpackung 93g auf die Anzeige. Ausgepackt waren es noch 70g. Geschnitten auf Stiga-Standard-Maß hatte der Belag ein Gewicht von 47g.
Spieleigenschaften des Joola Rhyzer 48

Durch den starken Katapult geht das Kontern sehr einfach. Die geradlinige Beschleunigung bei Tempoerhöhungen ist schon beeindruckend. Der Vorteil des Belagkonzepts wird durch das weichere Spielgefühl deutlich. Wie schon bei seinen Konkurrenzprodukten besitzt auch der Rhyzer 48 sehr viel Ballkontrolle, obwohl recht viel Geschwindigkeit vorhanden ist.
Topspin, Ballflugkurve und Endschläge
Das Topspinspiel geht einfach von der Hand. Im Gegensatz zu den katapultarmen Topspinbelägen um Tibhar Genius oder Donic Baracuda kommt eine enorme Katapultunterstützung durch. Selbst wenn ich versuche spinnig und langsam zu ziehen, springt der Ball aus dem Schläger sehr flach und nach vorne gerichtet heraus.

Wo ich Probleme hatte, waren die schnellen Endschläge am Tisch. Geht man scharf und kraftvoll in den Ball, wirkt der Joola Rhyzer 48 schon sehr weich, fast schon wie ein Medium-Belag. Auf einem steifen Carbonholz tritt dieses Problem nicht auf und es ist ein gutes Spielgefühl vorhanden.
Halbdistanz und Gegenspin

Bei Gegentopspins ist die Fehlerquote gering und es kann stets die Initiative ergriffen werden. Der Gegenspin auf die gegnerische Eröffnung funktioniert gut. Was mir aber fehlt ist die Killerfähigkeit des Aurus Prime in dieser Disziplin. Der Rhyzer 48 überzeugt bei Gegentopspins eher in den längeren Ralleys, die nicht auf den direkten Punktgewinn gehen.
Das Blocken

Für mein Spielgefühl, und das geht mir eigentlich bei allen Belägen dieser Art so, vielleicht nur nicht beim Aurus Prime, wirkt der Joola Rhyzer 48 etwas zu indirekt. Ich bin aber auch jemand, der einen direkten Anschlag einfach braucht.
Das Obergummi ist sehr griffig und nimmt im übrigen recht viel Schnitt an. Allerdings ist dieses zugleich sehr flexibel und absorbiert den ankommenden Spin. Irgendwie. Ist schwer zu beschreiben, aber von mehreren Spielern bestätigt worden, die damit mal geblockt haben. Im Resultat wirkt der Belag nicht sonderlich schnittanfällig.
Aufschlag, Rückschlag und Flip

Das Rückschlagspiel gelingt einfach und unkompliziert. Die Quote passt. Probleme hatte ich sehr präzise zu spielen. Da hat mir der einsetzende Katapult zu schaffen gemacht. Kurz Legen geht nur über das reine Ballgefühl und nicht über präzises, hartes reingehen.
Das Flipen hinterlässt einen gemischten Eindruck. Der Bananenflip wirkt sehr gefährlich, da zum einen sehr viel Rotation auf den Ball gebracht wird und zum anderen dieser in der Flugphase stark abtaucht. Das direkte Flipen wirkt total schwammig und ungenau. Auch mit einem Carbonholz ändert sich daran nichts.
Schuss und Ballonabwehr

In der Ballonabwehr hatte ich sehr viel Spaß. Das katapultige Spielgefühl vermittelt eine große Spielfreude. Der Ball gräbt sich schön ein und wird im optimalen Tempo zurückgeschleudert. Die Grabenkämpfe können also kommen 😉 Gegenangriffe sind sowohl mit Spin, als auch mit Tempo, möglich.
Fazit zum Joola Rhyzer 48
Wer hätte gedacht, dass mich der 12. Test eines Belags dieses neuen Konzepts nochmal überzeugen kann? Schade ist nur, dass Joola etwas zu spät die Rhyzer Beläge auf den Markt gebracht hat. Unter der Saison werden nur sehr wenige Spieler einen Wechsel in Betracht ziehen.

Vor allem das Spinniveau liegt zwischen den beiden Gruppen.
Der Joola Rhyzer 48 ist ein Belag, der sowohl am Tisch, als auch aus der Halbdistanz, seine Stärken hat. Der gute Mix führt zu einem sehr variablen Spiel.
Zudem ist ein sehr starker Katapult vorhanden, der zwar Fehler vermeidet, aber auch zu Ungenauigkeiten im direkten Spiel führen kann.
Daher würde ich den Joola Rhyzer 48 Angriffsspielern empfehlen, die einen schnellen Belag mit allen Angriffsoptionen suchen, aber dennoch ein lebendiges Spielgefühl und eine recht große Fehlertoleranz nicht vermissen wollen.
✓ Variable Angriffsmöglichkeiten
✓ Katapultstark und lebendig
✓ Blockspiel
✓ Viel Rotation trotz flacher Ballflugkurve
✗ Ungewöhnlich indirekt
✗ Starker Katapult über dem Tisch
✗ Zündet nur auf Carbonhölzer so richtig










