TSP Super Ventus – Topspinbelag der neuesten Generation

Mit dem TSP Super Ventus erscheint nach einigen Jahren wieder ein Offensivbelag aus dem Hause TSP. Nach den Belagversion Ventus Speed, Ventus Spin und Ventus Soft, sowie dem Einsteigertensor Ventus Basic, geht die Belagreihe damit in die fünfte Runde.

Als ich vor einigen Monaten auf der ISPO von dem Super Ventus erfahren habe, war ich direkt begeistert. Denn der Belagreihe fehlte ein Spitzenbelag, der mit einem Medium-Hard-Schwamm ausgestattet ist und mit den TOP-Belägen der anderen Marken in Konkurrenz treten kann.

Leider musste ich bei den Ventus Belägen zuvor Bemängeln, unabhängig vom exzellenten Preis-Leistungsverhältnis, dass der bisher schnellste Belag, der Ventus Speed, mit seinem 45° Medium-Schwamm eher für die variablen Offensivspieler geeignet war.

Nun bin ich doch sehr gespannt, was der Premium-Belag der Serie kann und ob sich das warten gelohnt hat.

Mein bester Dank gilt der Yamato Takkyu Europe GmbH für die Zusendung des Testbelags. Die Yamato Takkyu Europe GmbH beherbergt im übrigen nicht nur die Marke TSP, sondern auch die noch recht junge Tischtennismarke Victas, welche vor allem in Japan sich großer Beliebtheit erfreut.

Technische Eigenschaften des TSP Super Ventus

Beim Auspacken musste ich etwas schmunzeln. Auch der Super Ventus besitzt einen knalligen, pinken Schwamm. Irgendwie nehmen die zur Zeit etwas überhand. Aber das ist nur meine persönliche Meinung 😉

Das Obergummi des Super Ventus macht einen sehr hochwertigen und griffigen Eindruck. Beim Drucktest wirkt dieses mittelhart. Die Noppenstrukur ist nicht in irgendeine extreme gewählt, was Breite, Höhe oder Abstand angeht

Der Schwamm ist mittelporig ausgelegt. Zudem befindet sich dieser im Medium-Hart Bereich (47,5°).

Das Gewicht des Super Ventus liegt im normalen Bereich eines TOP-Belags der maximalen Schwammstärke. Mein Testexemplar (rot Max.) brachte mit Verpackung 103g auf die Waage. Der ungeschnitte Belag kam dann auf 72g. Geschnitten auf mein Primorac verblieben 48g Belaggewicht.

Spieleigenschaften des TSP Super Ventus

Der TSP Super Ventus macht vom ersten Moment an großen Spaß. Es gibt nur wenige Beläge in diesem Härtebereich, die über einen so ausgeprägten Sound verfügen. Das wollte ich gleich zu Beginn erwähnen, da man sowas nicht häufig findet.

Beim Einkontern weist der Super Ventus eine hohe Grundgeschwindigkeit auf, wobei es deutlich schnellere Tischtennisbeläge gibt. Das Ballgefühl und die exakten Platzierungsmöglichkeiten machen den Belag recht beherrschbar.

Topspineröffnung und Ballflugkurve

Die ersten Topspins besitzen einen guten Sound, viel Dynamik und hohe Rotationswerte. Das Prädikat ‚Topspinbelag‘ kann ohne Einschränkungen vergeben werden.

Besonders gut hat mir die Eröffnung auf Unterschnitt gefallen. Dabei kann sowohl sehr sicher und spinnig, als auch schnell und durchschlagskräftig agiert werden. Die mittelhohe und mittellange Ballflugkurve lässt einen perfekten Mix aus schnellen und langsamen Topspins zu.

Gegentopspin, Dynamik und Vergleich

Der Gegentopspin am Tisch ist eine der Stärken des TSP Super Ventus. Im Balltreffpunkt auf einen gegnerischen Topspin entwickelt der Belag sehr viel Power und Dynamik, was zugleich überraschend einfach steuerbar ist. Die Dynamikentwicklung ist keinesfalls störend, sondern jederzeit nachvollziehbar.

Wer beispielsweise einen Xiom Vega Pro oder Tibhar Evolution EL-S spielt, weiß, dass die Power eines Belags manchmal störend sein kann, da diese Beläge in den Grenzbereichen förmlich explodieren und sehr viel Geschwindigkeit aufnehmen.

Mit dem TSP Super Ventus besitzt man gerade in solchen Situationen die notwendige Ballsicherheit. Der Preis dafür ist, dass der Super Ventus etwas gemäßigter daher kommt, was aber für fast alle Tischtennisspieler vollkommen ausreichend ist.

Halbdistanz

In der Halbdistanz und bei langen Gegentopspinduellen wirkt der Belag dynamisch, spinnig und stets gefährlich. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich die Kontrolle verliere oder nach hinten gedrängt werden kann. Die Ballflugeigenschaften und die damit verbundene, schöne Spinkurve, welche nicht zu hoch oder zu flach ist, lassen ein variables, sowie offensives, Agieren zu.

Aufschlag und Rotationsniveau

Das Aufschlagen hat mir mit dem TSP Super Ventus gut gefallen. Ich konnte einen guten Spin erzeugen und die Länge, wie auch die Höhe, des Aufschlags präzise steuern.

Insgesamt liegt das Rotationsniveau im oberen Bereich der Tischtennisbeläge. Reine Rotationsbeläge, wie der Tibhar Genius oder Tenergy 05bringen aber noch mehr Spin hervor.

Am besten lässt sich das Rotationsniveau mit dem des Joola Rhyzm oder Butterfly Tenergy 80 vergleichen, was aufgrund der Noppengeometrie, Gesamthärte und den offensiv-variablen Spieleigenschaften nicht verwunderlich ist. Neu ist vielleicht die hohe Dynamik und Lebendigkeit des Belags in offensiven Spielsituationen, was aber erstaunlich positiv wirkt und sich eher in mehr Sound als im Verlust von Ballkontrolle manefestiert.

Rückschlag und Eröffnung über dem Tisch

Bei Rückschlägen gefällt mit der Super Ventus gut. Kurze Ablagen gehen recht einfach und sind genau spielbar. Es setzt ein leichter Katapult ein, mit dem man leben kann, wenngleich ich extrem katapultarme Beläge, wie den Tibhar Genius, bevorzugen würde.

Darüber hinaus nimmt der TSP Super Ventus eine gute Portion Rotation an. Einfach hinhalten geht leider nicht. Dazu ist der Belag, trotz seiner recht ausgeglichenen Angriffseigenschaften, zu anspruchsvoll.

Aktive Eröffnungen über dem Tisch gehen einfach von der Hand. Beim Bananenflip kann ein recht giftiger Spin und eine unangenehme Platzierung gespielt werden. Schnelle Flips sind ebenso grundsolide, nicht brachial hart, aber einfach spielbar.

Block, Schuss und Ballonabwehr

Im Blockspiel kann sehr gut aktiv agiert werden. Der Super Ventus lässt das Wegdrücken der gegnerischen Angriffsschläge zu. Passiv muss jedoch aufgepasst werden.

Zwar ist der Belag nicht der Spinanfälligste und auch nicht zu unkontrolliert, aber ein gewisses Spielverständnis und die entsprechende Technik müssen vorhanden sein, um effektiv Blocken zu können. Ansonsten segeln die Blockbälle reihenweise über die Platte.

Im Schussspiel entwickelt der Belag viel Druck auf die Gegner. Dies liegt nicht nur an dessen Power, sondern auch an der Platzierungsgenauigkeit. In der Ballonabwehr kann mit einer guten Länge agiert werden. Gegenangriffe stellen kein Problem dar und sind eigentlich immer gefährlich.

Fazit zum TSP Super Ventus

Mit dem TSP Super Ventus ist ein wirklich interessanter Belag auf den Markt gekommen. Nicht nur der Preis von 42,90€ ist dabei spannend, sondern vielmehr sind es die guten Spieleigenschaften des Belags.

Am besten würde ich den Super Ventus mit einem modernen Joola Rhyzm vergleichen. Aber auch das Argument eines einfacher zu spielenden Xiom Vega Pro macht durchaus Sinn.

Im Endeffekt liegt ein Topspinbelag vor, der über gute Rotationswerte und ein hohes Tempo verfügt. Die Soundentwicklung und die kontrollierbare Dynamik stellen weitere Steckenpferde des Belags dar.

Was mir persönlich aufgefallen ist, dass der Super Ventus eine interessante Option für den Plastikball sein kann. Ich spiele zur Zeit den Tibhar Genius und bin absolut zufrieden. Allerdings ist es nicht von der Hand zu weisen, dass beim Spielen mit dem Plastikball mehr Dynamik nicht schlecht wäre.

Zugleich suche ich aber nach einem Belag, der bei Topspins über eine schöne Ballflugkurve und viel Spin verfügt, da ich mit reinen Speedbelägen in Spielsituation nicht so gut zurecht komme.

Daher stellt der TSP Super Ventus für mich eine ernsthafte Alternative auf der Vorhandseite dar. Das werde ich in der Sommerpause noch weiter austesten.

In jedem Fall ist der Belag für Topspinspieler, die sowohl am Tisch, als auch aus der Halbdistanz agieren, einen Test wert. Anders als viele der weiteren Belagneuheiten wurde der Fokus nicht nur auf reinen Speed und Dynamik gesetzt, sondern vermehrt auf Rotation, Ballflugkurve und Beherrschbarkeit.

Und noch ein Wort zu den anderen Ventus Belägen. Ich werde demnächst noch Testberichte zum Ventus Speed und Ventus Soft schreiben. Zum Ventus Basic und Ventus Spin liegen ja schon Beiträge vor. Im Anschluss mache ich noch einen Vergleichstest der gesamten Belagreihe, sodass ihr die passende Version heraussuchen könnt, sofern euch die Ventus Beläge interessieren 😉

TSP Super Ventus
91 / 100 TT-SPIN
42,90€Preis
Medium-HardHärte
TensorTechnologie
OFFEignung
Pros

✓ Gegentopspin am Tisch

✓ Steuerbare Dynamik

✓ Topspinspiel

✓ Sound
Cons

✗ Maximale Rotation

✗ Spinanfällig
Zusammenfassung
Der TSP Super Ventus ist ein dynamischer, moderner und ausgeglichener Topspinbelag. Mit seinem guten Sound, der hohen Leistungsfähigkeit und dem guten Preis, kommen viele Topspinspieler nicht am Super Ventus vorbei.
Spieleigenschaften92
Qualität/Haltbarkeit88
Preis-Leistungsverhältnis93

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9 Gedanken zu “TSP Super Ventus – Topspinbelag der neuesten Generation

  1. Hy Marcel,

    lässt sich der Super Ventus bei der Ballflugkurve, Spin oder Tempo in irgendeiner Weise mit dem M1 vergleichen, oder sind da dann doch Welten dazwischen?

    LG und danke für die tollen Berichte
    Christoph

    • Hallo Christoph,

      der M1 ist etwas giftiger vom Spin und straffer vom Obergummi. Auch direkter und härter wirkend. Flugkurve ist höher. Super Ventus ist etwas einfacher zu spielen und zudem etwas langsamer.

      Gruß,
      Marcel

    • Hallo Christoph,

      würde den Super Ventus als etwas ausgeglichener und etwas weicher ansehen. Dadurch auch fehlerverzeihender. Dafür ist der Bluefire M1 spinniger und giftiger im Angriffsspiel.

      Gruß,
      Marcel

  2. Wie sieht hier ein Vergleich mit einem Nittaku FastArc C1 aus? Schneller, langsamer? Wie ist die Flugkurve der beiden Beläge zu vergleichen?

  3. Ich habe den C1 und Ventus Super auf einem TSP Seat probiert auf meiner VH.
    Der Ballabsprung ist beim C1 deutlich höher. Tempo ist beim Ventus Super höher wenn man aktiv wird.

    Frage zum Test:
    Mit dem Plastik Ball passt bei mir der Ballabsprung und die Flugkurve gut. Beim Zelloid habe ich enorme Probleme auf US an zu ziehen. Allgemein ist beim Zelloid die Ballkurve bei mir mit diesem Belag sehr flach.

    Ich habe das erst 3h probiert mit einem ABS Sanwai Ball und Jolla 3*** Zelloid. Hast du diesen Belag auch mit Zelloid gespielt?

    • Habe den C1 hauptsächlich mit Zelloid gespielt und konnte keinerlei Probleme feststellen.
      Eine flachere Flugkurve wäre aber schlecht für mein Spiel.

      Es ist zwar ein anderer Belag aber wie sieht es mit dem Omega VII Euro im Vergleich zum C1 aus? Grundgeschwindigkeit beim Kion sicherlich höher?

      • Hallo Michael,

        die Flugkurve des Super Ventus ist im Mittelfeld anzusiedeln und absolut ausreichend, besonders mit dem Plastikball. C1 hat halt mehr Krümmung im Spinspiel, ist dafür aber deutlich langsamer.
        Der Omega VII Euro hat die flachste Flugkurve der genannten Beläge und ist auch weicher/katapultiger. Würde den Belag vom Fastarc C-1 kommend nur empfehlen, wenn eine Änderung der Spieleigenschaften in diese Richtung erwünscht sind.

        Gruß,
        Marcel

  4. Hey Marcel,
    kannst du den Super Ventus mit dem Gewo Hype EL 47,5 und dem Xiom Vega Japan vergleichen?

    Liebe Grüße,
    Daniel

    • Hallo Daniel,

      der Super Ventus ist dynamischer als der Hype El 47,5. Einen Vergleich zum Hype KR Pro 47.5 halte ich für naheliegender, wobei das Obergummi des Super Ventus nicht ganz so weich ist. Den Vega Japan sehe ich langsamer als die beiden Beläge und auch weicher an. Würde den Vega Japan in dem Fall nur empfehlen, wenn eine Stufe weniger Tempo und Power wünschenswert sind.

      Gruß,
      Marcel

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