Joola Samba – Der legendäre Soundbelag im Test

Zu Frischklebezeiten war der Joola Samba in den Tischtennishallen kaum zu überhören. Der legendäre Samba-Sound wurde nur von wenigen Belägen, wie dem Stiga Neos Sound, erreicht.

Joola Samba stand für ein Produkt, welches den größtmöglichen Spielspaß garantierte. Wer einen weichen Tischtennisbelag zum Frischkleben suchte, kam an diesem Belag fast nicht vorbei.

Heute spielt der Samba, ähnlich wie die anderen Klassikerbeläge, im Konzert der Tischtennisbeläge nur noch eine untergeordnete Rolle.

Aber auch dieser Belagklassiker hat so manchen Nachfolgerbelag zustande gebracht. Mit dem Joola Samba Plus, Samba 27, Samba 19 und dem Samba Tech besitzt die Belaglegende einige Erben.

So richtig überzeugen konnte mich keines der genannten Updates, besonders im Hinblick auf das Spielgefühl des Klassikers.

Und selbst bei der Marke Joola ist zu spüren, dass man sich nach den früheren Erfolgen und Marktanteilen mit seinem Aushängeschild sehnt.

Zuletzt wurde ein weiterer, bekannter Joola Belag neu aufgelegt. Aber den Joola Golden Tango werde ich noch an anderer Stelle vorstellen und einen Testbericht schreiben 😉

Technische Eigenschaften des Joola Samba

Nach dem Begutachten des Samba sind so einige Besonderheiten zu nennen. Zu aller erst ist der Belag vor allem eines: Weich. Und das trifft sowohl auf das Obergummi, als auch auf den Schwamm, zu.

Weiterhin wirkt das Obergummi nicht so extrem griffig, wenngleich enorm elastisch. Unter allen getesteten Klassikerbelägen gibt es wohl keinen weicheren Belag.

Ganz positiv hervorzuheben ist das Gewicht des Joola-Belags. Mein Testexemplar (rot 2,0mm) wog mit Verpackung 73g. Ausgepackt und ungeschnitten waren es noch 52g. Geschnitten auf mein Stiga Holz waren es lediglich 35g!!! Bei den bleischweren Belägen, die momentan im Umlauf sind, ist so ein Gewicht ein Traum 😀

Spieleigenschaften des Joola Samba

Beim Einkontern wurde schnell klar, dass der Samba wirlich einzigartig ist. Dieser ist der einzige Belagklassiker, der einen starken und deutlichen Katapulteffekt besitzt.

Der Ball gräbt sich förmlich in den Schläger ein, ehe dieser wieder herausgelassen wird. Dadurch entsteht ein enormes Feedback und Ballgefühl.

Topspins und Endschläge

Die ersten Topspins waren interessant. Angetrieben von dem exzellenten Ballgefühl habe ich meine Topspinschläge intuitiv sehr weich und gefühlvoll gestaltet. Dabei entwickelt der Joola Samba auch eine große Portion Spin.

Das Gesamtkonzept wirkt sich positiv auf die Unterschnitteröffnung aus. Mit einer extrem hohen Quote können die Bälle über das Netz gezogen werden.

Leider ist das aber auch die einzige Option mit einem ungeklebten Samba. Denn sobald ich mehr Tempo und Druck entwickeln wollte, hatte ich Probleme. Besonders auf einem weichen Vollholz kann man mit dem Belag nicht viel anstellen, außer eben sicher und gefühlvoll spielen.

Bei harten Endschlägen flacht die Ballflugkurve stark aus und viele Bälle bleiben im Netz hängen. Ebenso ist kaum noch Rotation vorhanden. Schläge, die ein stark geschlossenes Schlägerblatt erfordern, waren so kaum möglich.

Aus der Halbdistanz wusste ich nicht, was ich machen sollte. Ich kann den Ball zwar schön mitnehmen und auch die gegnerische Energie ausnutzen, aber eigentlich gar keinen eigenen Druck entwickeln.

Ich denke für anspruchsvolle Schlagtechniken mit einer höheren Schlaghärte ist der Joola Samba kaum zu gebrauchen. Lediglich auf einem schnellen Carbonholz geht es einigermaßen gut.

Blockspiel

Wieder am Tisch habe ich angefangen zu Blocken. Nachdem sich mein Trainingspartner an meiner Gummiwand den Arm fast ausgerissen hat, war die Spielfreude wieder zurück.

Ich kenne keinen Belag, mit dem man so einfach, so fehlerverzeihend und derartig schnittunempfindlich Blocken kann. Der gute Katapult beschleunigt den Ball auch etwas. Natürlich sind meine Blockbälle mit dem Samba ebenso ungefährlich, wie auch mit einer fast perfekten Quote, spielbar.

Bei aktiven, harten Blockbällen schlägt der Ball auf das Holz durch. In Kombination mit einem Vollholz wird es dann sehr ungenau.

Aufschlag – Rückschlag

Dennoch ist für Anfänger eine Vollholz-Samba-Kombi unglaublich kontrolliert. Gerade im Rückschlagspiel war das sehr auffällig. Zwar gefällt mir dabei meine Präzision nicht, aber es kommen fast alle Returns wieder zurück auf die gegnerische Plattenhälfte.

Im besonderen besteht im Spiel über dem Tisch ein unglaubliches Ballgefühl. Mit diesem Touch und durch das geringe Tempo gelingt das Kurz legen sehr gut.

Auch mein Bananenflip hatte eine ecklige Flugkurve, bei der meine Gegner die ankommende Rotation nur schwer einschätzen konnten. Harte Flips gingen aber gar nicht und ich hatte keine Präzision bei solchen Schlägen.

Der Aufschlag gelingt mit dem Joola Samba sehr einfach und solide. Die Spinentwicklung ist ok, wenn ein wenig mehr Handgelenkeinsatz und ein sanfter Balltreffpunkt vorhanden sind. Sonderlich giftig und gefährlich ist das Ganze aber nicht.

Schuss und Ballonabwehr

Im Schussspiel fehlt mir der Druck und die Durchschlagskraft. Meine Schüsschen wurden mit einem breiten Grinsen Gegengeschossen… natürlich nicht immer, aber immer öfter, nachdem die Schwäche erkannt wurde 😀

Aus der Ballonabwehr hat der Samba Spaß gemacht. Zwar muss viel gegen den Ball gearbeitet werden, aber durch das enorme Feeling hatte ich stets die notwendige Kontrolle über das Geschehen. Meine Ballonabwehr war mein Gegenangriff 😉

Fazit zum Joola Samba

Seit dem Frischklebeverbot hat der weiche Klassiker schon stark an seinem Glanz verloren. Durch die sehr weiche Ausrichtung ist dieser ungeklebt einfach zu langsam.

Dennoch können Tischtennisanfänger und Spieler, die auf der Suche nach einem extrem fehlerverzeihenden Belag sind, im Joola Samba den richtigen Tischtennisbelag finden.

Auch ist ein sicheres Blockspiel, wie es manche auf der Rückhandseite praktizieren, mit dem Belagklassiker möglich.

Leider müsste der Belag selbst für Allrounder, die extrem weiche Spinbälle spielen, etwas zu langsam sein.

Momentan hatte ich noch keine Zeit dafür. Aber ich habe noch ein wenig Frischkleber auf Lager. Und ihr könnt euch sicherlich vorstellen, auf welchem Belag dieser landen wird, wenn es mal wieder laut Klacken soll 😉

Joola Samba

32,90€
Joola Samba
9.1

Spieleigenschaften

9/10

Qualität/Haltbarkeit

10/10

Preis-Leistungsverhältnis

9/10

Pros

  • Weiche, spinnige Topspins
  • Passiver Block
  • Ballgefühl
  • Geringes Gewicht
  • Schnittunempfindlich

Cons

  • Durchschlagskraft
  • Harte Endschläge
  • Schussspiel
  • Halbdistanz

6 Gedanken zu “Joola Samba – Der legendäre Soundbelag im Test

  1. Spieleigenschaften

    8.60

    Qualität/Haltbarkeit

    9.30

    Preis-Leistungsverhältnis

    8.70

    Guten Morgen, danke wieder mal für den tollen Bericht. Eins möchte ich noch ergänzen. Der Mambo war ebenso genial und mit 3-4 Schichten Frischkleber hatte er meiner Meinung nach sogar noch krasseren, helleren Sound :-).

    LG, mach weiter so. Ich liebe die Klassiker Wochen.

    • Nach 3-4 Schichten hatte jeder Belag einen grellen Sound 😀

      Ja, der Joola Mambo hat den Cut für die Klassikerwochen nicht geschafft… vielleicht kommt der auch noch auf die Liste zum Nachtesten 😉

      Gruß,

      Marcel

  2. Hallo Marcel,

    als „Nonstop-Tester“ hast Du doch sicher folgende beiden Tipps für mich:
    1. welchen Kleber benutzt Du
    und 2. wie bekommst Du diesen wieder vom Belag runter?

    Ich verwende im Moment den Kleber von Soulspin. Vom versiegelten Holz geht’s wie von selbst, aber beim Belag bin ich gerade völlig am verzweifeln.

    Vielen Dank und viele Grüße
    Michael

    • Hallo Michael,

      1) Ich benutze fast ausschließlich Revolution No.3
      2) Das Abziehen geht mit dem Revolution No.3 sehr einfach. Man muss nur genügend Klebeschichten darunter haben.
      Beim ersten Aufkleben kommen zwei dünne Schichten auf den Belag, die ich jeweils nacheinander trocknen lasse (ok, ich benutze einen Fön, da ich ungeduldig bin) bis der Kleber klar wird. Auf das Holz kommt eine dünne Schicht.
      Somit befinden sich, nach dem ersten Abziehen, drei dünne Schichten unter dem Belag. Das reicht noch nicht, um den Kleber herunter zu ziehen, ohne den Schwamm zu beschädigen.
      Beim zweiten Aufkleben kommt jeweils eine dünne Schicht auf den Belag. Nach dem Abziehen reichen die 5 Schichten normalerweise schon aus. Ich ziehe die Klebeschicht aber erst nach dem dritten Kleben ab. Dann kann der Kleber kinderleicht und entgegengesetzt zur Abzugrichtung herunter gezogen werden.
      Sieht dann ungefähr so aus:

      Ich mache sowieso bald ein Klebetutorial, da viele diese Fragen interessieren 😉

      Gruß,

      Marcel

      • Hallo Marcel,

        herzlichsten Dank für die ausführliche Anleitung.
        Bei meinem Kleber blieb mir nur die Lösung mit dem Bügeleisen (klappt hervorragend, aber ob es der Belag dankt, bin ich mir nicht so sicher).
        @an alle, die das lesen: die Bügeleisenmethode würde ich nur machen, wenn gar nichts mehr hilft. Besser den oben genannten Kleber und bequem abziehen.

        Viele Grüße
        Michael

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: