Gewo Hype KR Pro 47.5 – Vielseitig und für den Plastikball optimiert

Mit dem Gewo Hype KR Pro 47.5 bringt die deutsche Tischtennismarke Gewo bereits den sechsten Belag seiner Flagschiff Belagserie heraus.

Testen konnte ich bereits die Vorgängerbeläge Gewo Hype XT Pro 50.0, Gewo Hype XT Pro 40.0 und Gewo Hype EL Pro 47.5, welche mich allesamt durchaus überzeugen konnten.

Im Vorfeld habe ich zudem den großen Bedarf eines Testberichts für die Gewo-Belagneuheit erkannt. Für viele spielt Gewo im Konzert der Tischtennisbeläge noch eine untergeordnete Rolle. Daher gibt es nicht die Anzahl an Produkttests im Netz, wie von anderen Tischtennismarken und ihren Neuheiten gewohnt.

Zudem brachten die Tischtennisfirmen dieses Jahr wieder sehr viele interessante Belagneuheiten auf den Markt. Andro hatte seiner kompletten RASANT Belagserie das Aus erklärt und die beliebten Beläge vollständig durch sechs neue Rasanter Beläge ersetzt.

Darüber hinaus stellte das Konzept der Rasanter, wie auch der neuen Bluestorm und Aurus Beläge, eine Verbesserung der Performance im Zusammenhang mit dem Plastikball in Aussicht, was viele, nach dem Beschluss der verpflichtenden Einführung des Plastikballs im Sommer 2019, zum Testen anregte.

Und nicht zuletzt hat Butterfly mit seinem Rozena für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Der Belag an der Vorstufe zu den absoluten TOP-Belägen reizte auch aufgrund des Preises, welcher, für Butterfly untypisch, absolut marktgerecht ist.

In dem ganzen Trubel um die neuen Beläge ist bei mir ehrlich gesagt ebenso der Gewo Hype KR Pro 47.5 in den Hintergrund gerückt. Zu unrecht. Ich denke so viel kann ich schon verraten 😉

Technische Eigenschaften des Gewo Hype KR Pro 47.5

Vom ersten Eindruck her wirkt der Belag sehr hochwertig. Typisch eben den Tensorbelägen Made in Germany.

Das Obergummi ist relativ griffig. Beim Daumendrucktest fällt auf, dass dieses zugleich sehr flexibel wirkt, während der pinke, großporige Schwamm eher medium-hart zu sein scheint.

Beim Betrachten der Noppenstruktur wird auch klar warum. Zwar sind die Noppenhälse des Hype KR Pro relativ kurz, aber auch sehr dünn ausgelegt.

Das Gewicht meiner Testexemplare (jeweils schwarz, 1,9mm und 2,1mm) war absolut durchschnittlich für einen harten Tensorbelag. Mit Verpackung brachten die Beläge 94g bzw. 92g auf die Waage. Ungeschnitten machte das 68g und 66g. Geschnitten auf mein altes Japan Primo kamen die Exemplare auf 46g bzw. 44g. Der schwerere Belag war natürlich die 2,1mm Version.

Spieleigenschaften des Gewo Hype KR Pro 47.5

Beim Einkontern hat mich der Belag etwas überrascht. Der Hype KR Pro 47.5 bietet dabei einen gut einsetzenden Katapult und ein eher gefühlvolles Spielgefühl.

Das weiche Obergummi in Verbindung mit dem harten, offenporigen Schwamm scheint auch viel Dynamik zu besitzen. Bei schnelleren Schlagbewegungen ist eine starke Beschleunigung des Balles zu verzeichnen.

Zudem kommt auch etwas Sound durch, was für diese Belagkategorie untypisch ist.

Topspin, Halbdistanz und Gegenspins

Die ersten Topspinschläge konnte ich mit viel Gefühl, Rotation und einer hohen Ballflugkurve spielen. Die weich gezogenen Topspins können sehr besonders gefühlvoll gespielt werden. Das Spielgefühl ist dabei nicht nur weich, sondern auch fehlerverzeihend.

Bei schnelleren Spinbällen und Endschlägen kommt dann der Schwamm mehr zur Geltung. Es ist so, als wenn der Gewo Hype KR Pro 47.5 einen Schalter umlegt, sobald eine gewisse Schlaghärte erreicht ist. Dabei entwickelt der Belag sehr viel Tempo und Dynamik. Die Ballflugkurve ist nun mehr nach vorne gerichtet und deutlich flacher.

Aus der Halbdistanz kann sehr viel Druck und Dynamik aufgebaut werden. Besonders in Verbindung mit dem Plastikball kann eine sehr gute Performance erzielt werden.

Beim Gegegntopspin entsteht kein Durchrutschen, sondern ein sehr genauer, exakter Balltreffpunkt. Damit kann aus allen Lagen mit viel Rotation und Durchschlagskraft agiert werden.

Die Gefährlichkeit und den Anspruch des Belags sehe ich als hoch an. Es ist aber auch festzuhalten, dass der Gewo Hype KR Pro 47.5 weder über den maximalen, giftigen Spin so mancher Beläge, noch über die absolute Durchschlagskraft und Geschwindigkeit, verfügt.

Gewo Hype KR Pro 47.5 im Vergleich

Das etwas weichere und fehlerverzeihendere Spielgefühl im Angriffsspiel erinnern mich im Besonderen an den Butterfly Tenergy 80 und den Nittaku Fastarc P-1. Im Vergleich zu den genannten Belägen besitzt der Hype KR aber mehr Katapult und Dynamik. Das Rotationsniveau ist ähnlich, wie auch die Endgeschwindigkeit.

Interessant finde ich einen Vergleich zum adidas P7, welcher ebenfalls einen harten Schwamm mit einem weichen Obergummi kombinierte. Natürlich besitzt dieser eine höhere Ballflugkurve und nicht so viel Dynamik. Aber vom Spielgefühl her, besonders beim Eröffnungsspin, kommt der Belag dem P7 sehr nahe. Wenn mich heute jemand nach einem modernen Update zum adidas P7 fragen würde, dann wäre der Gewo Hype KR Pro 47.5 die erste Wahl.

Im internen Duell der Hype Beläge ordnet sich der Belag zwischen EL Pro 47.5 und XT Pro 50.0 ein. Während die Härte dem EL Pro näher kommt, sind die Spieleigenschaften, besonders bei schnellen Topspins, dem XT Pro ähnlicher. Lediglich bei weichen Topspin besitzt der KR Pro eine ganz eigene Charakteristik.

Block und Aufschlag

Beim Blocken setzt sich das immer deutlich werdende Bild von der Belagneuheit aus dem Hause Gewo fort. Beim passiven Block verfügt der Belag über eine, für einen medium-harten Angriffsbelag untypisch starke, Katapultunterstützung.

Gefühlvoll können so sehr einfach die Bälle verteilt werde. Die Ballkontrolle ist dabei einfach gut. Im aktiven Blockspiel wirken die Eigenschaften ebenfalls positiv, besonders wenn mal nicht das optimale Timing vorhanden ist.

Für mich als Verfechter eines direkten Spielgefühls ist der Hype KR aber fast schon zu weich bei den harten Blocks. Wer also einen sehr direkten Anschlag bevorzugt, muss sich erst auf den Belag einstellen.

Das Aufschlagen gelingt sehr gut. Der Gewo Hype KR Pro 47.5 entwickelt eine sehr gute Rotation. Das etwas weichere Obergummi macht die Spinerzeugung sehr einfach. Die Giftigkeit eines Tenergy 05 oder Fastarc G-1 wird jedoch nicht erreicht.

Rückschlag, Schuss und Ballonabwehr

Der Rückschlag ist eine Stärke des Belags. Zum einen besitzt dieser über eine große Bandbreite an Möglichkeiten, das Spiel zu eröffnen. Das griffige Obergummi macht das Flipen sehr einfach und gefährlich.

Zum anderen hatte ich stets eine gute Ballkontrolle. Der Belag gibt einem eine sehr gute Rückmeldung. Im Kurz-Kurz hält sich auch der, ansonsten stärker einsetzende, Katapulteffekt in Grenzen. Im Gegensatz zum Aurus Prime oder Donic Bluestorm Z1, die ich kürzlich getestet habe, liegt der Anspruch für das sichere Spielen am Tisch eher im mittleren Bereich.

Das Schussspiel scheint eine weitere Stärke des Hype KR Pro zu sein. Eine hohe Dynamik und gute Durchschlagskraft werden erreicht. Die Platzierung und Kontrolle sind jederzeit gut.

In der Ballonabwehr wirkt der Belag sehr gefühlvoll und mit einer guten Länge ausgestattet. Gegenangriffe sind jederzeit möglich. Das Tempo und die Dynamik aus der Distanz sind hervorragend.

Fazit zum Gewo Hype KR Pro 47.5

Mit dem Gewo Hype KR Pro 47.5 ist nicht nur einer der vielseitigsten Angriffsbeläge auf dem Markt, sondern auch einer der am wenigsten beachtetsten. Dabei bietet der Belag sehr gute Spieleigenschaften an und konnte mich im Test überzeugen.

Gewo Hype Vergleich

#NAMERATINGPreisEinzelbewertungLINK

Die Vorteile

Am Tisch noch sehr weich, spinnig und mit einer hohen Ballflugkurve ausgestattet, entwickelt der Belag in der Distanz viel Dynamik und Tempo.

Zudem ist dieser mehr als nur ein gelungener Kompromissbelag zwischen Hype EL Pro 47.5 und Hype XT Pro 50.0, sondern vielmehr ein Belag, der dem Angriffsspiel mehr Ballgefühl und Dynamik verleihen kann.

Besonders mit dem Plastikball hat sich das weiche, spingeladene Obergummi im Zusammenspiel mit dem harten, dynamischen Schwamm bewährt.

Außerdem ist ein Vergleich zu den bisherigen Angriffsbelägen, die etwas mehr Stabilität und Ballkontrolle bei aktiven Schlägen bieten können, allen voran zum Tenergy 80 oder Fastarc P-1, nicht verkehrt.

Darüber hinaus kann der Belag auch als modernes Update zum adidas P7 angesehen werden, was aufgrund des ähnlichen Anschlaggefühls und Spielverhaltens bei weichen Topspins nur logisch erscheint.

Die Nachteile

Leider hat aber auch das weiche Anschlagsgefühl seine Nachteile. Für einen knallharten Angriffspieler könnte der Gewo Hype KR Pro 47.5 schon zu weich und indirekt werden.

Weiterhin ist es bei der zweigeteilten Charakteristik ersteinmal eine Frage der Übung und Gewöhnung, den richtigen Druckpunkt zwischen weichen Spinbällen und schnellen Endschlägen zu finden.

Das Spinniveau ist auch sehr gut, aber der Belag besitzt nicht die absolut maximale Rotation.

Meine Empfehlung

Ich würde daher den Gewo Hype KR Pro 47.5 für Spieler empfehlen, die im Angriffspiel etwas mehr Ballrückmeldung und Flexibilität suchen, aber nicht auf viel Tempo und Rotation verzichten möchten. Auch stellt der Belag eine dynamische Lösung in Verbindung mit dem Plastikball dar.

Das Trainingspensum und das Spielniveau sollten jeweils auf einem hohen Niveau liegen, wenngleich der Belag auch viele Fehler im Angriffspiel verzeiht.

Meinen großen Dank möchte ich an dieser Stelle noch an Gewo/Contra aussprechen, welche die beiden Testbeläge zur Verfügung gestellt haben.

Gewo Hype KR Pro 47.5

47,90€
9

Spieleigenschaften

9.2/10

Qualität/Haltbarkeit

8.8/10

Preis-Leistungsverhältnis

8.9/10

Pros

  • Vielseitiger Topspinbelag
  • Dynamik aus Halbdistanz
  • Gegentopspin
  • Gefühlvoll und Fehlerverzeihend im Angriffsspiel
  • Harmoniert optimal mit dem Plastikball

Cons

  • Maximaler Spin
  • Weicher und indirekter als andere TOP-Beläge
  • Zweiteilige Charakteristik kann auch stören

18 Gedanken zu “Gewo Hype KR Pro 47.5 – Vielseitig und für den Plastikball optimiert”

  1. Hallo Marcel,

    wo würdest du den Gewo denn in der Evolution Reihe einordnen? Liege ich richtig mit der Vermutung, dass es sich dabei um einen etwas weicheren, zahmeren und mit höherer Flugkurve ausgestattetem Mx-p handelt?

    LG Christoph

    • Hi David,

      es ist schwer, zwischen den Belägen einen guten Vergleich zu ziehen. Halt komplett entgegengesetzte Zielgruppen. Der VS 402 ist sehr ähnlich dem VS 401, spingeladen, schwer und nicht sehr dynamisch, sowie relativ langsam. Das entspricht gar nicht dem Gewo Hype KR

      Warum möchtest du vom VS 402 wechseln?

      Gruß,
      Marcel

    • Hallo David,

      einen 1:1 Ersatz in leichterer Form gibt es leider nicht. Mich haben schon einige wegen dem 401er gefragt, ob es eine leichtere Version gibt mit den gleichen Spieleigenschaften…

      Eine Idee hätte ich aber schon. Der VS>402 ist ein recht langsamer, aber harter Tensorbelag. Das heißt die schnellen, harten Tensoren fallen weg, da die Kontrolle nicht gegeben ist.

      Als Alternative schlage ich deshalb den Xiom Vega Intro vor. Dieser ist leicht (42g bei mir in Max.), vergleichsweise hart (medium-hart) und besitzt eben nicht den maximalen Katapult. Gute Kontrolle ist zudem gegeben. Abstriche machen musst du eventuell etwas bei der Rotationsentwicklung, aber das sollte verkraftbar sein.

      Denke damit kannst du etwas anfangen 😉

      Viele Grüße,
      Marcel

    • Hallo Chris,

      wäre definitv eine Überlegung wert. Der Hype KR Pro ist ein wenig zahmer und katapultiger. Ist aber dennoch eine gute Alternative, wenn ein Belag im Bereich der Tensoren gesucht wird.

      Gruß,

      Marcel

  2. Hallo Marcel,
    ich habe aktuell den Hype KR Pro 47.5 im Test. Ich wollte dir etwas schildern, was mich stutzig gemacht hat.
    Eigentlich wollte ich den Belag als Alternative für meine VH testen. Getestet habe ich auf einem Andro CS7 Holz. An sich finde ich bei dem Belag ein sehr gutes Spielgefühl. VH klappt vieles sehr gut. Jetzt das spannende: Dann habe ich mit dem Belag auf RH gespielt. Unglaublich. Sehr sichere Rückhanderöffnung und guten Unterschnitt. Das Spielgefühl wirkt sehr angenehm. Ich habe noch nie mit einem Belag härter als 42.5° auf RH gespielt. Wie kann das passieren, das es so gut funktioniert?
    Ich habe den Belag in 2,1 gespielt. Meinst du es macht viel aus die RH mit 1,9 zu bekleben? Ich spiele meist VH 2,1 und RH 1,9

    • Hallo Michael,

      das kann viele Gründe haben. Wahrscheinlich sagt dir das weichere Obergummi im Anschlag zu.

      Ich rate dir auf jeden Fall zu 1,9mm. Mehr Kontrolle ist auf der Rückhandseite besser. Besonders wenn man wie du von langsameren, weicheren Belägen kommt.

      Viele Grüße,
      Marcel

        • Hallo Michael,

          spontan fallen mir da Nittaku Fastarc P-1, Aurus Select, Bluestorm Z2 oder die Acuda Blue Reihe (außer P1 Turbo) ein. Aber das ist rein unabhängig von den Spieleigenschaften. Ganz neu ist auch der Xiom Omega VII Euro dabei 😉

          Gruß,
          Marcel

  3. Hi,
    würdest du denn sagen, dass der Umstieg auf den Hype Kr von einem Mediumbelag wie Vega Japan oder El-s tendenziell einfacher sein könnte, als der Umstieg auf andere Beläge im selben Härtebereich (z.B. Mx-p, Vega Pro)?
    LG

    • Hallo Tim,

      definitv. Durch das weiche Obergummi wirkt der Belag kontrollierter als manch anderer High-End Belag. Dadurch ist ein Umstieg generell einfacher. Ob sich der Gewo Hype KR für deine Spielart eignet, ist aber eine andere Frage.

      Gruß,
      Marcel

  4. Hallo Marcel,
    Ich wollte Fragen ob du findest , dass der Hype Kr fehlerverzeihender ist als der Xiom Vega Pro und ob die Kontrolle merkbar höher ist. Außerdem wollte ich fragen welcher der beiden Beläge einfacher zu spielen ist auf der Rückhand: Tibhar El-s oder Tenergy 05fx. Ich finde den El-P zwar genial zum Blocken jedoch ist mir das Anschlagsgefühl beim Rückhand Topspin ein bisschen zu hart. Zur Zeit spiele ich das Stiga Intesity Nct Classic mit Xiom Vega Pro 2.0 und Tibhar El-p 1.8.

    • Hallo Brian,

      der Hype KR ist definitiv fehlerverzeihender. Du hast einfach ein stärkeres Feedback durch das weiche Obergummi und den Katapult. Außerdem ist die Spinanfälligkeit geringer. Als direkte Alternativen würde ich den Vega Pro und Hype KR nicht ansehen, es sei denn, du möchtest grundsätzlich ein anderes Anforderungsprofil als Vorhandbelag haben.

      Dann würde ich dir zum FX-S oder eben T05FX raten. Der EL-S hat zwar nicht so einen direkten Anschlag wie der EL-P mit seinem harten, straffen Obergummi, ist aber generell nicht weicher durch den härteren Schwamm. Und wirklich einfach zu spielen ist der EL-S nicht.

      Gruß,
      Marcel

  5. Vielen Dank für die Beratung 🙂 !
    Dann hole ich mir einen der beiden vorgeschlagenen Beläge oder den Xiom Vega Japan. Ja ich finde den Xiom Vega Pro zwar sehr stark wenn ich schnell ziehe und den Ball streife jedoch wollte ich auch mal einen etwas fehlerverzeihenden Belag spielen, da ich eigentlich mein Spiel mit sicheren Topspinns gestalten will und dann den Abschluss suche anstatt sofort durchpowern beim ersten Ball. Dafür ist glaube ich mein Spilniveau noch nicht hoch genug.
    MfG Brian

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: