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Stiga DNA PRO H

Stiga DNA Pro H

Der Stiga DNA Pro H ist ein schneller und harter Tensorbelag, der durch einen guten Mix aus Tempo und Spin hervorsticht. Leider kommt der Belag nicht an die absoluten TOP-Beläge auf dem Markt heran.

Die besten Vergleiche lassen sich zum andro Rasant Powergrip oder Donic Bluefire M1 Turbo ziehen. Stiga hat mit seinen ersten Tensoren gute, solide Beläge auf den Markt gebracht, die allerdings keinesfalls eine Revolution auf dem Belagmarkt bedeuten.

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Details zum Stiga DNA Pro H
SpielstilOFF/OFF+
MarkeStiga
BelagtechnologieTensor
Schwammstärken1,9 / 2,1mm
SchwammhärteMittelporig 50,0° Hard
Erscheinungsjahr2019

✓ Guter Mix aus Spin & Speed
✓ Schnelles Nachziehen am Tisch
✓ Gutes Ballgefühl
✓ Kein störender Katapult

✗ Marketing-Hype nicht bestätigt
✗ Wenig Katapult im Vergleich zu anderen modernen Topspinbelägen
✗ Kommt nicht an andere TOP-Beläge heran

TT-SPIN Bewertung
9.2
Tempo
9
Spin
8.6
Kontrolle
8.8
Haltbarkeit
8.5
Gewicht
8.9
Gesamteindruck
Bewertung von TT-SPIN 8.9 / 10
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Stiga DNA Pro H Test

Der Stiga DNA Pro H ist die härteste und schnellste Belagversion der 2019 erschienenen Stiga DNA Beläge. Mit 50° Schwammhärte und Tensortechnologie soll der Belag neue Maßstäbe im Angriffsspiel setzen. Die weiteren Versionen DNA Pro M (47,5°) und DNA Pro S (42,5°) ergänzen die Serie. Verschweigen möchte ich nicht den DNA Future M als günstigen Anfängerbelag. Jedoch spielt dieser in der Bewertung der Hauptserie nur eine Randrolle.

Lange musste man auf einen ESN Tensor aus dem Hause Stiga warten. Jahrelang setzte das schwedische Tischtennisunternehmen hingegen auf Japan-FKE Beläge, die ehrlich gesagt vor allem aufgrund ihrer FKE Wirkung kaum mit den deutschen Tensoren mithalten konnten. Währenddessen zogen die anderen Marken mit einer Neuerscheinung nach der anderen der Traditionsmarke davon.

Längst haben sich Tibhar Evolution, Donic & alles was „Blue“ heißt oder Xiom Vega bzw. Omega Beläge auf den Schlägern der Tischtennisspieler etabliert. Besonders in Deutschland spielt Stiga in seiner Wahrnehmung nur noch auf dem Holzmarkt eine große Rolle, was mehr an der Nostalgie der Traditionsmarke als an den Produkten liegt.

Da verwundert es kaum, dass Stiga umdenken musste. Mit viel Geheimniskrämerei (unter anderem einer Bitte, geleakte Infos über die neuen Beläge hier auf dem Blog nicht zu teilen… Dazu mehr im kommenden Stiga DNA Artikel) und einer großen Marketinginszenierung sollte nun alles besser werden.

Doch was kann der Stiga DNA Pro H wirklich? Hat Stiga wirklich eine neue Spitzenbelagserie mit dem Pro H als Flaggschiff heraus gebracht? Oder war der Marketing-Hype völlig überzogen?

Technische Eigenschaften des Stiga DNA Pro H

Stiga DNA Pro H Obergummi
Stiga DNA Pro H Schwamm

Beim Auspacken des Belags konnte ich einen typischen, modernen ESN Belag vorfinden. Das Obergummi ist schön griffig und macht einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Das Gummimaterial ist leicht matt, aber die Poren scheinen noch schön durch. Die Noppenstruktur ist recht kurz gehalten, während die Noppenhälse durchschnittlich breit sind. Alle DNA’s scheinen das gleiche Obergummi zu verwenden. Ich konnte jedenfalls keine Unterschiede feststellen.

Der Schwamm ist mittelporig konstruiert und wurde recht hart konstruiert (50° EUR). Die Farbe ist orange bis orange-gelb, falls es jemanden interessiert 😉 Mein Testexemplar (rot 2,1mm) bringt in der Verpackung 112,51g auf die Waage. Der ungeschnittene Belag wog 72,06g. Geschnitten auf Stiga Standard-Maß verbleiben 47,79g auf dem Schläger.

Spieleigenschaften des Stiga DNA Pro H

Beim Einspielen mit dem DNA Pro H fällt auf, dass sich der Belag grundsätzlich etwas weicher spielt, als die Schwammhärte vermuten lässt. Würde sagen es fühlt sich wie ein Mittelding von durchschnittlichen 47,5° und 50° harten ESN Offensivbelägen an. 

Auffällig ist auch die vergleichsweise gute Ballrückmeldung und der früh, aber nicht störend einsetzende, Katapulteffekt, der vergleichsweise arm ausfällt, wenn viele weitere moderne Beläge betrachtet werden. Insgesamt weißt der Belag eine hohe Grundgeschwindigkeit auf.

Stiga DNA Pro H Tischtennis Belag

Topspin & Gegentopspin

Im Topspinspiel fühlt sich der Stiga DNA Pro H am wohlsten. Besonders die mittelschnelle, spinlastige Eröffnung und das schnelle Nachziehen liegen dem Belag. Interessant ist außerdem die hohe, aber nicht zu hohe, Ballflugkurve bei schnellen Topspins. Durch das hohe Grundtempo und die auffallende Dynamik können Topspins schön lang bis an die Grundlinie bugsiert werden. Durch das etwas weichere Feeling bei Ballkontakt kommt eine sehr gute Ballrückmeldung zustande.

Allerdings fehlt dem DNA Pro H etwas die Bissigkeit eines Aurus Prime oder die Durchschlagskraft eines Tibhar Evolution MX-P. Der Belag kann gut mithalten, aber leider nicht die genannten Spitzenbeläge in Ihren TOP-Bereichen übertrumpfen. 

Bei Gegentopspins am Tisch kann gut agiert werden. Sowohl mit Spin, als auch mit hohen Tempo lässt sich der Belag gut spielen. Aus der Halbdistanz besitzt der DNA Pro H eine mittelhohe Ballflugkurve und das Potential, den Gegner mit eigener Dynamik zu dominieren. Dennoch sehe ich den Belag lieber vorne am Tisch.

Stiga DNA Pro H Noppenstruktur

Belagvergleich & Einordnung

Als Vergleichsbeläge kamen mir vom ersten Topspin an zwei schöne, ältere TT-Beläge in den Sinn. Zum einen der bereits ausrangierte andro Rasant Powergrip. Und zum anderen der Donic Bluestorm M1 Turbo. Beides Beläge mit 50° Schwamm, die sich etwas weicher spielen. Beides Beläge, die mit Spin und Tempo dominieren. Und beides Beläge mit recht wenig Katapult im passiven Spiel, aber mit einer hohen End-Dynamik im Angriffsspiel. Zudem passen auch die Ballflugeigenschaften.

Aber wie kann das denn jetzt sein? (Die Frage kommt sicher und ich stelle diese auch mir selbst). Also ein Vergleich zu den Belägen mit dünnem Obergummi geht schonmal nicht. Sind einfach anders und nur punktuell vergleichbar. Dann habe ich meinen TSP Super Ventus, den andro Hexer Powergrip oder den Xiom Vega X als modernste Topspinbeläge in die Waagschale geworfen. Die Katapultentwicklung ist bei diesen Belägen viel stärker. 

Richtig sind dann die Beläge, die Mitte der 10er Jahre erschienen sind und gerade den Trend verfolgten, dass das Obergummi perfekt mit dem Ball ankoppelt. Der Schwamm ist mittel bis großporig, aber dynamischer als die erste Gerneration der porigen Schwämme. Et voila, wir haben unsere DNA Beläge… (Wende mich nun wieder den Spieleigenschaften zu und werde mich an anderer Stelle mehr zum DNA Hype äußern)

Stiga DNA Pro H Schwamm Noppen

Aufschlag & Rückschlag

Beim Aufschlagen konnte ich viel Rotation erzeugen. Durch das griffige, elastische Obergummi und den katapultarmen Eigenschaften bei langsamen Schlägen lässt sich der Ball gut umwickeln und platzieren. Beim Rückschlag nimmt der Stiga DNA Pro H sehr viel Rotation an, vermittelt aber zugleich einen guten Touch. Dadurch sehe ich die Spinanfälligkeit im mittleren Bereich. 

Besonders aktive Flips oder meine Paradedisziplin, der Bananenflip, haben sehr gut funktioniert. Durch das hohe Grundtempo konnte ich teils gefährliche Rückschläge spielen, die nicht selten direkt den Punkt gebracht haben.

Stiga DNA Pro H Belag

Block, Schuss & Ballonabwehr

Im Blockspiel muss mit einer Portion Selbstvertrauen agiert werden. Sehr gefährliche, aggressive oder mittelschnelle Blocks sind die Stärke des Belags. Hingegen kann die Quote bei passiven Blockbällen hoch gehalten werden. Falsch hingehalten sind diese aber zu leicht nachziehbar für den Gegner. Insgesamt würde ich den Stiga DNA Pro H eher für die Vorhandseite oder für beidseitige Angriffsspieler empfehlen, die wenig passiv agieren wollen.

Im Schussspiel macht Belag eine gute Figur. Schnell, druckvoll und recht platziert lassen sich die Gegner gut von der Platte drängen. Aus der Ballonabwehr lassen sich sehr sichere Bälle mit einer guten länge spielen. Insgesamt ist das Ballgefühl dabei sehr gut. Zudem besitzt der Belag über genügend Power und Temporeserven, um jederzeit eigene Angriffe einzuleiten.

Stiga DNA Pro H Vergleich

Fazit zum Stiga DNA Pro H

Der Belag Stiga DNA Pro H konnte mich im großen und ganzen überzeugen. Schnell, spinnig, katapultarm und mit einer Extraportion an Ballgefühl ausgestattet, wirkt dieser sehr stimmig. Allerdings hätte ich persönlich schon mehr erwartet, wird der Belag anhand des Marketingzirkus‘ drumherum gemessen.

Auch sprechen die Vergleichsbeläge andro Rasant Powergrip und Donic Bluefire M1 Turbo nicht gerade für eine Belagrevolution, wenngleich dies natürlich gute Beläge sind/waren (RIP andro Rasant). Man muss sich schon die Frage stellen, was das nun bedeutet. Dies werde ich in einem gesonderten Artikel tun.

Empfehlen würde ich den Stiga DNA Pro H für Spieler, die sich ein Angriffsbelag mit einer ausgewogenen Mischung aus Power und Spin wünschen, zugleich aber im passiven Spiel mit dem Katapult anderer moderner Tischtennis Beläge nicht klar kommen. Mit Hilfe einer ausgereiften Schlagtechnik und eines beidseitigen, offensiv ausgerichtetem Angriffsspiels fährt man mit dem Belag am besten.

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