Donic Baracuda – Das giftige Spinmonster

Wer nach einer wahren Spinmaschine sucht, muss sich den Donic Baracuda näher anschauen. Dieser stammt aus der Generation der rotationsstarken, katapultarmen Topspinbeläge und sollte dem Branchenprimus Butterfly Tenergy 05 Konkurrenz machen.

Zusammen mit seinen Pendants der anderen Tischtennismarken, wie dem Tibhar Genius oder andro Hexer, mischte der Baracuda 2009 die Belaglandschaft auf.

Auch heute noch setzen viel Spieler auf den Tensorklassiker aus dem Hause Donic. Auch ich habe für eine gewisse Zeit den Baracuda gespielt, ehe ich letztendlich beim Tibhar Genius gelandet bin.

Zudem konnte ich viele Erfahrungen mit dem Donic Baracuda Big Slam sammeln, welchen ich schon etlichen Tischtennisspielern empfohlen habe, die nach einem spinnigen Medium-Soft Belag gesucht haben.

Im folgenden Test werde ich versuchen, die Stärken des spingeladenen Tischtennisbelags herauszustellen. Vor allem die Unterschiede zu anderen Tensoren mit hoher Ballflugkurve, auch zu nennen dem Xiom Vega Pro oder Nittaku Fastarc G-1, sollen heruasgestellt werden.

Technische Eigenschaften des Donic Baracuda

Besonders auffällig ist das zähe, robuste Obergummi des Baracuda. Dieses ist wohl dem des T05 am ähnlichsten, werden alle ESN Beläge betrachtet.

Unter den Tensoren finde ich eigentlich nur das Obergummi des Tibhar Aurus, welches einen noch zäheren Eindruck macht. Mithalten kann in dieser Kategorie vielleicht noch der Nittaku Fastarc G-1.

Der Schwamm ist medium-hart ausgelegt und wirkt heute wie ein standardmäßiger, feinporiger Tensorschwamm. Allerdings war diese Schwammtechnologie zu jener Zeit revolutionär.

Das Gewicht des Baracuda liegt im normalen Bereich eines harten Tensorbelags. Ich habe noch zwei Exemplare (rot und schwarz in 2,0mm) hier herumliegen. Beide wurden auf Stiga-Standardmaß geschnitten und wiegen 47g bzw. 48g.

Spieleigenschaften des Donic Baracuda

Der Donic Baracuda wirkt beim Einspielen gleich vertraut. Kommend vom Tibhar Genius habe ich überhaupt keine Umstellungsprobleme.

Der Belag besitzt ein extrem katapultarmes Spielgefühl bei langsamen Schlägen. In der Offensive jedoch kommen einige Temporeserven und viel Power zum Vorschein.

Im Vergleich spielt sich dieser recht ähnlich gegenüber einem gebrauchten Tenergy 05. Und auch undynamischer gegenüber dem Tibhar Genius.

Tischnahes Angriffspiel, Linearität und Endschlag

Im tischnahen Spinspiel liegt die absoulte Stärke des Donic Baracuda. Es kann mit maximaler Rotation im Topspinspiel agiert werden. Die Ballflugkurve ist dabei extrem hoch und wohl die höchste unter allen modernen Tensorbelägen.

Darüber hinaus wirkt der Belag sehr linear im Spielverhalten. Das ist vor allem auffällig gegenüber den neuesten ESN-Modellen, wie dem Xiom Omega VII Pro oder Tibhar Aurus Prime.

Es kommt nur so viel Power aus dem Belag heraus, wie auch hinein gesetzt wurde.

Das Obergummi wirkt bei direkten Endschlägen extrem kompromisslos. Zudem ist die Schnittübertragung überragend, wodurch sehr gefährliche Angriffsschläge enstehen.

Halbdistanz und Winkelspiel

In der Halbdistanz würde ich mir manchmal mehr Dynamik wünschen. Der Baracuda wirkt dort etwas leblos. Zudem ist die hohe Spinkurve hinderlich, wenn es mal nicht um Rotation, sondern um die Endgeschwindigkeit geht.

Wie ich schon im Bericht zum Tibhar Genius geschrieben habe, reagiert das Obermaterial anders bei extremen Gegentopspins und tangentialen Schlägen, wenn ein Vergleich zu aktuelleren ESN Tensoren angetrebt wird. Ich würde aber dem Baracuda einen sehr guten Ballkontakt bescheinigen.

Eine weitere Stärke des Baracuda ist auch das Winkelspiel. Eigentlich können darin nur zwei andere Beläge, der Nittaku Fastarc G-1 und, natürlich, der Tenergy 05, mithalten.

Ballkontrolle, Aufschlag und Rückschlag

Leider verzeiht der Donic Baracuda recht wenig Fehler. Bei schlechter Stellung zum Ball reagiert der Belag enorm auf den gegnerischen Spin. Auch geradlinige Bälle sind schwierig mit dem Meister der Ballflugkurven zu spielen.

Im Aufschlagspiel ist das jedoch ein großer Vorteil. Der Belag wirkt giftig und spinnig bei allen Varianten meiner Aufschläge. Durch den geringen Eigenkatapult lassen sich die Bälle sehr gut platzieren und steuern.

Im Rückschlagspiel nimmt der Belag die maximale Portion an gegnerischer Rotation an. Bei aktiven Schlagbewegungen und dem richtigen Lesen des ankommenden Spins ist das ein großer Vorteil. Dies erfordert logischerweise ein gutes Spielniveau.

Unkonzentriertheiten werden trotz der katapultarmen Eigenschaften kaum verziehen.

Was mir wahsinnig gut gefallen hat, waren die aktiven Flips über dem Tisch. Sowohl die direkten, harten Flips zum Punktgewinn, als auch die sicheren Bananenflips, gelingen sehr gut.

Blocks

Im Blockspiel hatte ich meine Schwierigkeiten. Selbst bei aktiven Blockbällen muss das Schlägerblatt stark geschlossen werden. Darin erinnert der Belag noch mehr an den T05.

Passive Blockbälle hatten eine hohe Fehlerquote zur Folge. Ich habe den Baracuda zunächst auf einem Vollholz gespielt, was im Spinspiel gepasst hat, aber im geradlinigen Spiel große Probleme bereitete.

Nach dem Wechsel auf ein Carbonholz ging es wesentlich besser. Wie auch schon beim Pendant der Tischtennismarke Butterfly ergänzt sich die hohe Ballflugkurve gut mit der flachen Flugkurve eines steifen Carbonholzes.

Schuss und Ballonabwehr

Im Schussspiel kann die komplette Kraft in den Schlag gesetzt werden, ohne dass der Belag unpräzise reagiert. Aber auch mit dem Donic Baracuda werde ich immer wieder zu Schlagspin und Spinschüssen verleitet, einfach weil die Gefährlichkeit der Rotation mitspielen soll.

In der Ballonabwehr ist der Baracuda sehr schwer zu kontrollieren. Kleine Fehler werden durch komplett falsche Winkel bestraftet, wodurch Länge und Platzierung schwierig sind. Gegenangriffe sind aber gut möglich und durch den Topspin geprägt.

Fazit zum Donic Baracuda

Für mich ist der Baracuda bis heute der wohl spinnigste Tensorbelag. Allein die extrem hohe Ballflugkurve und das rotationsstarke Obergummi sprechen für sich.

Darüber hinaus ist der Baracuda extrem haltbar und im Aufschlagspiel eine Macht. Die Topspineröffnung, das Winkelspiel und das tischnahe Angriffsspiel sind die absoluten Stärken des Belags.

Leider ist der Baracuda extrem schnittanfällig und verzeiht nur wenig Fehler. Zudem würde ich diesen nur auf Hölzern einsetzen, welche der extremen Ballflugkurve entgegen wirken. Auf weichen Vollhölzern ist das schon sehr extrem.

Daher empfehle ich entweder harte, steife Vollhölzer oder Carbonhölzer in Kombination mit dem Baracuda.

Im Vergleich der Tenergy 05 Alternativen ist der Baracuda von der Ausrichtung her dem japanischen Branchenprimus am ähnlichsten, obwohl Tensorbeläge sich natürlich anders spielen.

Als moderne Variante könnte ein Nittaku Fastarc G-1 angesehen werden, welcher über ähnliche Stärken verfügt, aber einfach noch mehr Dampf, auch aus der Halbdistanz, machen kann.

Donic Baracuda
91.3 / 100 TT-SPIN
39.90€Preis
Medium-HardHärte
TensorTechnologie
OFFEignung
Pros

✓ Extreme Rotation und Ballflugkurve

✓ Giftige Aufschläge

✓ Tischnahes Spinspiel

✓ Haltbarkeit
Cons

✗ Extrem Spinanfällig

✗ Kaum Fehlerverzeihend

✗ Halbdistanz
Zusammenfassung
Belag mit extrem hoher Ballflugkurve, gefährlicher Rotation und giftigen Topspinschlägen. Aber auch sehr anspruchsvoll und spinanfällig.
Spieleigenschaften92
Qualität/Haltbarkeit89
Preis-Leistungsverhältnis93
%d Bloggern gefällt das: